In einer frühen Phase an die Öffentlichkeit gehen, um Rückmeldung zur Idee zu bekommen

UNDER-COVER: Regenschutz für das Fahrrad-eine Kombination aus Schirm und Cape

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen under-cover doch kurz vor!
Thomas Schmidt, ausgebildeter Physiker, „Erfinder“ und seit Jahren immer wieder auf der Suche nach technologischen Problemlösungen „that make a difference“ …

Wie ist die Idee zum Regenschutz entstanden?
Als Alltagsradfahrer war ich immer wieder mit dem Problem des Regenschutzes konfrontiert. Der lästige Tanz mit Regenhose. „Soll ich nicht doch ein T-Shirt zum Wechseln einpacken“, denn durchgeschwitzt ist man meist auch nach kurzen Strecken. Oder die beinahe Unfälle wenn sich das Cape mit dem Lenker verheddert und wohin damit, wenn man halbwegs trocken angekommen ist? Kurz: Regen und Radfahren, da gibt es keine richtig befriedigende Lösung. Das war die Ausgangssituation, die mich zum Nachdenken über eine Alternative anregte.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die erste große Herausforderung war der Bau von Prototypen. Die naive Idee von europäischen Firmen kurzfristig Standardteile und Stoff für den Prototypenbau zu bekommen, stelle sich als großer Irrtum heraus. D.h. der Aufbau von ersten Mustern erfolgte durch mühsames Modifizieren von fertigen Regenschirmen und dem eigenen Anfertigen entsprechender Komponenten.
Realisierte technologische Lösungen bei Prototypen sind das eine. Die Serienproduktion zu vernünftigen Kosten ist aber etwas ganz anderes. Wenn der Endverbraucherpreis für ein solches Produkt in einer vernünftigen Größenordnung liegen soll, ist heutzutage eine Produktion in Asien unabdingbar, leider! Die Suche nach entsprechenden Partnern und die damit zusammenhängende Kommunikation war eine langer und mühsamer Prozess. Mittlerweile haben wir einen chinesischen Hersteller für die Serienfertigung gefunden und die erste Kleinserie ist geliefert.
Die bisherige Finanzierung erfolgte aus Eigenmitteln.

Wer ist die Zielgruppe von under-cover ?
Das Fahrrad stellt für die tägliche Fortbewegung bei mittleren Distanzen eine echte Alternative zu Auto, Bus oder Bahn dar. Im Jahr 2014 benutzten mehr als 4 Millionen Erwerbstätige das Fahrrad für den Weg zur Arbeit. Mit der zunehmenden Verbreitung von E-Bikes wird sich diese Zahl in Zukunft sicher noch erhöhen.

Wie funktioniert der Regenschutz?
Was macht denn der laufende Mensch bei Regen? Richtig, er benutzt in der Regel einen Schirm, ein transportables Dach, das sich kompakt zusammenfalten lässt, bewährt schon seit mehr als tausend Jahren. Und einige Wagemutige benutzen den Schirm sogar beim Radfahren: den Schirm in einer Hand, weit über dem Kopf. So wird es ein riskanter Balanceakt, der keinen wirklichen Schutz gegen den meist schräg von vorne kommenden Regen bietet. Aber wie wäre es mit einem Schirmdach, das vor dem Körper aufgespannt wird und bis nach hinten über die Schultern reicht, befestigt am Fahrradrahmen? Und gucken muss man ja auch noch können, transparent müsste er sein der Schirm. Wobei von Wasser benetztes Kunststoffmaterial keine wirklich gute Durchsicht bietet, ein Scheibenwischer müsste her … Die Lösung: Der Schirm erhält eine Aussparung, durch die der Kopf gesteckt wird. Freie Rundumsicht ist gegeben. Eine angenähte, gut dimensionierte Kapuze und fertig, fast. Noch ein paar Konstruktionsdetails: Eine Halterung, die an die gängigen Fahrradrahmen passt und an die sich der Schirm mit einem Handgriff befestigen lässt. Und einen Teleskopmechanismus für die langen fast anderthalb Meter nach hinten über die Schultern reichenden Schirmstangen. So kann der Schirm auf ca. 70 cm zusammengeschoben und -geklappt werden. Verstaut in einer Hülle und befestigt am Fahrradrahmen ist er jederzeit verfügbar und einsatzbereit.

Was ist das Besondere an dem Regenschutz?
Radfahren bei Wind und Wetter in Alltags- oder Berufskleidung.
Guter thermischer Komfort, kein Schwitzen wie bei üblicher Regenkleidung.
Rundumsicht und Bewegungsfreiheit unter dem Schirmdach.
Schnelles Aufspannen und Befestigen.
Kompaktes Zusammenfalten durch Schirmaufbau mit Teleskopstangen.
Mitnahme des zusammengeklappten Schirms in Halterung am Rahmen .

under-cover, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Marketing, Verkauf der ersten Serie über eine Crowdfunding-Kampagne sowie Aufbau eines Vertriebsnetzes. Etablierung des Produktes am Markt in den nächsten fünf Jahren.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Mein Rat: In einer frühen Phase an die Öffentlichkeit gehen, um Rückmeldung zur Idee zu bekommen. Auf dem Weg zwischen möglichem Verrennen, Fehlschlägen und dem hartnäckigen „Dranbleiben“ möglichst entspannt bleiben!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Thomas Schmidt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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