Sachen abgeben, die andere besser können

Triggerdinger punktuelle Behandlung bei Verspannungen der Muskulatur

Stellen Sie sich und Triggerdinger kurz unseren Lesern vor!

Wir sind ein junges Unternehmen aus Darmstadt, das Verspannungen den Kampf ansagt. Mit eigenen 3D Druckern produzieren wir Triggerdinger zur punktuellen Behandlung verspannter Muskulatur. Triggerdinger? Was ist das denn?

Triggerpunkte können durch Fehlbelastungen und Dysbalancen im Körper entstehen, beispielsweise durch eine einseitige Haltung (Büroalltag) oder ein unausgeglichenes Training. Durch punktuellen Druck auf diese Bereiche können Triggerpunkte gelöst und Verspannungen reduziert werden. Mobilisiert man die Region im Anschluss, lockert sich das gesamte Gewebe und die Probleme lassen nach. Triggerdinger ermöglichen genau das. Es gibt sie in verschiedenen Größen, sodass sie auf unterschiedliche Körpertypen wie zugeschnitten sind. 

Auf unserer Website haben wir ein Online Programm entwickelt, das die Bereiche Beweglichkeit, Triggern und Krafttraining vereint und verschiedene Bereiche des Körpers anspricht. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Die Gründung war so nie geplant. Maurice, einer der Gründer und Sportwissenschaftler, war schon seit längerem auf der Suche nach etwas punktuellerem als einer Faszienrolle für seine eigene Schulter und für seine Kunden. Bei einem Treffen mit mit seinem alten Kollegen Felix (Wirtschaftsingenieur) erfuhr er, dass dieser sich auf 3D Druck spezialisiert hat. Also fragte er, ob er ihm nicht ein kleines Ding zum Trägern seiner Schultermuskulatur konturieren und drucken könne. 3 Tage und 2 Tassen Kaffee später hat er seinen ersten Prototypen eines Triggerdings in der Hand und konnte es anwenden.

Da die Produkte im lokalen Fitnessstudio, bei seinen Kunden und befreundeten Physiotherapeuten und Athleten auf große Begeisterung traf, wurden wir eingeladen, einen Vortrag in der Uni im Dachbereich Innovation & Marketing über Prototyping zu halten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte keiner von uns die Absicht, daraus ein Unternehmen zu gründen. Das Feedback der Studierenden war so gut, dass wir kurz darauf einen Online Shop eröffneten und über Social Media begannen, unsere Produkte zu bewerben. 

Innerhalb eines Jahres haben wir jetzt mit Hilfe von mehreren Mitarbeitern und Praktikanten ein Online Programm auf die Beine gestellt, sind auf mehreren Marktplätzen gelistet und arbeiten mit Resellern und Therapiezentren zusammen. 

Welche Vision steckt hinter Triggerdinger?

Triggerdinger ist der Start einer Reihe an Produkten im Bereich Mobility. Unser Ziel ist es, das Verständnis für den eigenen Körper zu erhöhen und zu zeigen, dass man vielen Problematiken mit gezielten Tools und Übungen auf den Grund gehen und sie selbstständig behandeln kann. Dies wird mit Hilfe von digitalen und physischen Produkten passieren. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Gestartet haben wir mit 500€ und einem 3D Drucker. Daraus haben wir die Website mit unserem Shop gebaut und sind Stück für Stück gewachsen. Um hier mal im Fachjargon zu sprechen: Wir haben hart gebootstrapped. 100% des Geldes haben wir versucht, sinnvoll in die Weiterentwicklung des Unternehmens gesteckt. Teilweise hat das sehr gut geklappt, teilweise haben wir auch Fehlinvestitionen getätigt. Eine große Herausforderung war der Sommer. Hier haben wir zum ersten Mal richtig gemerkt, dass es starke saisonale Schwankungen gibt. 

Wer ist die Zielgruppe von Triggerdinger?

Unsere Zielgruppe sind zur Zeit erwachsene Personen, die sportinteressiert sind und sich mit ihrem Körper auseinander setzen. Wir haben bewusst zu Beginn den Fokus auf den Sport und nicht auf die Schmerzpatienten gesetzt, da es hier ein paar große Anbieter gibt, die seit längerer Zeit auf dem Markt sind und diesen auch sehr gut kennen und verstehen. Die Triggerdinger werden als sinnvolle Ergänzung in ein ausgeglichenes Training integriert und nicht nur zur Bekämpfung akuter Probleme genutzt. 

Wie funktioniert Triggerdinger? Wo liegen die Vorteile?  Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern? Wie ist das Feedback?

Man sucht sich die schmerzende Stelle und tastet sie nach verhärteten Punkten ab. Dann positioniert man das Triggerding auf dem Boden oder an der Wand (Gumminoppen verhindern das Rutschen) und drückt mit der Kugel auf den Punkt. Diese Position hält man für 30-60 Sekunden und bewegt gegebenenfalls Extremitäten. Durch den punktuellen Druck kann sich der Triggerpunkt lösen und Blockaden reduziert werden. 

Die Vorteile der Triggerdinger liegen darin, dass wir verschiedene Größen und Formen anbieten. Wir können sehr schnell auf Nachfragen reagieren und weitere Produkte realisieren. So haben wir zum Beispiel eine Anfrage von einem befreundeten Physiotherapeuten bekommen, der für seine Patientin ein flaches Triggerding benötigte, damit sie ihren Fersensporn selbstständig behandeln kann. Eine Woche später hatte er sein Produkt in der Praxis und wir es in unserem Online Shop. 

Das Feedback ist durchweg positiv. Wir haben viele Kunden, die uns regelmäßig schreiben, wie oft sie die Triggerdinger benutzen und welche Probleme wir schon bei ihnen lösen konnten. Selbstverständlich gibt es auch Nörgler, die halten sich aber unter der 2% Grenze. Das beste Kommentar einer Kundin, das wir je bekommen haben, war, dass sie am Fluss bessere Steine zum Triggern finden würde. Wir haben ihr das Produkt natürlich erstattet. Leider hat Darmstadt keinen Fluss, sonst hätten wir uns direkt auf die Suche gemacht…

Triggerdinger, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Zu viel können wir da nicht verraten, da wir sonst auch über Produkte sprechen müssten, die wir planen. Ziel ist es, ein sportlich begeistertes Team aufzubauen, das vielen Personen hilft, schmerzfrei durchs Training und den Alltag zu kommen und eine Philosophie ausstrahlt und verkörpert, die andere dazu motiviert, sich mehr zu bewegen und in die Gesundheit und den eigenen Körper zu investieren. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?Geduldig bleiben! 

Mut, offen an Zweifler heranzutreten. Wir haben teilweise Kritik für den Preis der Produkte geerntet, da klar erkennbar ist, dass sie auf 3D Druckern produziert werden und die Stückkosten dementsprechend sehr gering sein müssten. Was jedoch nicht einberechnet wird, ist die Entwicklung und die aufgebaute Infrastruktur, die dahinter steckt. Wir haben solche Personen immer eingeladen, in unserer Produktionsstätte vorbei zu schauen und sich einen Eindruck zu verschaffen, wie wir produzieren und was da alles dahinter steckt. 

Sachen abgeben, die andere besser können. Wir haben gemerkt, dass wir in manchen Aufgaben gut sind, in anderen weniger gut. Diese Aufgaben haben wir recht schnell gelernt abzugeben und anderen zu vertrauen, dass sie ein besseres Ergebnis erzielen werden als wir. 

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Maurice Calmano für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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