Seid mutig, aber nicht übermütig. Entscheidet schnell, aber schaut auf eure Zahlen.

Travador: Kurz und Wellnessreisen

Stellen Sie sich und das Startup Travador kurz unseren Lesern vor!

Travador ist Marktführer im Segment Kurz-und Wellnessreisen. Das heißt, wir sind ein Reiseveranstalter und Reisevermittler – aber eben online und nicht stationär. Wir haben jahrelange Erfahrung in der Zusammenarbeit mit unseren Partnern und kennen die Hotellandschaft in Deutschland, Österreich, Italien und den BeNeLux-Ländern wie unsere Westentasche. Außerdem wissen wir, was sich Erholungssuchende von einem Kurzurlaub wünschen. Mit diesem Know-How fällt es uns leicht, außergewöhnliche Pakete zu schnüren, die auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt sind. Spezialisiert sind wir auf Wellnessaufenthalte, bieten aber auch Erlebnisreisen zu Musicals, Thermen und Freizeitparks sowie Städtetrips an. 

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Ich habe selbst 3 Firmen gegründet und es hat mir immer Spaß gemacht von einer Idee zum Businessmodel zu gehen. Bei Travador war ich nicht im Gründerteam. Ich habe mich spezialisiert auf Umstrukturierung und Business Intelligence. Das ist mein Kerngeschäft und dafür wurde ich auch zu Travador geholt. Mit den Gründern von Travador – unter anderem Thorsten Schroeppe, mit dem ich heute noch gemeinsam in der Geschäftsführung tätig bin – habe ich davor schon erfolgreich in anderen Projekten zusammengearbeitet

Nicht nur zu gründen, sondern Unternehmen nach dem „ersten Hype“ in ein solides, profitables Unternehmen zu verwandeln, habe ich mir zur Aufgabe gemacht. Ich denke, als Gründer muss man mutig, unkonventionell und entscheidungsfreudig sein. Dann kommt aber irgendwann der Punkt wo man den Turn zum „soliden“ Geschäftsmodell finden muss. 

Welche Vision steckt hinter Travador?

Wir wollen Menschen inspirieren. Ihnen in der Hektik des Alltags vor Augen führen: Nimm dir eine kleine Auszeit – für dich, deine Freunde, Familie oder den Partner. Im zweiten Schritt war es uns wichtig, dass für jedes Bedürfnis die Erholung nur einen Klick entfernt liegt. Buchen und losfahren anstatt Preise zu vergleichen. Denn die Buchung von Hotel, Wellness oder Entertainment darf nicht zum zusätzlichen Stressfaktor werden. Denn schlussendlich sollen sich unsere Reisenden einfach wohlfühlen und sich drei oder vier Tage eine Auszeit vom Alltag nehmen. 

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Wir haben starke und loyale Investoren, die jeden Schritt und Wandel von uns unterstützt haben. Die Grundfinanzierung steht und man möchte natürlich schnell wachsen. Da fließt viel Geld und es gibt viele neue Ideen. Dann muss man aber sehen, dass man das Start-up in Richtung Profitabilität dreht und nicht nur Geld verbrennt. Wir haben die Firma 2015 und 2016 nahezu komplett automatisiert und somit die Effizienz massiv gesteigert. 

Die Herausforderungen sind recht einfach zu erklären. Wahrscheinlich, wie bei den meisten Startups, wird am Anfang nahezu alles manuell erledigt. Dateneingaben, Marketing Reportings und ähnliches mussten in mühsamer, zeitaufwendiger Arbeit von Mitarbeitern erledigt werden. Hier liegt die Aufgabe darin Automatismen und technische Finessen zu entwickeln, die ermöglichen, dass das automatisch geschieht. Unsere SEA Kampagnen werden heute automatisiert ausgesteuert. Neben einem automatisierten Marketing brauchten wir zum Teil Systeme, die es noch gar nicht gab. Wir mussten also ein eigenes Entwicklerteam aufbauen, das Systeme – wie eine eigene Booking Engine sowie ein eigenes Backend – programmiert. Hier ist viel Know-How geflossen und das hat uns viel Zeit gekostet. Schlussendlich hat es sich ausgezahlt und wir können effizient mit wenig Personal arbeiten und uns auf Weiterentwicklung konzentrieren. Heute profitieren wir davon, dass wir den Aufwand betrieben haben. 

Wer ist die Zielgruppe von Travador?

Grundsätzlich jeder, der gerne reist. Wir möchte inspirieren und mit unseren Social-Media-Kanälen die Menschen dazu bringen, sich kurze Auszeiten zu gönnen, sich zu belohnen und Zeit zu schenken. Unsere Hauptzielgruppe sind junge Pärchen, die online-affin sind. Bis dato haben wir aber schon eine Millionen Menschen in den Urlaub geschickt. 

Wie funktioniert Travador? Wo liegen die Vorteile? Wie ist das Feedback?

