Montag, April 19, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Tylko maßgefertigte Möbel bequem von Zuhause mithilfe eines Online-Konfigurators und einer AR-App selbst konfigurieren

Stellen Sie sich und das Startup Tylko doch kurz unseren Lesern vor!

Unsere Mission ist es, zeitgemäße Möbel zu entwickeln, die das Leben der Menschen bereichern und gleichzeitig die negativen Auswirkungen für den Planeten minimieren. An dieser ambitionierten Mission arbeitet derzeit ein mehr als 140-köpfiges Team. Unser Büro ist in Warschau, Polen, aber wir sind offen für Talente aus ganz Europa. 

Wir verstehen uns als Digital-First-Möbelunternehmen, das hochwertige, maßgefertigte Aufbewahrungsmöbel anbietet, die KundInnen bequem von Zuhause mithilfe eines Online-Konfigurators und einer AR-App selbst konfigurieren und im Raum ansehen können. Das Möbelstück wird anschließend direkt nachhause geliefert, wo es sich mühelos ohne Werkzeug aufbauen lässt. Wir bieten unseren KundInnen also unkomplizierte Möbel, bei denen Form und Funktion im Mittelpunkt stehen. 

Nach dem Motto “Buy less, buy better” verpflichten wir uns außerdem dazu, langlebige Möbel zu produzieren, die die Ressourcen unseres Planeten im Blick haben. Wir wollen einen bewussten Konsum unterstützen – ohne Kompromisse bei Qualität, Stil oder Nachhaltigkeit. 

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Das Konzept und Potenzial von Tylko hat mich einfach total überzeugt. Das ist die kurze Antwort. Die längere Antwort ist: als Bridge Studio setzten meine späteren MitgründerInnen Hanna Kokczyńska, Jacek Majewski, Mikołaj Molenda und Michał Piasecki bereits vor Tylko Projekte für internationale Unternehmen um, die  Parametric Design, Digital Manufacturing und AR verbanden. Schon damals war ich mit Jacek befreundet, arbeitete aber zu der Zeit noch im Investment Bereich in Wien. Wir alle erkannten schnell das massive Potenzial der noch recht neuen Technologien und begannen gemeinsam zu überlegen, wie wir aus den Ansätzen ein marktreifes Produkt entwickeln können. Zu sehen, was alles möglich ist, hat mich bei jedem Besuch im Warschauer Studio von Bridge aus den Socken gehauen. Als dann Jacek fragte, ob ich für die nächsten Schritte fest einsteigen will, war die Antwort klar. Und so ging es richtig los mit Tylko. 

Welche Vision steckt hinter Tylko?

Wir waren von Anfang an stark Purpose-getrieben – verantwortliches Handeln ist seit Tag Eins fester Bestandteil unseres Markenverständnisses. Unsere Vision ist es, eine Alternative zum dominierenden fast furniture Markt zu bieten und damit den traditionellen Möbelmarkt zu revolutionieren. Wir wollen nicht zur Wegwerfkultur beitragen, sondern zu bewusstem Konsum anregen. Uns ist es wichtig, Verantwortung  für unsere Mitmenschen und den Planeten zu übernehmen. Gleichzeitig wollen wir Möbel anbieten, die zum Wohlbefinden unserer KundInnen beitragen. Wir bringen Harmonie in ihr Zuhause. Darunter verstehen wir einen  Dreiklang aus Ästhetik, Funktion und Werten. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die ersten Prototypen haben wir über Projekte von Bridge kofinanziert. 2014 wurden wir –  damals noch unter dem Namen CSTM – völlig unerwartet eingeladen, unser Konzept beim renommierten Start-up Festival LAUNCH in San Francisco potenziellen Investoren zu präsentieren. Wir gewannen den Preis für die beste technische Leistung, außerdem erregten wir die Aufmerksamkeit des Schweizer Designers Yves Béhar, der bald als Berater an Bord kam. Ende 2014 sicherten wir die Seed Runde mit Paua Ventures und gerade haben wir unsere Series C Runde erfolgreich abgeschlossen. Wir hatten Glück, dass von Anfang an erfahrene BeraterInnen und InvestorInnen ebenso sehr an Tylko glaubten wie wir selbst. 

