Denkt daran, dass es nicht den einen Weg zum Erfolg gibt!

TRY FOODS Probiersets die hochwertige Lebensmittel sinnlich und informativ erlebbar machen

Stellen Sie sich und Ihr Start-up Unternehmen TRY FOODS doch kurz vor!
Jörn Gutowski: TRY FOODS bietet außergewöhnliche Tasting Sets an, die hochwertige Lebensmittel sinnlich und informativ erlebbar machen. Das Besondere an den Sets ist, dass sie sich ausschließlich mit einem Lebensmittel (TRY Olivenöl, TRY Pfeffer, TRY Kaffee, TRY Salz, TRY Schokolade, TRY Essig) oder mit Lebensmitteln aus einer Stadt (TRY Berlin) beschäftigen und dass sie Informationen mit sinnlichem Probieren kombinieren.

Wie ist die Idee zu TRY FOODS entstanden?
Jörn Gutowski: Die Entstehungsgeschichte ist ein Klassiker: Produkt selbst gesucht – Produkt nicht gefunden. Genauer gesagt war ich auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für meinen Bruder. Da er ebenfalls gern isst und genießt, erinnerte ich mich an ein Scotch Probierset der Scotch Whiskey Association, das ich vor Jahren erhielt und das für mich eine komplette Horizonterweiterung darstellte. Ich war mir damals sicher, dass es mit Sicherheit eine Firma gebe, die sich auf das Probieren von Lebensmitteln konzentriere. Als ich aber weder im KaDeWe in Berlin noch im Web fündig wurde, reifte die Idee für TRY FOODS heran.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Jörn Gutowski: Die Liebe für gutes Essen und die „Faszination Gründen“ kamen zusammen. Ich habe vorher lange Jahre im Angestelltenverhältnis gearbeitet und wollte mich der Herausforderung stellen, eine Marke und ein Unternehmen komplett alleine aufzubauen. Es hat mich gereizt, herauszufinden, ob ich so etwas alleine schaffen kann.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Jörn Gutowski: Die erste Herausforderung lag in der Konzeption der Verpackung für ein Set. Gemeinsam mit der Designagentur PostlerFerguson und dem Verpackungsunternehmen Rhiem haben wir ein Jahr lang eine passende Verpackungsform entwickelt.
Nachdem die ersten Produkte im Webshop in den Verkauf gingen und das erste Feedback von Kunden und Medien sehr positiv ausfiel, dachte ich: „es läuft“. Allerdings habe ich komplett unterschätzt, wie schwierig es ist, nachhaltig zum Kunden durchzudringen und ihn immer wieder daran zu erinnern, dass es TRY FOODS gibt.
Zudem habe ich den Einzelhandel unterschätzt. Ich dachte, wenn ich mal drin bin, bleibe ich auch dort. Kunden kannten TRY FOODS nicht und wussten nicht, was genau diese Boxen beinhalten, die da im Regal stehen. Naiver Weise hatte ich mir vorgestellt, dass der Einzelhandel mir hilft, TRY FOODS bekannt zu machen. In Wahrheit muss man zuerst bekannt sein, damit es dann im Einzelhandel funktioniert.

Wer ist die Zielgruppe von TRY FOODS?
Jörn Gutowski: Menschen, die neugierig sind, Lust auf gutes Essen haben, Wert auf Qualität legen und besser verstehen wollen, wie Lebensmittel produziert werden, woher sie kommen, wer hinter den Produkten steht und welche Unterschiede es gibt. Kurz: Menschen, die „bewusst genießen“ möchten.

Was ist in den Probiersets enthalten?
Jörn Gutowski: Jedes Set enthält fünf Proben des jeweiligen Lebensmittels, die eine möglichst große Geschmacksvielfalt aufzeigen. Zudem beinhaltet jedes Set ein ca. 60-seitiges Booklet mit vielen Hintergrundinformationen, persönlichen Geschichten von mir, praktischen Tipps und einer Kurzanleitung für ein gemeinsames Tasting mit Freunden.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Produkte aus?
Jörn Gutowski: Wir nehmen nur hochwertige und fair gehandelte Lebensmittel ins Programm auf. Qualität und Ethik gehören für uns einfach zusammen. Zudem suchen wir nach inhabergeführten Betrieben. Wir wollen leidenschaftliche Experten. Da wir ja nicht nur die Produkte einkaufen, sondern auch unsere Partner besuchen und für das Booklet, das in jedem Set beiliegt, interviewen, ist uns der persönliche Kontakt sehr wichtig. Wir testen die Produkte immer vorab. Wir fahren auf Messen oder lassen uns Proben zuschicken. Nach mittlerweile drei Jahren haben wir uns ein Netzwerk aufgebaut, so dass wir viele Empfehlungen erhalten oder Produzenten auch aktiv auf uns zugehen und ihre Produkte zusenden.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen sich für Die Höhle der Löwen zu bewerben?
Ich hatte schon länger mit der Idee geliebäugelt, mich für die Show zu bewerben. Nachdem die zweite Staffel aber schon so erfolgreich lief, dachte ich, dass es zwecklos sei, weil sich bestimmt tausende Start-ups bewerben würden. Am Ende der zweiten Staffel habe ich trotzdem eines Abends ohne viel zu überlegen und Zeit zu investieren, den Online-Fragebogen ausgefüllt und abgeschickt.

