Eco not Ego

Franziska Altenrath und Alexandra Herget, Gründerinnen von TUTAKA, wurden als Kultur- und Kreativpilot 2019 ausgezeichnet.

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!

TUTAKA ist die Anlaufstelle für nachhaltiges Gastgebertum. Auf unserem Marktplatz finden Hoteliers, Gastronomen und Veranstalter zahlreiche geprüft-nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Wir teilen Wissen, transformieren klischeefrei und ohne Greenwashing und stärken eine Branche, die tagtäglich unzählige Menschen erreicht, berührt und inspiriert. 

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Wir haben ein Problem gesehen und wollten es lösen. Da waren zum Beispiel die in Plastik eingeschweißten Plastik-Hotelslipper, die riesige Müllberge in Hotels verursachen. Auf der Suche nach nachhaltigen Alternativen zu diesem schadstoffreichen, nicht recycelbaren Einwegprodukt, kamen weitere Produkte und Kategorien hinzu. Mittlerweile können Gastgeber zahlreiche durch uns geprüfte, nachhaltige Produkte auf unserem B2B-Marktplatz finden (bspw. ökologische Reinigungsmittel, Bettwäsche aus Bio-Baumwolle, waschbare Hotelslipper, Festivalbändchen aus recyceltem PES). Und nicht nur das. Wir stellen Inhalte bereit, damit Gastgeber informierte Entscheidungen treffen können – auf unserem Blog und in weiterbildenden Workshops und Beratungen. 

Welche Vision steckt dahinter?

Wir wollen die Anlaufstelle für Nachhaltigkeit für Hotels, Gastronomie und Events werden. TUTAKA macht das Gastgewerbe nachhaltiger! 

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?

Eine große Herausforderung ist der Spagat zwischen Standardisierung auf der einen Seite und dem Umgang mit der Komplexität der Produkte auf der anderen Seite. Insbesondere, wenn es um die Prüfung der Produkte auf Nachhaltigkeitskriterien geht. Dazu kommt, dass es zum Zeitpunkt unserer Gründung noch recht wenige Anbieter von wirklich nachhaltigen Produkten für das Gastgewerbe gab. Glücklicherweise wächst die Anzahl stetig. 

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Perfektionismus ist kein Zustand, den wir anstreben. Wir sind im Team “lebenslanges Lernen”.  Wenn alles perfekt wäre, könnten wir nicht dazu lernen. Wie langweilig das doch wäre! 

Wie sind Sie auf die Auszeichnung Kultur und Kreativpiloten aufmerksam geworden?

Kreativgesellschaft Hamburg. 

Wie wichtig sind solche Auszeichnungen?

Für uns war die Auszeichnung in vielerlei Hinsicht wichtig: 

  1. Wir haben bewundernswerte Unternehmer*innen kennengelernt, beispielsweise Mona Rübsamen und Uwe Lübbermann bei den Kamingesprächen sowie Kati und Kristine von ooia berlin und Jessica, Kübra, Nürsen und Onejiru vom eeden, die Teil unseres Jahrgangs sind. 
  2. Unsere Einzelcoachings mit Christoph Brosius und Gesa Birnkraut haben uns herausgefordert und Möglichkeiten zur Reflektion gegeben. 
  3. Die vom u-institut mitgebrachten Methoden, allen voran die kollegiale Beratung, hatten es in sich. Diese nehmen wir für zukünftige Teamtage mit. 
  4. Eine Auszeichnung der Bundesregierung für unsere geleistete Arbeit zu erhalten, ist eine schöne Anerkennung, die motiviert und Energie gibt. 

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?

In 5 Jahren sind wir von einem Start-Up in ein richtiges Unternehmen gewachsen. Wir haben einen Ort geschaffen, an welchem Menschen mit Freude arbeiten. Und wir haben Tausende nachhaltige Gasterfahrungen ermöglicht. Wir arbeiten eng mit Designern, Herstellern, Anbietern und Unis, um insbesondere zirkuläre Produkte zu fördern. 

Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründer*innen mit auf den Weg geben?

Zusammen statt alleine

Wir haben TUTAKA als 2er-Team gegründet. Seitdem wachsen wir zusammen an unseren Aufgaben, teilen Erfolge, schenken uns konstruktives Feedback, Lob und Motivation, reichern unser Wissen an und fordern uns gegenseitig heraus. Ebenfalls haben wir mittlerweile ein kluges Team aufgebaut, das gemeinsam mit uns die TUTAKA-Mission verfolgt sowie ein Netzwerk an der Hand, das wir jederzeit um Unterstützung und Feedback bitten können. 

Eco not Ego

Wenn du dich schon auf den Weg Unternehmertum machst, die unbekannte Reise antrittst, die auch unangenehm und stürmisch sein kann, dann tue es mit einem vollgepackten Koffer mit Ansätzen für eine lebenswerte Welt. Arbeite an etwas Nachhaltigem, etwas Bereicherndem, für uns Menschen aber auch für deine Um- und Mitwelt. 

Mut statt Wut

Wer seine gewohnte Umgebung verlässt und sich auf die unterschiedlichen Launen der Start-Up-Reise einlässt, braucht Mut. Unterschiedliche Wege und Transportmittel stehen zur Option. Wer das Ziel erreichen will braucht deshalb Kreativität. Sowohl Mut als auch Kreativität wachsen in Gemeinschaft. Wo wir wieder bei Nummer 1 wären: Zusammen statt alleine bringt die Reise viel mehr Freude!

Jedes Jahr werden im Namen der Bundesregierung 32 Unternehmen als Kultur- und Kreativpiloten Deutschland ausgezeichnet. Bewerben können sich Unternehmen, Selbständige, Gründer*innen und Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und deren Schnittstellen zu anderen Branchen. Die Bewerbung kann via Online-Formular auf www.kultur-kreativpiloten.de eingereicht werden. Das diesjährige Bewerbungsverfahren geht vom 1. Juli – 16. August 2020.

Fotograf /Bildquelle: Sascha Martin

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Franziska Altenrath und Alexandra Herget für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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