Der Kunde bleibt König

twago bringt Freelancer und Projekte zusammen

Stellen Sie sich und Ihr Unternehmen twago doch kurz vor!
Ich bin Gründer und CEO der größten europäischen Freelancer-Plattform. twago hilft Auftraggebern und Freelancern zueinander zu finden. Seit der Gründung im Jahr 2009 befinden wir uns in einem ständigen Wachstum. Mittlerweile akquirieren wir unsere Auftraggeber in elf Ländern und bieten Zugriff auf über 500.000 Experten aus den Bereichen Programmierung, (Web-) Design und Unternehmensservices aus über 200 Ländern. Meine Aufgaben bei twago reichen von der Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie über Investor Relations, bis hin zu Produkt-Management und Online-Marketing-Performance.
Bei meiner täglichen Arbeit profitiere ich von meinen früheren Erfahrungen als diplomierter Wirtschaftsinformatiker. Im Rahmen des „Top Talent Programms“ der Siemens AG habe ich als Senior-Management-Berater Kunden in über 25 Ländern betreut. Dabei habe ich viel über nationale Besonderheiten der jeweiligen Arbeitskultur gelernt. In Europa wird beispielsweise großer Wert auf die Sprache und die geografische Nähe gelegt. twago präsentiert sich daher in unterschiedlichen Sprachen (neben Deutsch auch auf Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Dänisch, Finnisch, Flämisch). Dies macht uns im Vergleich zu Wettbewerbern einzigartig.

Wie ist die Idee zu twago entstanden und wie haben Sie als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee zur Gründung von twago hatten wir drei basierend auf unseren Erfahrungen als Unternehmensberater. Wir haben es selber erlebt, wie kompliziert und intransparent es für Unternehmen als auch für Freelancer sein kann, miteinander in Kontakt zu treten und zusammenzuarbeiten. Besonders schwierig war es für Auftraggeber auf projektbasierter Ebene schnell und kostengünstig auf das Expertenwissen aus unterschiedlichen Fachbereichen zuzugreifen. Aber auch Freelancer standen vor einer Herausforderung: Sie mussten zeitintensive Akquise betreiben und sich mit den Zahlungsmodalitäten auseinandersetzen, anstatt die Zeit effektiver in ihr Kerngeschäft zu investieren. Die beschriebenen Erfahrungen haben uns dazu veranlasst eine europäische Plattform zu gründen, welche globale Vermittlung der qualifizierten Kräfte einfacher, transparenter und zeitsparender macht.

Von der Idee bis zum Start: Was waren die größten Herausforderungen und wie sah die Finanzierung aus?
twago hat, wie viele andere Start-ups, nicht nur gute Zeiten hinter sich. Externe und interne Probleme sorgten für erschwerte Entwicklungswege. Eine noch nicht so starke strategische Ausrichtung sowie ein optimierungsbedürftiges Business-Modell waren die Ursachen für anfängliche Startschwierigkeiten. Ein gut funktionierendes und profitables Start-up lebt von seinem Produkt. Dieses soll für den User transparent und sinnvoll sein und dem Kunden einen Mehrwert bieten, nur dann ist der Kunde bereit für das Produkt Geld auszugeben. Der Kunde bleibt im Online- genauso wie im klassischen Offline-Handel der König. Dank weitsichtigen Entrepreneurs auf Investorenseite haben wir unsere Fehler korrigiert und sind froh, dass wir uns mit der Zeit verbessern konnten. Die anfängliche Finanzierung haben wir zu dritt gestemmt, danach ging es step by step von kleineren zu größeren Investoren. Jetzt sind wir total happy, dass wir Randstad und Müller Medien als starke strategische Partner und Berater an unserer Seite haben.

Wie hat sich Ihr Unternehmen seit dem Start entwickelt?
twago gibt es bereits seit sieben Jahren. In dieser Zeit hat sich vieles verändert: Mittlerweile sind wir nicht nur auf dem deutschen Markt tätig, sondern europaweit in präsent. Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unseres Produkts. So bieten wir zum Beispiel mehr Services an, als eine klassische Vermittlungsagentur. Dazu gehört die Möglichkeit der Zeiterfassung, einfache Rechnungsstellung für Freelancer und mehr. Längerfristig wollen wir uns als Management-Plattform für Freelancer-Arbeit positionieren. Dies bedeutet viel Arbeit: So müssen wir weiterhin unseren Bekanntheitsgrad vor allem bei mittelständischen und großen Kunden steigern und unser Produkt perfektionieren – eine Herausforderung, die wir gern annehmen.

