Mit heißem Herzen und kühlem Kopf: Unternehmensgründung nach dem Studium

Nach dem Studium direkt zur Firmengründung? Das gelingt, auch wenn die Arbeitswelt einen anderen Trend zeigt: Die meisten Hochschulabsolventen ziehen es vor, zunächst in ein Arbeitsverhältnis einzutreten. Der Wunsch nach einer eigenen Firma erwacht dann bei einigen von ihnen nach etwa sechs bis acht Jahren. Es gibt aber genügend Beispiele dafür, dass auch mit dem frischen Hochschulabschluss im Gepäck die Unternehmensgründung gelingt. Entscheidend dafür sind neben einer tragfähigen Geschäftsidee auch Knowhow aus Betriebswirtschaft und Marketing sowie eine gute Positionierung am Markt: Die Zeit und die Welt müssen bereit sein für das, was der Jung-Unternehmer anbietet. Weitere tragende Säulen sind Businessplan und Finanzierung, dabei geht der Blick auch auf staatliche Fördermöglichkeiten, Transferzentren zwischen Hochschule und Markt, Geldgeber aus Stiftungen oder Crowd-Funding. Eine gute Grundlage für alles, was der frischgebackene Akademiker und kommende Unternehmer benötigt, findet sich im Haufe Shop.

Gründungskosten und Kapitalbedarf: der Businessplan

Der Rentabilitätsplan steht ganz am Anfang der Finanzplanung. Er beantwortet die Frage: Lohnt sich das Vorhaben überhaupt? Neben einer tragfähigen Geschäftsidee und Instinkt für den freien Markt benötigt der junge Unternehmer dann zunächst einmal den Businessplan. Er ist wichtig vor allem für die Bank, über die der Kredit für die Unternehmensgründung läuft. Gründungskosten und Investitionen werden darin aufgeführt, zum Beispiel für die EDV-Ausstattung oder einen Maschinenpark.

Zweiter Punkt sind die laufenden Kosten nach der Unternehmensgründung. Das betrifft unter anderem das eigene Gehalt oder auch das möglicher Mitarbeiter einschließlich der Sozialabgaben, Miete und Versicherungen: Eine Betriebshaftpflicht zum Beispiel ist unverzichtbar. Ist dieser Kapitalbedarf ermittelt, entsteht daraus der Finanzplan. Neben den oben genannten Faktoren fließen dort weitere ein. Das ist unter anderem die Gewinn- und Verlustrechnung, sie beantwortet vor allem die Frage: Ab wann rechnet das junge Unternehmen mit Gewinnen? Der Finanzplan sollte nicht zu eng geschnitten sein sondern eher einen Puffer besitzen. Andernfalls nämlich treten Liquiditätsengpässe auf, die manchmal schnell zum Ende der Firmengründung führen. Vorausblickend darauf gibt es daher auch einen Liquiditätsplan.



Business Angels und Banken: die Kreditgeber

Wer Eigenkapital einbringt – in diesen jungen Jahren könnte es aus Erbschaften stammen – hat weniger Zinsbelastung bei der Unternehmensgründung. Für die Aufnahme des Fremdkapitals gibt es neben dem klassischen Bankkredit noch viele andere Möglichkeiten. Das sind zum Beispiel staatliche Zuschüsse für bestimmte Branchen, die von Bund und Ländern kommen unter anderem über die KfW-Bank. Es gibt sie sogar auf der Ebene von Städten oder Landkreisen, dann häufig über die Zusammenarbeit mit Technologie-Transferzentren. Sie betreuen den Hochschulabsolventen, der seine Abschlussarbeit zu einem marktfähigen Produkt entwickelt. Business Angels bilden eine andere Möglichkeit: Es sind in der Regel wohlhabende Menschen, die junge Gründer fördern. Sie bringen mit dem Geld Knowhow und Kontakte für den Existenzgründer mit. Crowd-Funding ist ein anderer Weg: Viele Menschen zahlen nur einen jeweils geringen Beitrag ein und werden später besonders gut betreute VIP-Kunden oder bekommen Unternehmensanteile.



Unternehmertum ist studierbar

Wer schon bei der Hochschulreife weiß, dass er nach dem Universitätsabschluss eine Firma gründet, studiert am besten Unternehmertum. In Deutschland ist das zum Beispiel in Karlsruhe, Eberswalde und Berlin möglich.

Autor: Maik Probst

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

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