Das Problem immer im Blick haben!

UP42 cloud-basierte Infrastruktur für die Auswertung von Geodaten

Stellen Sie sich und das Startup UP42 kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Eli Tamanaha und ich bin der CEO von UP42. Ich bin kürzlich von LA nach Berlin gezogen, weil ich mit UP42 eine tolle und einzigartige Gelegenheit gesehen habe, den Zugang zu Geodaten weiter voranzutreiben. Davor war ich Software-Ingenieur bei Tech-Unternehmen wie Microsoft, Amazon und Netflix, bevor ich meine eigene Firma namens DroneBase gründete.  

UP42 ist ein Software-Technologieunternehmen mit Sitz in Berlin und dem Ziel, die Nutzung von Geodaten zu vereinfachen. Als Geodaten- und Analyseplattform ermöglichen wir Unternehmen nicht nur den Zugriff auf die Daten, sondern liefern auch gleichzeitig Tools, um diese Daten zu verarbeiten und daraus wichtige Erkenntnisse zu gewinnen. Wir bieten Algorithmen für die Verarbeitung und Auswertung von Satelliten-, Drohnen-, Verkehrs-, Wetter- und IoT-Daten. UP42 senkt so die Zugangsschwelle für Unternehmen, die von Geodaten profitieren könnten.

Welche Vision steckt hinter UP42?

Unsere Vision ist es, den Zugang zu und die Nutzung von Geodaten zu vereinfachen. Bisher sind die Mengen an Informationen, die aus dem Weltraum über unseren Planeten gesammelt werden, für private Unternehmen nicht verfügbar. Mit UP42 bieten wir eine zentrale Plattform, um diese Daten für jedes Unternehmen einfach nutzbar zu machen, unabhängig der Branche oder dem Fachgebiet. Wir wollen damit vor allem auch Unternehmen helfen, die nicht unbedingt über die Expertise oder die Fachkräfte verfügen, diese Daten nutzen zu können. 

Ist die Nutzung von Geodaten einfach und unkompliziert, werden mehr Unternehmen damit experimentieren und so ihre Produkte und Services effizienter gestalten können. Zusätzlich hoffen wir natürlich, dass wir nach und nach Teile und Erkenntnisse aus Geodaten in neuen und innovativen Anwendungen wiederfinden werden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größte Herausforderung war es das Problem oder fehlende Angebot genau zu identifizieren und zu verstehen, warum bisherige Lösungen in diesem Bereich nicht funktioniert haben. Dazu gehörten viele Gespräche mit Experten und Branchenkennern. Wir haben dabei immer wieder verschiedene Ideen vorgestellt und so ein Gefühl dafür bekommen, welche Lösungen funktionieren könnten.

Wir sind eine Tochtergesellschaft von Airbus und sprechen nicht über die Details der Finanzierung.

Wer ist die Zielgruppe von UP42?

UP42 ist offen für eine Vielzahl von Unternehmen aus den Bereichen Einzelhandel, Infrastruktur, Immobilien, Forst- und Landwirtschaft, Versicherungen, Bauwesen, Öl und Gas, Finanzen und weitere. 

So profitiert beispielsweise die Landwirtschaft von Geodaten, indem sie den Chlorophyllgehalt in Pflanzen erfassen kann und Anwender so genau wissen, wie viel Dünger eingesetzt werden muss. Die Instandhaltung der Schieneninfrastruktur wird effizienter, indem Bäume entlang der Gleise vermessen und beobachtet werden. Anhand dieser Daten kann berechnet werden, welche Bäume ein hohes Risiko für den Zugverkehr darstellen.

Einige unserer Kunden sind ganz konkret im Bereich Geodaten tätig, die Mehrzahl ist es aber nicht. Unabhängig der Branche finden wir vor allem Kunden spannend, die an innovativen Produkten arbeiten und mithilfe von Geodaten neue Lösungen und Services auf den Markt bringen. 

Wie funktioniert UP42? Wo liegen die Vorteile?

