Für jede Umbuchung eine Klopapierrolle!

„Für jede Umbuchung eine Rolle Klopapier“ – wie ein Reiseveranstalter mit Humor für ein ernstes Thema wirbt.

Letzte Woche wurde von der Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Deutsche Reiseveranstalter sind verpflichtet nach deutschen Reiserecht (BGB 651) zu handeln. Dieses besagt aktuell, dass sobald eine Reisewarnung ausgesprochen ist, Kundengelder zurück gezahlt werden müssen. Um Kunden zu Umbuchungen zu motivieren, gibt es attraktive Anreize. Und beim Start-up JOVENTOUR auch noch eine Rolle Klopapier obendrauf.

Ich kann nur davon ausgehen, dass die Bundesregierung sich der wirtschaftlichen Auswirkungen dieser weltweiten Reisewarnung nicht bewusst war. Unsere Tourismusverbände schlagen bereits Alarm“, sagt Meike Haagmans, die Gründerin und Geschäftsführerin des Reiseveranstalters JOVENTOUR. Seit über acht Jahren plant die Düsseldorferin mit ihrem Team Rundreisen in Südamerika, Asien und Afrika und nutzt die öffentlichen Busse, um individuelle Reisen planen zu können. Für das Konzept wurde die junge Firma mehrfach ausgezeichnet.

Obwohl es im Tourismus schon immer Höhen und Tiefen gab, ist die aktuelle Situation bei fast allen Reiseveranstaltern existenzbedrohend.

Neben den wirtschaftlichen Belastungen und Sorgen um die Deckung der Fixkosten, die alle betroffenen Betriebe momentan durchleben, gibt es für Reiseveranstalter eine weitere Vorgabe: Kundengelder müssen bei Reisewarnungen auf Verlangen zurückgezahlt werden.

„Ich denke, dass nur die wenigsten Reiseveranstalter diese Vorschrift erfüllen können, denn diese Gelder wurden genutzt um Rechnungen bei den Leistungserbringern (Guides, Hotels, etc) vor Ort für die nächsten Abreisen zu begleichen“, erklärt die 39jährige. „Das heisst, die Kundengelder liegen selten auf den Firmenkonten, sondern diese wurden genutzt um ‚Materialien‘ zu bezahlen.“

Mit den Marge werden dann in der Touristik Gesamtkosten wie Personalkosten, Mieten, Versicherungen etc bezahlt. Ausserdem werden Anzahlungen von Pauschalreisen oftmals genutzt um die Einkaufswährung (USD) abzusichern. Das Reiserecht besagt ebenfalls, dass Währungsschwankungen nur zu einem bestimmten geringen Prozentsatz an Kunden weitergegeben dürfen.

„Je mehr Umbuchungen wir haben, um so leichter ist es für uns. Fordert ein Kunde sein Geld zurück, löschen wir die Buchung und es fühlt sich an, als ob wir in dem Moment die individuell geplante Rundreise, unser Handwerk, zerstören. Buchen wir diese um, kann der Teilnehmer die lang ersehnte Reise einfach später nachholen“, berichtet Haagmans und hat daher besondere Anreize geschaffen. Neben flexiblen Umbuchungsmöglichkeiten, Preisgarantien – und nachlässen, gibt es noch eine Rolle Klopapier, denn „den Humor und den Spass bei der Arbeit lassen wir uns nicht nehmen“, sagt die Unternehmerin.

Bildquelle: Lynn Marie Zapp

Quelle JOVENTOUR GmbH

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