Wo liegt der USP?
Wir verstehen die Bedürfnisse unserer europäischen Kunden: Nicht nur das beste Preis-Leistungsverhältnis ist für diese entscheidend, so wie es beispielsweise in den USA der Fall ist, sondern die Möglichkeit sich in der eigenen Muttersprache mit lokalen Anbietern auszutauschen. Genau das haben wir zu unserem USP gemacht: Wir kommunizieren in diversen Sprachen auf elf Domains. Somit schaffen wir es, die Bedürfnisse unserer Kunden besser nachzuvollziehen und zu erfüllen.

Wer ist die Zielgruppe von twago?
Die Zielgruppe von twago sind einerseits die Freelancer und Agenturen, die global ihre Dienste zur Verfügung stellen. In unserem Pool gibt es beste Programmierer, Designer, Übersetzer und Marketing-Experten aus der ganzen Welt. Andererseits sind auch die Auftraggeber (Unternehmen, Agenturen, Start-ups und IT-Firmen), die nach schnellen und attraktiven projektbasierten Lösungen auf twago suchen, unsere Zielgruppe. Wir sehen uns als Vermittler, welcher beiden Seiten hilft, miteinander in Kontakt zu treten und gegenseitig das beste Ergebnis zu erzielen.

Wie funktioniert twago?
Unsere Plattform ermöglicht jeder Privatperson und jedem Unternehmen online nach passenden Experten zu suchen. Somit werden Freelancer und Agenturen mit dem potentiellen Auftraggeber online zusammengeführt und können länderübergreifend und ohne zeitliche Barrieren virtuell an den Projekten arbeiten.
Das Prozedere ist folgendermaßen: Kunden stellen ihre Auftragsbeschreibung kostenlos online, freie Mitarbeiter und Agenturen werden automatisch benachrichtigt und können ihre Angebote abgeben. Der Kunde vergleicht die Angebote aus der ganzen Welt und entscheidet sich für das passende Angebot. Die Rolle von twago ist es dabei, einen reibungslosen Austausch zwischen beiden Parteien zu ermöglichen. Die Plattform gibt neben der Transparenz über die Qualität der Dienstleister auch mehr Sicherheit für den Auftraggeber: So wird nach dem Beginn des Auftrags das Geld erst auf das safePay-Treuhandkonto eingezahlt, die Auszahlung an den Freelancer passiert erst, wenn das Projekt erfolgreich abgeschlossen ist und der Auftraggeber damit zufrieden ist. Um hier rechtlich compliant zu sein, werden die Treuhandkonten von einer externen Bank gehalten und verwaltet. Auch die üblichen KYC-Prinzipien (Know your customer) gelten natürlich gleichermaßen wie im normalen Bankgeschäft. Außerdem arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Plattform noch attraktiver für unsere Kunden zu gestalten. So haben wir zum Beispiel vor kurzem Mobile Apps für Android und iPhone-Nutzer entwickelt und veröffentlicht.

Wo sehen Sie sich und twago in fünf Jahren?
Im Moment arbeiten wir viel mit kleinen Unternehmen und Privatpersonen. Diese wenden sich häufig nur einmalig mit ihren Aufträgen an uns. Unser Ziel ist es zukünftig ein zuverlässiger Partner für mittelständische und große Unternehmen zu werden. Dafür müssen wir natürlich noch einiges tun, mehr Reichweite generieren, eine Reihe neuer Funktionen bereitstellen, die über die Bedürfnisse des normalen Users hinausgehen. Darüber hinaus streben wir eine stärkere Positionierung im B2B-Bereich an.
In fünf Jahren sehe ich uns als Volldienstleistungsanbieter, welcher seinen Kunden in allen Fragen zur Seite steht: Angefangen von Akquise, über transparente Kommunikation, bis hin zur buchhalterischen Abwicklung von Verträgen etc.

Zum Schluss: Welche drei Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. „Der Kunde ist König: Bedürfnisse und Interessen der Kunden sollten immer im Vordergrund des Produkts stehen und nicht der schnelle Gewinn, wie das leider oft der Fall ist. Denn nur wenn man für seine Idee brennt, kann man längerfristig erfolgreich seien.
2. Auf dem Teppich bleiben: Als junger erfolgreicher Gründer kann man schnell arrogant und überheblich auf die Außenwelt wirken. Nah am Team und Mitarbeiter zu sein und immer ein offenes Ohr für seine Kollegen zu haben ist das A und O für den Teamzusammenhalt. Nur ein glückliches und motiviertes Team kann ein erfolgreiches Produkt schaffen.
3. „The show must go on“: Jeder Gründer sollte zu seinen Fehlern stehen, aufstehen und weiter machen – und daraus lernen.

Wir bedanken uns bei Thomas Jajeh für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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