Unternehmenskultur als Erfolgsfaktor

Das Geheimnis hinter einem erfolgreichen Tech-Start-up

Im Leben eines Tech-Start-ups gibt es keinen Alltag: Aufgrund schnellen Wachstums und fortlaufender technologischer Neuerungen muss man sich ständig anpassen und immer wieder verändern. Um agil für langfristigen Erfolg zu bleiben, ist es entscheidend, Team und Tech-Communities einzubeziehen. Das zentrale Bindeglied ist eine transparente Unternehmenskultur, die gemeinsame Überzeugungen, Werte und Handlungsweisen nach innen und außen transportiert.

Hier sind vier Gründe, warum Transparenz die wichtigste Säule der Unternehmenskultur sein sollte:

1. Die Vision ist alles

Heutige Verbraucher, insbesondere die Millennial-Generation, wollen nicht einfach nur von Unternehmen kaufen – sie wollen an sie glauben. Deswegen verfolgen die Unternehmen, mit denen Menschen interagieren wollen, von denen sie kaufen und die sie bewundern, in der Regel eine Vision. Wenn Sie ein Start-up gegründet haben, dann wahrscheinlich, um ein bestimmtes Problem zu lösen. Was wollten Sie verbessern? Wie kann Ihr Unternehmen Ihre Stadt, Ihr Land oder die Welt verändern? Das ist Ihre Vision! Und das ist die Geschichte, die Sie so klar und transparent wie möglich in Ihren Marketing-Materialien, auf der Website oder auch in Gesprächen mit Bewerbern auf den Punkt bringen sollten. Machen Sie Ihre Vision von Beginn an zu Ihrem Top-Argument!

2. „Helfen“ ist das neue „Verkaufen“

Von Natur aus ist es für Start-ups nicht leicht, neue Kunden, talentierte Mitarbeiter und Aufmerksamkeit zu gewinnen. Schließlich sind sie noch dabei, Marke und Community aufzubauen. Doch das ist umso schwieriger, wenn man sich auf das Verkaufen anstatt auf das Helfen konzentriert. Verbraucher wollen nicht mehr von Unternehmen kaufen, die sie mit störenden Pop-ups und Werbeanrufen nerven. Basierend auf dieser Veränderung wurde von HubSpot die Inbound-Methodik für Marketing und Sales entwickelt. Dabei werden Verbraucher durch nützliche, interessante Inhalte quasi von selbst auf Marken aufmerksam, die ihnen Hilfe anbieten. Wenn man sich darauf fokussiert, seine Zielgruppe zu unterstützen, dann findet sie einen wie von selbst und baut mit der Zeit eine Beziehung zur Marke auf.

Nehmen Sie daher Ihre aktuelle Kundenkommunikation unter die Lupe. Nehmen Sie die Perspektive Ihrer Zielgruppe ein und fragen Sie sich: „Gibt es irgendetwas, dass ich gerne wissen würde, aber nicht selbst online recherchieren kann?“ Vielleicht finden Sie heraus, dass Ihr Preismodell unklar ist oder neue Kundenkontakte mehr Informationen zu Ihren nächsten Schritten bräuchten. Das gilt übrigens auch für Ihren Bewerbungsprozess. Fragen Sie sich, welche Informationen Bewerber gerne von Ihnen hätten. Möchten sie mehr über Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten erfahren? Sind die Informationen zu Ihren Zusatzleistungen zugänglich und verständlich? Seien Sie so hilfreich und transparent wie es nur geht – Ihre Zielgruppe wird es Ihnen danken.

3. Reden ist Silber, Zuhören ist Gold

Machen Sie also zunächst den Perspektivenwechsel. Und als nächstes: Setzen Sie auf offene Kommunikation! Viele Unternehmen scheitern, weil sie sich nicht kontinuierlich mit ihren Kunden, ihren Mitarbeitern und ihrer Community austauschen. Dabei sollten sie Feedback ernst nehmen und so die Transparenz leben. Es ist viel authentischer, wenn Sie etwa auf eine Beschwerde via Twitter mit wirklicher Hilfe reagieren, statt mit einem automatisierten Standard-Tweet. Das zeigt, dass Ihr Start-up ansprechbar und bereit für einen Dialog ist. Außerdem ist jedes Feedback wahres Gold wert: Es zeigt ihnen, wo Sie nachbessern müssen – am Produkt, am Service oder bei Ihrem Leistungsversprechen. Sie erkennen deutlicher, für welche Kunden ihr Produkt ideal ist und können auch Ihre Marketing-Strategie verfeinern. Hören Sie also aufmerksam zu und lernen Sie!

4. Das Team ist das größte Kapital

Das gilt auch für Ihre Mitarbeiter. Das Team kennt das Unternehmen so gut wie kein anderer und weiß, wo der Schuh drückt, deswegen muss man ihm Gehör verschaffen und Veränderungen anstoßen lassen. Sammeln Sie also kontinuierlich Feedback, wie Sie Ihr Start-up noch weiter verbessern können. Bei HubSpot führen wir zum Beispiel viermal im Jahr eine Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit durch. Der Clou dabei ist, dass wir den Prozess komplett transparent machen. Unsere Geschäftsführung liest alle Antworten und teilt die Analyse sowie die daraus folgenden Maßnahmen mit der gesamten Belegschaft. Der Vorteil ist, dass man nicht nur Mitarbeiter in Prozesse einbezieht und motiviert, sondern mit der transparenten Unternehmenskultur auch die besten Leute für sich begeistern kann. Denn die meisten klugen, talentierten Menschen wollen sich aktiv einbringen und etwas bewirken.

Wenn Sie eine Kultur schaffen, in der Mitarbeiter selbstständig arbeiten, Entscheidungen treffen und Verantwortung für den Geschäftserfolg übernehmen, bietet Sie den besten Rahmen. Seien Sie also so transparent, dass Ihr Team über alle Informationen verfügt, die es benötigt. Dann arbeiten Mitarbeiter schneller und unabhängiger und wissen, wie wichtig sie für den Unternehmenserfolg sind. Eine transparente Kultur ermöglicht es, Ihr Team zu beflügeln.

In der Tech-Welt gibt es reichlich gute Ideen und begabte Menschen. Aber der Kampf um die besten Talente ist groß, und neu gegründete Firmen haben selten die Möglichkeit, mit Vergütung oder Zusatzleistungen zu punkten. Wie können sich nun Start-ups, Gründer oder Unternehmer von anderen abheben? Die Antwort ist eine transparente Unternehmenskultur. Mit Offenheit vom Marketing über den Vertrieb bis hin zum Bewerbungsprozess legen Sie die Grundlage für rasches Wachstum.

Bild: Die Unternehmenskultur ist beim Wettbewerb um talentierte Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg.

Christian Kinnear

Christian Kinnear hat seine Karriere bei HubSpot im September 2015 als Director of Sales EMEA gestartet und verantwortet inzwischen als Managing Director EMEA die Unternehmensstrategie und die wachsenden Geschäftstätigkeiten von HubSpot in EMEA. Mit dieser Funktion knüpft Christian Kinnear an erfolgreiche Stationen bei Google und Oracle an, bei denen er bereits den Fokus auf EMEA gerichtet hatte.

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