So früh wie möglich verkaufen

Uniki: Private Cloud Komplettlösung schützt Ihre Daten in der Cloud

Stellen Sie sich und das Startup Uniki doch kurz unseren Lesern vor!
Ich bin Matthias Bollwein und habe zusammen mit Roman Leuprecht die Uniki GmbH gegründet. Wir sind seit Mai 2017 mit einer privaten Cloud-Komplettlösung, also einem für jedermann bedienbaren Server mit App-Store, auf dem Markt. Damit möchten wir absolute Datenhoheit in Zeiten von Big Data, Internet of Things, Smart Home & Co. schaffen. Der Nutzer soll von den Möglichkeiten der Cloud profitieren und gleichzeitig seine Privatsphäre sicherstellen können.

Wie ist die Idee zu Uniki entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Während meinem Masterstudium der Finanz- und Versicherungsmathematik brachte ich mir das Programmieren bei und war anschließend als IT-Berater tätig. Zu Hause hatte ich für mich einen eigenen Server eingerichtet, um meine Privatsphäre zu schützen. Als das Thema Datenschutz mit der NSA-Affäre hochgekocht ist, haben wir in einem Freundeskreis beschlossen, Server zu bauen und zu verkaufen. Der große Anklang hat uns dann doch überrascht. Schnell kamen gewonnene Wettbewerbe, dann ein Exist-Stipendium, ein Geschäftsmodell und schließlich ein Unternehmen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die technischen Anforderungen waren enorm hoch. Wir wollten ein System, das wirklich jeder Mensch bedienen kann, aber ohne Kompromisse bei Sicherheit und Privatsphäre. Beides hatte bis dato noch keiner unter einen Hut zu bekommen. Wir wollten zeigen, dass es möglich ist.
Daneben hatten wir auch innerhalb des Teams zu kämpfen. Wir waren eigentlich ein Team aus sechs Freunden. Ein paar sind ausgestiegen, da sie Studium und Startup nicht unter einen Hut bekommen haben. Andere haben sich mit dem wachsenden Erfolg immer mehr auf Profit und Ruhm versteift. Dabei haben sie die gemeinsamen Werte aus den Augen verloren. Roman und mir ging es jedoch immer und die Sache. Wir haben uns dann getrennt, da wir mit so unterschiedlichen Vorstellungen keinen gemeinsamen Erfolg gesehen haben.

Finanziert haben wir uns zu Beginn über das Exist-Stipendium. Auch der Techfounders Accelerator und das LMU Lab haben uns voran gebracht. Seit August 2016 haben wir Business Angel Matthias Jungmann an Bord, der uns sowohl finanziell als auch als aktives Teammitglied unterstützt.

Wer ist die Zielgruppe von Uniki?
Wir fokussieren uns auf Selbstständige, Startups sowie kleine und mittlere Unternehmen. Diese Zielgruppe kann sich meist keinen professionellen IT-Dienstleister leisten und setzt noch häufig auf kostenlose Cloud-Dienste wie Google Drive, Dropbox und Co. Damit riskieren sie ihre Privatsphäre und Datenhoheit. Außerdem lassen sie sich in geschlossenen Systemen einsperren, wodurch sie später große Probleme bekommen. Das wollen wir ändern.

Wie funktioniert Uniki?
Uniki besteht aus der privaten Cloud-Box „uSpace“ und dem Betriebssystem „UnikiOS“. Nach dem Prinzip „Plug&Play“ ist die Cloud-Box so konzipiert, dass sie nur in die Steckdose und an einen LAN-Anschluss des Routers eingesteckt werden muss. Anschließend bezieht uSpace ein persönliches HTTPS-Zertifikat zur Verschlüsselung der Verbindung. Das Betriebssystem kümmert sich automatisch um die Einrichtung des Internetzugangs, Sicherheits-Konfiguration und Benutzerverzeichnisse. Auf der Uniki-Homepage erstellt der Nutzer eine private Domain, unter der die Box erreichbar ist. Nach der Aktivierung der Adresse können die Benutzer-Accounts angelegt werden.