Die Deutschen fahren gerne in den Urlaub. Doch während vor ein paar Jahren noch der große Jahresurlaub im Kalender stand, geht der Trend zu mehr Urlaub, dafür kürzer. Kurzreisen boomen und um die Erholung nachhaltig zu gestalten will man nicht Stunden im Flieger sitzen, lange warten oder mühsam das günstigste Zimmer und das tollste Spa suchen. Ins Auto, schnell ankommen und sofort Abschalten und Entspannen ist angesagt. Das heißt: Unsere Angebote bestehen aus Hotel, Verpflegung und diversen Extras, wie zum Beispiel Massagen, sodass eine langwierige Planung nicht notwendig ist und die Erholung bereits bei der Buchung beginnt. Unser Salesteam schnürt Pakete und der Kunde kauft das komplette Paket und muss sich um nichts mehr kümmern. 

Unser Ziel ist es, Kunden so zufriedenzustellen, dass sie immer wieder kommen. Aber auch im B2B ist es uns ein Anliegen mit langjährigen und zuverlässigen Partnern zu arbeiten – und natürlich selbst einer zu sein. Wir verkaufen nicht alles um jeden Preis, sondern nur das, was unseren Qualitätsstandards entspricht und wo sowohl Reisende als auch Hotelpartner davon profitieren. 

Travador, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Zwei Dinge werden für Travador wegweisend sein: zum einen der Ausbau der Profitabilität im deutschen und österreichischen Markt und die Erschließung weiterer Märkte. Es gibt ein paar Länder, in denen wir sehr viel Potential sehen und von denen wir wissen, dass wir sie mit dem Headquarter München aus bedienen können. 

Aber auch im Bereich Social Media und Digitalisierung tut sich am Reisemarkt gerade noch sehr viel. Wir werden weitere Social-Media-Kanäle ausbauen und unsere Community noch größer werden lassen. 

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Kein Kompromiss beim Personal! Umgebt euch von Beginn an mit Fachexperten und Leuten, die auf ihrem Gebiet innovativ und sehr gut ausgebildet sind. Ich habe gelernt, dass es Gold wert ist sich mit loyalen Wegbegleitern zu umgeben.

Eine Firma steht und fällt mit gutem Personal und das habe ich lange nicht gesehen. Wir sind schnell gewachsen, waren übermotiviert und haben viele Leute eingestellt. Zum Teil ohne auf Loyalität und Leidenschaft der Mitarbeiter zu achten. Wir arbeiten heute nahezu ausschließlich mit Fachexperten, Bekannten und Freunden auf den jeweiligen Gebieten. Langjährige Geschäftspartner und Wegbegleiter konnten wir für Travador gewinnen und gemeinsam mit Leidenschaft Richtung mehr Qualität und Profitabilität arbeiten. Das hat Travador mit Abstand den größten Push gegeben. Es gibt in der digitalen Welt viele selbsternannte Experten, die wenig Ahnung haben. Wir sind heute eine kleine, aber sehr feine Familie von leidenschaftlichen Experten und versuchen uns jeden Tag neu zu erfinden und zu verbessern. 

Erkennt den Zeitgeist und trefft unbeirrt Entscheidungen, von denen ihr zu 100 Prozent überzeugt seid, auch wenn das vor euch noch keiner gemacht hat. Wir haben zu lange stupide und naiv Geld bei den großen Online Marketing Partnern/Konzernen dieser Welt verbrannt und am Ende hat sich gezeigt, dass wir einen ganz eigenen Weg gehen müssen. Ich habe bei Travador mit viel Mut und Ausdauer mit Social Media auf das richtige Pferd gesetzt, obwohl mich wirklich jeder für „bescheuert“ erklärt hat. Heute arbeiten wir bei Facebook und Google mit gerade mal mit einem Zehntel der alten Kosten bei nahezu gleichem Umsatz. Die Paid Kanäle haben wir ersetzt mit einer eigenen Reisecommunity von knapp einer Millionen Follower und Fans. Heute sind wir das erfolgreichste Startup im Bereich Social Media und streiten in der Reisebranche mit Riesen wie AIDA um die Nummer eins. 

Seid mutig, aber nicht übermütig. Entscheidet schnell, aber schaut auf eure Zahlen. 

Auch wenn ihr am Anfang schnell wachst und alles auf Umsatz setzt: Bleibt am Boden der Tatsachen. Ich glaube dieser Übermut am Beginn hat schon vielen den Kopf gekostet. Ich bin weiß Gott nicht bekannt für Grübelei oder wochenlanges Abwägen von Entscheidungen – wenn ich eine Idee habe, setze ich sie um. So funktioniert das Geschäft. Aber man kann nicht ewig Geld verbrennen, irgendwann muss man den Hebel umlegen. Das bedeutet, sich auf Prozesse zu besinnen und die Zahlen analysieren. An dem Punkt scheitern viele Startups.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Johannes Sehring für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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