Werde nicht ungeduldig!

U are OK vegane Naturkosmetik für die junge Generation

Stellen Sie sich und das Startup U are OK kurz vor.
Ich bin Melanie, Mitgründerin von U are OK. Wir sind ein junges, veganes Label für Naturkosmetik aus Hamburg.

Wie ist die Idee zu U are OK entstanden und welche Vision steckt dahinter?
Gerade junge Menschen übernehmen heute immer häufiger gesellschaftliche Verantwortung indem sie einen veganen oder vegetarischen Lebensstil verfolgen. Aber wenn man sich den Markt der naturkosmetischen Pflegeprodukte anschaut, merkt man schnell: Für die junge Generation gibt es da nicht viel.

Hinzu kommt, dass junge Menschen in einer maximal beschleunigten digitalen Welt erwachsen werden, die scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten bietet. Da ist es noch viel schwieriger, herauszufinden wer man wirklich ist: Muss mein Leben eine Aneinanderreihung perfekter Selfie-Momente sein? Wird mein Selbstwertgefühl in Social-Media-Likes gemessen? Solche Fragen haben junge Menschen früher nicht belastet.

Vor diesem Hintergrund ist die Idee von U are OK entstanden: Natürlichkeit muss nicht bei der Körperpflege aufhören. Natürlichkeit kann auch generell eine sehr gesunde Lebenseinstellung sein. Und die ist in unserer zunehmend digitalisierten und von Smartphones regierten Zeit gar nicht mehr selbstverständlich.

U are OK möchte hier etwas Orientierung und Entspannung liefern. Wir glauben, dass die Gegenbewegung zur Smartphone-Abhängigkeit und zur Sucht nach Anerkennung durch Social-Media-Likes immer mehr Fahrt aufnimmt und dass die Themen Natürlichkeit, Authentizitä̱t und Vielfalt weiter an Bedeutung gewinnen. Wir möchten einer jungen Generation mehr Vertrauen in die eigene Natürlichkeit geben, ohne sich zu verbiegen. Denn gelassen seinen Weg zu gehen macht viel mehr Spaß, als den Likes der anderen nachzurennen.

Jede unserer Verpackungen hat deshalb eine individuelle Botschaft auf der Rückseite. Da, wo sonst nur die Inhaltsstoffe stehen. Zum Beispiel: „#BeYourselfNotYourSelfie“ oder „#NatürlichStehtDirAmBesten“. Und dazu dann kleine (nicht ganz ernst gemeinte) Texte. Auf Instagram und auf unserer Website mit Blog geht es ebenfalls immer wieder darum, wie man vielleicht natürlicher und damit besser durchs Leben kommt.

Was waren die größten Herausforderungen und wie haben wir uns finanziert?
Eine der größten Herausforderung war die Suche nach dem richtigen Partner für die Produktentwicklung. Unser Anspruch war sehr hoch: Wir wollten absolut hochwertige Naturkosmetik zu einem bezahlbaren Preis produzieren. Noch dazu hatte ich davor wenig Berührungspunkte mit der Kosmetikindustrie und kannte die Abläufe nicht genau. Meine langjährige Berufserfahrung in der Werbe- und Kommunikationsbranche brachten mich zumindest an diesem Punkt nicht weiter.

Es war also sehr viel Learning-on-the-job. Während meiner Recherche habe ich bei jedem Gespräch mit einem möglichen Produzenten etwas dazugelernt. Und am Ende ein wirklich tolles Labor gefunden, bei dem sowohl menschlich als auch fachlich alles stimmte. Gemeinsam haben wir dann die Rezepturen für U are OK genau nach unseren Vorstellungen entwickelt.

Bisher haben mein Partner und Mitgründer, Niels Alzen, und ich U are OK finanziert. Doch das Interesse an 
U are OK ist zum Beispiel von Seiten des Handels groß und es zeigt sich bereits, dass wir im nächsten Wachstumsschritt nicht auf die Unterstützung von externen Geldgebern verzichten können.

Wer ist die Zielgruppe von U are OK?
Das ist ganz lustig: Obwohl mein eigentlicher Fokus zunächst ganz klar auf der jungen Generation ab Teenager-Alter bis etwa Mitte/Ende 20 lag, merke ich bei Veranstaltungen und Messen, dass die Zielgruppe viel größer ist.

Da kommen auch Mittdreißiger oder Mittvierziger an meinen Stand und loben die Produkte und die Botschaft von U are OK. Das Thema „Natürlichkeit“ trifft offensichtlich einen Nerv bei vielen Menschen. Und der Duft und das Hautgefühl unserer Produkte treffen bei vielen den Geschmack.

Was ist das Besondere an den Produkten? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?
Es gibt viele Naturkosmetik-Produkte für Babys und Kleinkinder und dann wieder viele tolle und etablierte Marken, die eher für Verwender ab Mitte 30 interessant sind. Auch was die Preise betrifft.

Dabei entwickeln junge Leute doch bereits ab dem Teenager-Alter eine eigene Pflegeroutine. Wenn es aber keine passende Naturkosmetik-Marke gibt, greift man halt notgedrungen zu konventionellen Kosmetikprodukten – mit oft schädlichen Inhaltsstoffen.

Mit jungem Design und zielgruppenadäquater Kommunikation bietet U are OK hier eine Alternative. Und zu einem Preis, der sich zwar oberhalb von synthetischer Teenie-Kosmetik à la Bibi [Youtube] aber deutlich unterhalb der klassischen Naturkosmetik für „Erwachsenere“ bewegt.

Wie ist das Feedback?
Nach unserem Marktstart im September 2017 haben wir unser Konzept und die Produkte im Februar auf der Biofach Vivaness (der Weltleitmesse für nachhaltigen Lebensstil) einem breiten Fachpublikum präsentiert und unglaublich viel Zuspruch von Seiten des Handels und der Medien erhalten.

Es ist natürlich toll zu sehen, dass es für ein Konzept, das wir als Branchenneulinge erarbeitet haben, tatsächlich einen Markt gibt und das motiviert uns natürlich sehr jetzt genau so weiterzumachen.

Und auch was die Produkte und ihre Pflegewirkung anbelangt bekommen wir sehr viel positives Feedback. Die Produkte sind aufgrund ihrer Rezepturen (bei denen wir uns an die Vorgaben des international anerkannten COSMOS Standard für zertifizierte Naturkosmetik gehalten haben) sehr gut verträglich und auch unsere Düfte kommen sehr gut an.

Wo geht der Weg hin?
Unsere Vision ist es, dass U are OK zu einer festen Größe in den Badezimmern einer jungen, modernen Generation heranreift, irgendwann vielleicht sogar mehr herstellt als „nur“ Naturkosmetik und dass wir durch das entsprechende Wachstum die Möglichkeit bekommen, unser Spielfeld zusammen mit der Zielgruppe auf andere Bereiche (NGO, gemeinnützige Aktivitäten) auszuweiten.

Drei Tipps für angehende Gründer
Werde nicht ungeduldig, wenn alles etwas länger dauert, als Du es Dir ursprünglich mal vorgestellt hast.
Lass Dich nicht stressen, wenn Du vor Entscheidungen stehst, bei denen Du Dir nicht gleich hundertprozentig sicher bist.
Lass Dich auch mal ablenken. Meistens sind die Dinge viel klarer, wenn Du Dich nach einer Pause wieder an den Schreibtisch setzt.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Melanie Stein für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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