Das Betriebssystem UnikiOS wird mit jeder Cloud-Box mitgeliefert und kümmert sich um alles, wofür der Mittelstand einen IT-Experten beauftragen muss: Einrichtung, Verschlüsselung und Datenschutz sowie Erweiterung der Programme. Denn wer neben den vorinstallierten Anwendungen für Datei-, Kontakt- und Kalendersynchronisation seine komplette Infrastruktur über ein System laufen lassen möchte, ist bei Uniki an der richtigen Adresse. Der eigene App-Store ermöglicht es, E-Commerce-Lösungen wie Magento zu installieren, ERP- und CRM-Systeme sowie Website-Baukästen zu ergänzen, Jira für die Zusammenarbeit im Team einzurichten und vieles mehr.

Welche Vorteile bietet Uniki?
Der Vorteil von Uniki ist ganz klar die einfache Bedienbarkeit. Statt sich eine komplizierte Serverstruktur von einem IT-Experten anlegen zu lassen, stecken unsere Nutzer den „uSpace“ einfach ein und los geht’s mit der sicheren Datenverwaltung.

Wo liegt Ihr USP?
Uniki grenzt sich vor allem in zwei Punkten zu anderen Cloud-Diensten ab: Das System macht keine Kompromisse zwischen Einfachheit, Sicherheit und Privatsphäre. Diese Parameter greifen bei Uniki wie Zahnräder ineinander. Mit unserem App-Store bieten wir Unternehmen die Möglichkeit, ihre ganz individuelle Infrastruktur zu schaffen.

Uniki, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir möchten uSpace noch eigenständiger machen und testen dafür gerade Technologien auf Blockchain-Basis. Damit soll ein dezentrales Netz aus privaten Servern entstehen, das die Flexibilität und Ausfallsicherheit großer Rechenzentren mit der 100%-igen Privatsphäre kombiniert, die bisher nur uSpace als Server vor Ort garantieren kann.

Wir möchten damit die Digitalisierung in kleinen Unternehmen vorantreiben, die bisher hinterherhinken, weil sie oft nicht die Mittel haben, ihre Daten in der Cloud ausreichend zu schützen.

Unsere Vision ist es, in fünf Jahren jedem Unternehmen und jeder Privatperson ein Begriff zu sein, wenn es um Datenhoheit und einfache Bedienbarkeit geht. Denn nach der Digitalisierung der kleinen Unternehmen zieht die private Cloud mit Smart Home und Co. auch in die Haushalte ein. In ein paar Jahren soll in über der Hälfte der Büros und Wohnzimmer eine silberne Box stehen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Der Tipp „so früh wie möglich verkaufen“ ist ja nicht mehr neu, aber die meisten Startups ignorieren ihn immer noch. Kein Wunder, denn verkaufen ist schwer. Selbst, wenn man das coolste Produkt der Welt hat, müssen die Leute erst einmal darauf aufmerksam werden. Wir haben zum Glück schon früh in mehreren Pilotphasen verkauft und Feedback eingeholt, aber Aufwand und Kosten der Kundenakquise sollten nicht unterschätzt werden.

Der zweite Tipp: Auch wenn man in der „Startup-Blase“ auf vielen Pitch-Events, Inkubatoren, Acceleratoren & Co. unterwegs ist, sollte man immer auf dem Boden bleiben. In der Startup-Welt wird viel geredet, das meiste ist aber Schall und Rauch. Startups, die noch nicht einmal ein fertiges Produkt oder Kunden haben, träumen von Ruhm und Millioneninvestments. Wenn die Förderung dann ausläuft, überleben aber die wenigsten in der harten Business-Realität. Man wird jeden Tag mit unerwarteten Dingen konfrontiert: Extremer Lernwille und Durchhaltevermögen sind unentbehrliche Voraussetzungen.

Der dritte Tipp: Von Anfang an gut organisiert sein. Das heißt einerseits, alles schriftlich in Verträge gießen, auch wenn es manchmal unangenehm ist. Und andererseits auf die richtigen Tools für Dokumentenmanagement, Kollaboration, Website, Shop, CRM und Buchhaltung zu setzen.
Wir haben einen ausführlichen Startup-Guide mit den wichtigsten Schritten, noch mehr Tipps und den besten kostenlosen Tools geschrieben, den man sich auf unserer Homepage herunterladen (oder einfach bei uns anfragen) kann.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Matthias Bollwein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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