UP42 bietet eine skalierbare und cloud-basierte Infrastruktur für die Auswertung von Geodaten – das ist die Basis unserer Plattform. Wir wenden uns an Unternehmen, die Geodaten bereitstellen, und integrieren den Zugang zu diesen Daten in unsere Plattform. Das Gleiche tun wir mit Unternehmen, die Algorithmen zur Verarbeitung von Daten anbieten. Bei der Integration liegt der Fokus darauf, die Komponenten als einzelne Module auf der Plattform darzustellen.

Kunden können anschließend eine Reihe von Datenquellen und Algorithmen zu einem Workflow zusammenfügen. Dadurch können sie genau die relevante Region der Erde sehen und die gewünschten Erkenntnisse darüber gewinnen. Mit diesem modularen Aufbau der Plattform hoffen wir, viele neue Kunden für die Nutzung von Geodaten zu gewinnen. 

Für unsere Partner, die uns Daten und Algorithmen zur Verfügung stellen, bieten wir einen neuen und sehr großen Vertriebskanal, denn sie können nun Kunden erreichen, die vorher keinen Zugriff auf Geodaten hatten.

Mit UP42 bereichern wir das Big Data Ökosystem, indem wir den Zugriff auf Geodaten und Algorithmen standardisieren und skalierbar machen. Dabei werden sowohl Daten als auch Algorithmen jeweils einmal integriert und können anschließend von unseren Kunden immer wieder verwendet werden. Das hat natürlich immense Vorteile gegenüber einer wiederholten Integration einer einzigen Quelle bei jeder neuen Nutzung.

Wie ist das Feedback?

Bei der Entwicklung unserer Plattform haben wir eng mit Co-Creation-Partnern zusammengearbeitet, die die Plattform bereits genutzt haben und verschiedene Algorithmen hochgeladen haben. Diese Algorithmen können nun auch von anderen Nutzern zur Auswertung von Daten eingesetzt werden. Ray Richardson, CTO von Simularity, einer unserer Co-Creation-Partner, gab uns das Feedback: „Dies ist die Plattform, nach der ich gesucht habe, seit ich in dieser Branche arbeite“ – das ist natürlich Musik in unseren Ohren.

Von der Ideenfindung bis zur Markteinführung haben wir mit verschiedenen Unternehmen gesprochen, um ihre Bedürfnisse genau zu verstehen. Gleichzeitig haben wir an einer Lösung gearbeitet und diese direkt bei den Kunden getestet. Schon vor dem offiziellen Launch konnten wir so eine Reihe von Unternehmen von unserer Idee begeistern, die sich auf unserer Warteliste registriert haben. Das ist natürlich ein tolles Feedback, bereits vor der Markteinführung eine große Nachfrage für unsere Plattform zu haben.

UP42, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir wollen die Nutzung von Geodaten überall sehen. Ein Beispiel dafür ist Google Maps. Google Maps hat die Nutzung von Standortdaten vereinfacht und so viele Unternehmen dazu bewegt ihre Produkte mithilfe dieser Daten zu verbessern. Digitale Karten sind jetzt überall im Einsatz. Wir wollen das Gleiche mit dem Einsatz von Geodaten erreichen und möchten als treibende Kraft dafür sorgen, dass Produkte mithilfe von Geodaten langfristig noch besser werden. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Gut zuhören! 

Sprecht mit so vielen potenziellen Kunden wie möglich und hört genau zu, welche Probleme und Schwierigkeiten sie haben. Übertragt nicht eure Vorstellung des Problems oder eure eigenen Pain Points auf die Kunden. Seid offen und hört genau zu.

Das Problem immer im Blick haben! 

Verliert diese Pain Points niemals aus den Augen und seid bei der Lösung so klar und konkret wie möglich. Dies könnt ihr nur sein, wenn ihr vorher gut zugehört habt.

Schnell sein und ausprobieren! 

Seid mit eurer Lösung so schnell wie möglich, damit ihr diese schnell ausprobieren könnt. Verschwendet nicht ein Jahr damit, eine Lösung zu entwickeln, nur um dann festzustellen, dass sie nicht wirklich das Problem löst, was sie lösen soll. Auf dem Weg zum perfekten Produkt gibt es immer wieder Teilschritte, die helfen das finale Produkt zu testen und zu validieren. Benutzt diese Teilschritte und Abkürzungen und unterschätzt niemals die Kraft des Papier-Prototyping.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Eli Tamanaha für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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