Zielgruppen und Alleinstellungsmerkmale gut definieren!

Troodle gemeinsam fahren-flexibel, unmittelbar, standortunabhängig

Stellen Sie sich und das Startup Troodle kurz unseren Lesern vor!

Die Troodle Mobility Solution GmbH ist ein Start-up-Unternehmen mit Sitz in Reutlingen, das eine App für gemeinsames Fahren entwickelt, mit der wir für mehr Mobilität und weniger Verkehr sorgen. Durch die Nutzung unserer App nehmen sozial und ökologisch motivierte Autofahrer aktiv Anteil am Umwelt- und Klimaschutz, ohne auf das Autofahren zu verzichten.

Troodle hilft, das Verkehrsaufkommen zu reduzieren, Staus zu vermeiden, die Parkraumnutzung zu verbessern, Emissionen einzusparen, Menschen zusammenzubringen, Dialog zu fördern und Flexibilität zu ermöglichen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Weil eine Mobilitätswende überfällig ist: Das Verkehrssystem vor dem Kollaps und verfehlte Klimaschutzziele belegen das eindeutig. Doch der Ausbau und die Modernisierung der vorhandenen Infrastruktur, Elektromobilität und autonomes Fahren benötigen viel Zeit, verbrauchen zunächst enorme Ressourcen und sind mit hohen Kosten verbunden. Was fehlt, sind Lösungen, die sofort greifen und kostengünstig umzusetzen sind. Gemeinsames Fahren ist das Gebot der Stunde!

Welche Vision steckt hinter Troodle?

Wir sind überzeugt, dass die Bürgerinnen und Bürger einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen, ohne auf individuelle Mobilität zu verzichten. Hier setzen wir an und nutzen die unerschöpfliche Ressource der freien Plätze in jedem PKW. Unser Ziel ist es, die Belegungsrate der PKW von derzeit ca. 1,2 Personen deutlich zu steigern.

Troodle versteht sich als Social Start-up, ein Unternehmen bei dem die nachhaltige Lösung gesellschaftlicher oder ökologischer Probleme im Mittelpunkt steht. Wenn es gelingt, unser Mobilitätssystem bundesweit zu etablieren, können wir sowohl einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten als auch die Mobilität für alle Bürgerinnen und Bürger entscheidend verbessern.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die Idee ist relativ alt. So alt wie das Smartphone und die Erkenntnis, dass Menschen die Gemeinschaft brauchen und suchen. Zeitgleich mit der Entstehung der Online-Communities wurde uns klar, dass Autofahrer gerne andere mitnehmen, vorausgesetzt, dass sie sich kennen. Die Troodle-App ermöglicht genau das. Wir kennen aber auch unsere größte Herausforderung: Troodle benötigt eine hohe Nutzerdichte, im Idealfall wird Troodle eine gesamtgesellschaftliche Bewegung.

Troodle wird vom Business Incubation Centre der European Space Agency (ESA) gefördert. Das Programm ermöglicht uns den direkten Zugang zu Netzwerken und Technologien im Bereich globaler Navigationssatellitensysteme (GNSS). Im Rahmen der European Space Week in Marseille wurde Troodle am 4. Dezember 2018 die Auszeichnung für den zweiten Platz beim GSA Special Prize der European Satellite Navigation Competition (ESNC) verliehen. Darüber hinaus ermöglichen eigene Mittel und der konsequente Einsatz des Teams die Realisierung unserer Projekte.

Nach unserer Testphase kostet Troodlen den Mitfahrer nur 3 Cent pro Kilometer. Der Fahrer erhält eine Gutschrift für die Mitnahme, die er wiederum zum Mitfahren nutzen kann. Denn unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen ökologisch und sozial zu bewegen.Ganz im Sinne der Klimaschutz-und Mobilitätsziele von Kommunen und Gebietskörperschaften.

Wer ist die Zielgruppe von Troodle?

Troodle ist für alle, die sich, anderen und der Umwelt etwas Gutes tun möchten. Für Menschen mit sozialer Denke und ökologischer Motivation, für Menschen mit Lust an Austausch und neuen Erfahrungen, für Menschen, die etwas bewegen möchten, indem sie sich selbst bewegen.