Herausforderungen gab und gibt es in jeder Phase unseres Bestehens. Für unser aktuelles, starkes Wachstum sind wir natürlich unendlich dankbar, aber es stellt uns auch auf die Probe. Letztlich produzieren wir ein physisches Produkt, das auf Ressourcen, Lieferketten, Produktionskapazitäten und Menschen angewiesen ist. Zugleich ist jedes Produkt ein Unikat. Die Produktion, die Logistik und unser Customer Service müssen mit einem enormen Tempo Schritt halten, um die Zufriedenheit unserer KundInnen, die für uns auch wirklich eine übergeordnete Priorität hat, gewährleisten zu können. Trotz herausragendem Einsatz unseres Teams und unserer Stärke, Prozesse schnell anpassen zu können, bleibt es eine große Herausforderung. Jedes Scale-up wird das kennen.  

Warum haben Sie sich während der Pandemie für ein Investment entschieden? Was waren die größten Herausforderungen?

Die Entscheidung fiel nicht während der Pandemie, aber die Gespräche mit den potenziellen InvestorInnen fanden genau in dieser Phase statt. Herausfordernd war, dass wir keinen von ihnen persönlich treffen konnten, sondern uns immer nur über Calls austauschen konnten. Das zehrt ziemlich an den Kräften, wie wir inzwischen alle wissen. Es eröffnete aber auch wesentlich mehr Möglichkeiten, weil wir  von Warschau aus mit interessanten potenziellen Partnern aus der ganzen Welt ins Gespräch gehen konnten.  

Herausfordernd war aber auch, dass wir gleichzeitig im März mit dem ersten Lockdown anfangen mussten, als Firma remote zu arbeiten – abgesehen von der Produktion, wo das nicht möglich ist. Für diese mussten spezielle Sicherheitskonzepte entwickelt und umgesetzt werden. Es ging also gut rund bei uns im letzten Jahr. Wir haben das aber recht gut hinbekommen, finde ich. 

Wie sehen ihre Pläne für die Expansion nach Deutschland aus?

Als Direct-to-Consumer Anbieter können unsere Produkte bereits international konfiguriert und weltweit bestellt werden – wobei Europa ganz klar der Hauptmarkt ist. Alle Produkte werden ja in Polen produziert und von dort aus verschickt. Deutschland ist für uns sogar der größte Markt und macht 41% unseres Umsatzes aus. Unser Headquarter bleibt aber in Warschau und aktuell ist auch kein Büro außerhalb Polens geplant, was nicht heißt, dass wir nicht auch permanente Remote-Rollen besetzen wollen. 2020 hat uns gezeigt, dass das wirklich geht.

Wer ist die Zielgruppe von Tylko?

Unsere Zielgruppen sind so vielseitig wie die von uns angebotenen Möglichkeiten zur Konfiguration und Personalisierung. Tylko bietet Stauraum-Lösungen für junge Singles, Familien mit Kindern aber auch ältere Menschen, gleichermaßen für kompakte Stadtwohnungen sowie geräumige Landhäuser. Für unterschiedliche Stilpräferenzen bieten wir verschiedene Produktfamilien – derzeit Type01 und Type02. 

Unsere Hauptzielgruppe ist aber die sogenannte moderne kreative Klasse in Europa, also Menschen, die mit neuen Technologien und kreativen Inhalten arbeiten. Diese suchen oft bewusst nach Marken, die ihre Werte repräsentieren. Durch unser Online-First-Geschäftsmodell sind unsere KäuferInnen in der Regel technisch versiert und haben Zugriff auf einen Computer und / oder ein Smartphone, mit dem sie personalisierte Stauraum-Lösungen konfigurieren können. Sie sind außerdem tendenziell bereit, etwas mehr für ein Produkt zu bezahlen, das den persönlichen Lebensstandards und Werten entspricht.

Was ist das Besondere an den Produkten? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Was Tylko besonders macht, ist vor allem das Geschäftsmodell Direct-to-Consumer. Wir sprechen also direkt mit unseren KundInnen und verkaufen auch unmittelbar an sie. Unser Ansatz ist es, individuelle Möbel anzubieten, die sich jede*r entsprechend der eigenen Bedürfnisse bequem von Zuhause aus am Computer oder Handy über den Onlinekonfigurator oder die AR App konfigurieren und im Raum testen kann.
 

Die Vorteile sind vielseitig:

KundInnen erhalten ein Produkt, das genau in die eigenen Räume passt und eine perfekte Lösung für individuelle Bedürfnisse bietet. Der Gang zum Händler wird überflüssig und das Regal oder Sideboard nach wenigen Wochen direkt nachhause geliefert – mit einer personalisierten Montageanleitung. Der Aufbau wiederum läuft dank unseres eigens entwickelten Klick-Systems mühelos und ohne jegliches Werkzeug. Indem wir den Mittelsmann auslassen, können wir zudem individualisierte Möbel zu erschwinglichen Preisen anbieten.

