Wir glauben fest daran, dass Stärke durch ein gutes Team entsteht

unu: smarter Elektroroller mit portablen Batterien

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen unu doch kurz unseren Lesern vor!
Elias Atahi: unu wurde als die Idee geboren, Menschen zu ermöglichen das volle Potential ihrer Stadt auszunutzen. Dafür haben wir uns verschrieben, die beste Mobilitätslösung für die Stadt zu kreieren.
Unser erstes Produkt ist ein smarter Elektroroller mit portablen Batterien, der durch unser Geschäftsmodell auch tatsächlich für jeden bezahlbar ist.

Wie ist die Idee zu unu entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Pascal Blum: Die Idee zu unu kam uns, als Elias und ich unabhängig voneinander in Peking, Singapur und Peking studiert haben. Dort waren wir zunächst von der Größe der Städte überwältigt und haben dann schnell gemerkt, dass sich zum Erobern dieser Metropolen Elektroroller am besten eignen. Häufig gab es dort besonders zur Rush-hour Probleme mit den öffentlichen Verkehrslösungen, sodass wir mit dem Roller immer on time unterwegs waren und einfach insgesamt viel mehr erleben konnten. Durch diese Erfahrungen ist uns dann irgendwie klar geworden, dass wir auch in westlichen Großstädten in unserer Mobilität und dem Zugang zu den Möglichkeiten von Großstädten eingeschränkt sind. Urbane Mobilität sollte unkompliziert, schnell und günstig sein, ist es heute aber trotz all des technischen Fortschrittes nicht. Aus der Wahrnehmung dieser Lücke ist dann unsere Gründungsidee entstanden, Mobilität auch stärker zu demokratisieren und mit einem ästhetischen und qualitativ hochwertigen Produkt wie unu mehr Menschen zugänglich zu machen. Wir haben uns auf Basis unserer Erfahrungen in Großstädten der Idee verschrieben, dass alle Menschen die Chance haben sollten, das volle Potential ihrer Städte flexibel auskosten zu können.

Elias Atahi: Mit dieser Idee im Kopf hat dann nach den ersten verrückten Monaten unsere Gründung begonnen, in dem wir ein Beta-Produkt produziert haben. Kurz danach haben wir dann das Glück gehabt auf Mathieu zu treffen, mit dessen Hilfe wir unseren unu Scooter innerhalb kürzester Zeit zur Serienreife und Produktionsfähigkeit entwickelt haben. Und jetzt sitzen wir mit einem Team von ca. 50 Leuten in Berlin und arbeiten täglich an unserer Vision, Menschen mit ihrer Stadt zu verbinden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Elias Atahi: Auch wenn wir die Dinge bei unu unkonventionell und frisch angehen war die größte Herausforderung bis jetzt der organisatorische Aufbau einer Automotive Firma. Das hatten wir mit unserem Gründungs-Optimismus vielleicht zu Beginn doch etwas unterschätzt. Wir sind stolz darauf, wie konsequent wir Themen wie den Aufbau einer starken Unternehmenskultur angegangen sind, allerdings würden wir heute wahrscheinlich viele Dinge im Hinblick auf die Organisationsstruktur, Hierarchie, Zielsetzung und -tracking, besonders an den Schnittstellen von Strategie und Operations, anders angehen.

Mathieu Caudal: Auf der anderen Seite sind wir gleichzeitig sehr dankbar, dass wir so organisch wachsen konnten, wie es bisher geschehen ist. Wir erleben tagtäglich, dass es bis jetzt keine Herausforderung gibt, die in einem so internationalen Team wie unseren nicht irgendwie gelöst werden können. Wenn man, wie in unserem Startup, nicht die Möglichkeiten hat, auf langjährige Erfahrungen oder riesige finanzielle Rücklagen zurückgreifen, ist man gezwungen Probleme durch Kreativität zu bewältigen. Bei uns ist somit das Team und der unu Spirit das wichtigste Asset und wir hatten Glück, dass wir immer die richtigen Leute zur richtigen Zeit gefunden haben, die es uns ermöglicht haben, über uns hinauszuwachsen. Unsere aktuellen Herausforderungen sind die Expansion in neue Märkte, wie den Niederlanden, wo wir gerade gelauncht haben und Frankreich, das wir 2017 neu erschließen werden. Wir freuen uns alle schon riesig darauf mit den ersten unus durch Amsterdam und Paris zu düsen.