Die Vorteile unserer App tragen dabei stets den Wünschen von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik Rechnung: Geringe Kosten, erhöhte Mobilität, Reduktion von Stau, verbesserte Parkplatzsituation, garantierte Nutzersicherheit, Wegfall von Neuinvestitionen, absolute Flexibilität, individuelle Anpassung, Beitrag zur Nachhaltigkeit, globale Anwendung.

Wie funktioniert Troodle? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Troodle fahren

Troodle organisiert mit einer einzigartigen App: gemeinsames Fahren in Echtzeit. Und wie? Spontan, einfach, sicher, durchdacht, verständlich, günstig, umwelt- und klimafreundlich.

Im Gegensatz zu allen anderen Mitfahrsystemen findet bei Troodle kein Datenbankabgleich vorab eingestellter Fahrtengesuche und Angebote statt. Sich weit im Voraus festzulegen, widerspricht der Individualität und Unabhängigkeit des Autofahrens. Konventionelle Fahrgemeinschaftssysteme sind deshalb unflexibel und sehr störungsanfällig. Troodle ist die einzige Mitfahr-App, die den momentan fließenden Verkehr nutzt. Dafür setzen wir für das „Matching“ satellitenunterstützte Echtzeitnavigation (GNSS) ein. So finden sich Fahrer und Mitfahrer ganz spontan.

Die Troodle-App sichert diese Begegnungen ab, indem sie erfasst, wer mit wem unterwegs ist. Das Bewertungssystem zeigt noch vor Fahrtantritt an, welchem Nutzer vertraut werden kann. Durch Umsteigen kommt der Mitfahrer zudem nicht nur von A nach B, sondern immer vom Anfang bis zum Ziel.

Wie ist das Feedback?

Positive Rückmeldungen erhielten wir vom Fraunhofer IAO, der Robert Bosch GmbH, dem Verkehrsministerium Baden Württemberg und in zahlreichen Fachgesprächen. Auf Veranstaltungen bekunden Vertreter von Kommunen und zahlreiche Einzelpersonen stets starkes Interesse an unserem Mobilitätssystem.

Unsere Marktanalyse hat ergeben, dass der Wunsch nach einer besseren Mobilität in ländlichen Regionen sehr hoch ist. Der ÖPNV zieht sich immer mehr zurück, Alternativen erfüllen meist nicht die Ansprüche der Bevölkerung und des Klimaschutzes. Deshalb wird Troodle sein System zunächst in Gebieten testen, in denen eine sinnvolle und einfache Ergänzung der mobilen Möglichkeiten dringend notwendig ist. Wir werden die Troodle-App in mehreren Regionen testen. Wir haben Mitte Juli mit der Stadt Gerlingen (18.000 Einwohner) begonnen. Über das Beteiligungsprojekt „Digitale Zukunftskommune“ wünschen sich Bürger ein einfaches und sicheres Mobilitätssystem, das den Verkehr im Ort reduziert und zugleich die Mobilität vieler Bürger flexibler gestaltet. Anschließen kümmern wir uns um weitere Anfragen von Städten und vor allem Kommunen im ländlichen Bereich. Erbringen wir den Beweis, dass Menschen bereit sind, für den Klimaschutz gemeinsam mit anderen zu fahren, werden wir unser Angebot schon bald auch bundesweit anbieten.

Troodle, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Mit seiner App reduziert Troodle den Verkehr in urbanen Regionen und auf überlasteten Strecken. Gleichzeitig erhöht die App die Mobilität auf dem Land, ohne dass neue, aufwändige Systeme mit zusätzlichen Fahrzeugen installiert und etabliert werden müssen.

Die Etablierung unserer App in Pilot-Regionen dient dazu, Troodle in unterschiedlichen Kontexten zu testen und stabil aufzubauen. Ein enormes Potenzial eröffnet sich für Troodle durch eine nationale bzw. internationale Ausrichtung. In Deutschland werden z.B. jährlich 650 Milliarden PKW-Kilometer gefahren. Gelingt es, nur 1% davon über gemeinsames Fahren mit Troodle zu organisieren, können wir ein beachtliches ökologisches aber auch ökonomisches Potenzial erschließen.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Auf den Punkt gebracht: Beratungsangebote nutzen, viel Netzwerken, Zielgruppen und Alleinstellungsmerkmale gut definieren!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Bernd Sailer für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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