Ein weiterer Hauptvorteil ist unsere Effizienz:

Wir können eine unnötige Lagerung vermeiden, da nur das produziert wird, was auch tatsächlich bestellt wurde. Wir produzieren außerdem nur Produkte, die wirklich passen und langfristig Freude bereiten, statt nach kurzer Zeit wieder weggeworfen und ausgetauscht zu werden. Das ist letztlich natürlich auch zum Wohl der Umwelt, da wir auf diese Weise keine Ressourcen verschwenden.

Außerdem bietet uns der direkte Kontakt mit unseren KundInnen eine Transparenz, die es uns erlaubt, Designs weiterzuentwickeln und Innovationen auf den Markt zu bringen, die wirklich funktionieren und nachgefragt werden. 

Mit diesem Modell unterscheiden wir uns klar von den klassischen Möbelproduzenten, die im großen Stil produzieren und den negativen Trend von Fast Furniture bedienen und weiter befeuern. Das ist leider noch immer die Regel auf dem Möbelmarkt. Zu anderen Anbietern von Möbel auf Maß unterscheiden wir uns, abgesehen vom Design und unseren Werten, im hohen Grad unserer Technologie. Unser Konfigurator wird von Beginn an von unseren Developern inhouse entwickelt und immer weiter optimiert. So können wir unser Portfolio stetig erweitern. Und natürlich unterscheidet uns unser digital-first Modell mit einem starken Fokus auf einer nachhaltigen Wertschöpfungskette von der Konkurrenz. Nicht nur, weil wir auf Maß produzieren, sind wir nachhaltig. Weil wir mit diesem Angebot in den vergangenen Jahren nahezu 60,000 Kunden erreicht haben, können wir immer weiter in die Optimierung unserer Prozesse zugunsten von mehr Nachhaltigkeit investieren.

Tylko, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unsere ersten fünf Jahre auf dem Markt haben eine enorme Nachfrage an maßgefertigten Möbeln gezeigt. Auch zukünftig werden wir unserer DNA treu bleiben und individualisierbare technologieorientierte Lösungen für Räume und Menschen anbieten, während wir hinsichtlich Märkten und Portfolio skalieren möchten.

Tech

In den nächsten fünf Jahren werden die Möglichkeiten der Technologie massive Fortschritte machen. Für uns bedeutet das unter anderem, an Funktionen und Lösungen wie Bild- und Raumerkennung zu arbeiten, um den Konfigurationsprozess noch weiter zu automatisieren.

Portfolio

Unsere Vision ist es, ganze Räume zu schaffen und unsere Portfolio entsprechend zu erweitern. Die heutigen Erfahrungen mit individualisierbaren Möbeln sollen in die Entwicklung unserer Technologie einfließen und es KundInnen erlauben, ihr Zuhause ganz nach ihren individuellen Bedürfnissen zu gestalten.

Märkte

Wir sind zuversichtlich, dass wir in fünf Jahren unser Produkt und unsere Dienstleistungen auch Kunden außerhalb Europas in bester Qualität, zu guten Konditionen und mit einem optimalen Kundenerlebnis anbieten können.  

Impact

Wir arbeiten hart daran, einen nachhaltigen Einfluss auf die Möbelindustrie zu haben, indem wir neue Standards setzen und dadurch nicht nur unseren negativen Einfluss auf den Planeten minimieren, sondern auch mit gutem Beispiel vorangehen. Wir hoffen, künftig DIE internationale Marke und Experte für maßgefertigte Lösungen zu sein, welche das Zuhause und das Leben der Menschen verbessert.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sei dir zu 100% sicher, ob du an genau dieser Idee arbeiten möchtest. Es wird Tage geben, an denen es scheint, als ob die ganze Welt gegen dich wäre. Der finanzielle Aspekt sollte daher nie deine primäre Motivation sein. 

Finde gute Partner, denen du vertraust und mit denen es Spaß macht zu arbeiten. Das Leben eines Gründers ist ziemlich einsam. Finde jemanden, mit dem du dieses Abenteuer teilen kannst. 

Gib nicht zu schnell auf. Es wird Momente geben, in denen du das Handtuch werfen möchtest. Wenn du es schaffst, diese Zeiten zu überstehen, bist du unaufhaltbar.

Wir bedanken uns bei Benjamin Kuna für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder


Premium Start-up: Tylko

Kontakt:

Tylko
ul. Czerska 8/10
00-732 Warsaw
Poland

www.tylko.com
press@tylko.com

Ansprechpartnerin: Verena Schwarz

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