Elias Atahi: Die unu UG (heute GmbH) wurde damals von unseren Ersparnissen aus Studienzeiten gegründet, womit wir tatsächlich nur die Gründung finanzieren konnten. Wir hatten das Glück, mit Michael Hoeck schnell einen Business Angel zu finden, der an unsere Vision und das Potential von unu geglaubt und das Startkapital für die Vorserienentwicklung bereitgestellt hat. Dadurch, dass wir dank meiner Münchner Wohnung und dem LMU Entrepreneurship Center keine Mieten und dank der EU-Förderung durch Climate-KIC auch keine Gehälter zahlen mussten, konnten wir daher am Anfang das Geld tatsächlich nur zum Erreichen unserer ersten Meilensteine ausgeben und somit kontrolliert aber hart am Wind segeln. Diese Phase ist nun natürlich vorbei und wir befinden uns gerade in der dritten Finanzierungsrunde, die fast abgeschlossen ist.

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Pascal Blum: Unsere Mission ist es, langfristig perfekte urbane Mobilitätslösungen zu kreieren, die schnell, simpel, günstig, ästhetisch, sicher, sauber und immer und überall verfügbar ist.
Zur Gründung sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir zum aktuellen Stand der Technik mit einem elektrisch angetriebenen Elektroroller als erstem Schritt unserem Ziel am nächsten kommen. Auf Basis dieser Idee hat sich unu unfassbar schnell entwickelt, weil es zur Zeit eine große Nachfrage nach nachhaltigen Mobilitätslösungen gibt. Wir wachsen gerade stark und sind gespannt auf die Herausforderungen, die in Zukunft auf uns warten.

Wer ist die Zielgruppe von unu?
Mathieu Caudal: Den “Einen” unu Kunden gibt es nicht, denn unser Produkt erleichtert das Leben von allen Menschen, die es nutzen. Wer Zeit sparen, nie wieder einen Parkplatz suchen und nachhaltig seine Stadt erobern möchte, bekommt von uns ein optimales Mobilitätsangebot. Dabei ist unser Geschäftsmodell immer sehr Konsumenten fokussiert und alles konzentriert sich auf die Erlebnisse, die Nutzer und Stadt verbinden. Bei unserem Produkt ist es interessant, dass für einen substantiellen Anteil unserer Kunden eine Probefahrt kaufentscheidend ist. Deswegen bieten wir in allen größeren Städten mit unseren unu Pionieren Probefahrten vor Ort an. Diese kann man einfach und unverbindlich mit 2 Klicks auf unserer Website buchen, woraufhin man von einem der lokalen Pioniere für einen Treffpunkt kontaktiert wird. Es klingt unglaublich, aber jeder dritte unu-Probefahrer kauft sich am Ende seinen eigenen unu! Wir merken auch, dass mit rasant wachsender Nutzerschaft ein immer größerer Teil eine Testfahrt mit den unus von Freunden und Bekannten gemacht wird und die unu Familie so immer weiter wächst.

Was ist das Besondere an dem Roller von unu?
Pascal Blum: Von anderen Elektrorollern im Segment differenzieren wir uns ganz klar in 3 Punkten: Pricing, User Experience und Appeal: Wir wollten unu zu einem bezahlbaren Preis anbieten, ohne Kompromisse bei der Qualität zu machen – im Gegenteil, wir arbeiten für unseren Akku z.B. mit Zulieferern wie LG, die auch Tesla beliefern. Wir haben uns ganz bewusst traditionelle Automobil-Geschäftsmodell angeschaut, um so ein innovativeres Businessmodell zu entwickeln. Da wir Zwischenhändler und unnötige mehrfache Lieferwege eliminieren, schicken wir dem Nutzer seinen im Internet konfigurierten unu direkt von der Fabrik nach Hause und landen bei einem Preis von 1.699€ anstatt 3.000€+.