Wie haben Sie sich auf die Höhle der Löwen vorbereitet?
Ich habe mit Start-ups gesprochen, die bereits in der Höhle der Löwen aufgetreten sind. Ich habe mich mit Freunden getroffen, die aus der Start-up- oder der Investmentwelt kommen, um den Pitch und mögliche Fragen durchzusprechen. Zudem habe ich versucht, möglichst viel über die Löwen zu erfahren.

Sie sind eines der wenigen Start-up Unternehmen, das es in die Show „Die Höhle der Löwen geschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Nachdem ich Interviews mit anderen Teilnehmern der Show gelesen habe bzw. eigene Gespräche geführt habe, ist mir bewusst geworden, welche riesige Chance in der Show für ein Start-up liegt. Der Werbewert ist immens. Es ist als Gründer eine „once in a lifetime opportunity“. Ich erhoffe mir den Zuspruch der Löwen, verspreche mir einen wesentlich höheren Bekanntheitsgrad, der mir im Vertrieb helfen wird und natürlich auch einen großen Anstieg des Umsatzes in meinem Online Shop.

Wie wichtig ist dieser Schritt für Sie als Start-up Unternehmen? Auch unter dem Gesichtspunkt, dass durch die Show viele Interessenten und auch Medien auf TRY FOODS aufmerksam werden?
Ich habe es bisher geschafft, TRY FOODS zu einer kleinen Firma aufzubauen, die nun eine Person ernähren kann, habe aber gemerkt, dass der nächste Schritt zu größeren Umsätzen sehr schwer ist. Hierfür ist die Show wahnsinnig wichtig. Die Löwen haben viel Erfahrung und die Sendung wird nicht nur von Kunden, sondern ebenfalls von möglichen weiteren strategischen Partnern gesehen, die mir helfen könnten, TRY FOODS weiter wachsen zu lassen.

Ziel der Show „Die Höhle der Löwen“ ist es, dassdas die Löwen investieren und der Deal zustande kommt. Welchen der Löwen haben Sie als Investor im Fokus?
Da ich TRY FOODS besonders online wachsen lassen möchte, liegt mein Fokus auf Frank Thelen. Natürlich ist aber auch Jochen Schweizer interessant, da die Bereiche „Geschenke“ und auch „Events“ für TRY FOODS sehr interessant sind.

Wie geht es mit TRY FOODS nach der Show weiter, sollte der Deal zustande kommen? Und wie, wenn es keinen Deal gibt?
Ein Deal würde TRY FOODS sicherlich auf eine Rakete setzen und recht schnell exponentiell wachsen lassen. Falls kein Deal zustande kommen sollte, wachsen wir wohl dennoch, aber ein wenig langsamer.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir werden ein größeres Portfolio an eigenen Produkten anbieten. Das Besondere an TRY FOODS ist nämlich, dass es ein offenes und skalierbares Vertriebskonzept ist: Wir haben bereits weitere Set-Typen wie ein Städte-Set mit TRY Berlin auf den Markt gebracht. Zudem entwickeln wir derzeit Ideen für weitere Sets wie z.B. Kochtechniken oder Do-it-Yourself Sets. Auch wollen wir die Vertriebswege über Kooperationen ausbauen. Aktuell bieten wir mit Arzberg Porzellan eigens kreierte Verpackungen an, die die TRY Salz und TRY Olivenöl Sets mit jeweils fünf Arzberg Porzellanschälchen kombinieren.
Zudem strebe ich die Internationalisierung von TRY FOODS an. Wir führen gerade erste Gespräche in diese Richtung. Ich bin mir sicher, dass unsere Produkte auch wunderbar in anderen Märkten funktionieren können.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Denkt daran, dass es nicht den einen Weg zum Erfolg gibt. Jede Gründergeschichte ist anders. Schaut genau darauf, was Euer Konzept beinhaltet und fast noch wichtiger, was Eure Stärken und Schwächen sind.
Sprecht mit möglichst vielen Leuten, holt Euch Impulse von außen. Macht Euch aber nicht verrückt, wenn Ihr unterschiedliche Meinungen hört. Filtert diese bzw. gleicht sie mit dem ab, was Ihr denkt und wer Ihr seid.
Seid Euch bewusst, dass ALLES länger dauert, als man vorher denkt. Es dauert länger eine Verpackung zu entwickeln, eine Webseite zu bauen oder einen Kundenstamm zu entwickeln. Wenn Ihr von Eurer Idee überzeugt seid, müsst Ihr Durchhalten und Euch vorher überlegen, was das für Euch (auch privat) bedeutet.

Weitere Informationen finden Sie hier

Bild © VOX Bernd-Michael Maurer

Sehen Sie TRY FOODS am 01 November in #DHDL

Wir bedanken uns bei Jörn Gutowski für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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