Elias Atahi:
1. Wir fokussieren uns in allen Aspekten des Produktdesigns auf Simplizität, um unser Produkt und damit Stadtmobilität jedem Menschen nahbar zu machen. Das äußert sich neben der extrem einfachen Fahrbarkeit zum Beispiel auch in unserem Akku-Konzept: Der portable Akku kann super einfach aus dem unu genommen und an jeder normalen Steckdose wie ein Laptop geladen werden. Das Resultat unserer Fokussierung auf User Experience und Zugänglichkeit spiegelt sich in unserer Nutzerschaft wider: 80% aller unu Fahrer haben vorher noch nie einen Roller besessen.
2. Wir legen als Unternehmen viel Wert auf Ästhetik. Das fängt natürlich beim Produkt an, das jetzt schon nach 2 Jahren Kultstatus hat, aber zieht sich durch unseren gesamten Markenauftritt.
3. Wir liegen durch unser Geschäftsmodell preislich auf dem Niveau von vergleichbaren Benzinfahrzeugen und sind damit das erste tatsächlich bezahlbare Elektrofahrzeug.

unu, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Elias Atahi: Es ist wahnsinnig spannend, wie die 3 Makrotrends Elektromobilität, Mobility-as-a-Service und Autonomes Fahren in den kommenden Jahren Produkte hervorbringen werden, die grundlegend neu definieren werden, wie wir in unseren Städten mobil sind.
Wir schauen uns, nun da wir Elektromobilität für jeden Nutzer zugänglich gemacht haben, als nächstes Mobility-as-a-Service Lösungen an, da wir hier das Potential sehen, Mobilität in der Stadt weiter zu demokratisieren, indem wir sie günstiger machen.
Weiterhin werden wir natürlich unseren sehr erfolgreichen unu Scooter durch geographische Expansion mehr Menschen in mehr Städten zugänglich machen. In 5 Jahren wird unu in Städten wie Berlin, Sidney, Paris, San Francisco oder Amsterdam aktiv sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Mathieu Caudal: Bei uns steht der Kunde und Nutzer immer im Fokus. Schnell auf deren Wünsche und Bedürfnisse einzugehen und viele Gespräche zum Produkt zu führen ist deshalb sehr wichtig für uns. Durch unser Pionier-System haben wir außerdem einen direkten Draht zu unserer unu Familie, was unsere Produktentwicklung viel einfacher und direkter macht.
Elias Atahi: Wir waren in den richtigen Momenten naiv genug, um uns nicht von Problemen irritieren zu lassen und hatten immer vollstes Vertrauen in unser Produkt. Diese Mischung aus Optimismus, unermüdlichem Antrieb, durchgearbeiteten Nächten und einer Prise Übermut war auf jeden Fall das richtige Rezept.
Pascal Blum: Sich immer wieder die Frage zur Relevanz des eigenen Produktes zu stellen, würden wir wahrscheinlich jedem Gründer raten. Wir sind Teil eines sich unfassbar schnell entwickelnden Marktes in dem wir von Anfang an fest an E-Mobilität geglaubt haben, während andere dies noch für ein Randthema gesehen haben. Wenn man es dann noch schafft ein Team wie unseres aufzubauen, kann man eigentlich mit allen Herausforderungen umgehen. Wir glauben fest daran, dass Stärke durch ein gutes Team entsteht und dass man auch als “David” in einem Markt voller Goliaths, wie es die großen Automobilfirmen sind, erfolgreich sein kann. Wir haben uns nie verbogen, waren uns immer sicher wer wir sind und wo wir hin wollen und trotzdem haben wir dabei gelernt, dass gerade bei unserem Produkt der Weg auch irgendwie wirklich immer das Ziel ist.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Elias Atahi, Pascal Blum und Mathieu Caudal für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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