Freitag, Mai 20, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

traceless nachhaltige Alternative zu herkömmlichen (Bio-)Kunststoffen

Stellen Sie sich und das Startup traceless doch kurz unseren Lesern vor! 

Wir sind traceless, ein Circular Bioeconomy Startup aus Hamburg mit weiblichem Gründungsteam und wir haben eine ganzheitlich nachhaltige Alternative zu herkömmlichen (Bio-)Kunststoffen entwickelt. Unsere Mission ist es damit die globale Plastikverschmutzung zu beenden. Mit Hilfe unserer zum Patent angemeldete Technologie produzieren wir aus Nebenprodukten der Agrarindustrie lagerstabile Folien, feste Materialen und hauchdünne Beschichtungen. Im Gegensatz zu herkömmlichen (Bio)Plastik-Lösungen sind unsere Materialien vollständig in der Natur abbaubar, kommen ganz ohne gefährliche Zusatzstoffe aus und können gleichzeitig qualitativ sowie preislich mit herkömmlichen Kunststoffen mithalten.

Warum haben Sie sich entschlossen, ein Unternehmen zu gründen?

Während ihres Bachelorstudiums hat Anne, unsere CEO, nach einem Weg gesucht, wie sie mit ihrem Diplom in Verfahrenstechnik sinnvoll und nachhaltig einen positiven Impact schaffen kann. Häufig arbeiten Verfahrenstechniker:innen nämlich in Jobs und bei Unternehmen, die nicht unbedingt etwas zum Umweltschutz beitragen – ganz im Gegenteil sogar. Da war nicht viel Passendes dabei, was Annes Naturverbundenheit, Umweltbewusstsein und vor allem ihr Engagement bei Cradle2Cradle widerspiegelt. 

Während ihrer Promotion hat sie sich dann auf Verfahren konzentriert, die dem biologischen Kreislauf zu Gute kommen und begonnen neuartige Materialien zu entwickeln. In dieser Zeit entstanden aus landwirtschaftlichen Reststoffen und einer innovativen Verfahrensweise ein innovatives, vollständig kompostierbares Material, das sich bestens als Alternative für Plastik anbietet: traceless materials!

Was war bei der Gründung von traceless die größte Herausforderung?

Mit dem Verfahren reifte auch die Idee, daraus mehr zu machen. Diese Idee fand viel Zuspruch und Anne wurde klar, dass sie Unterstützung für den Aufbau eines Unternehmens brauchte, vor allem in den Bereichen Strategieentwicklung und Finanzierung. Glücklicherweise traf sie auf Johanna, die gerade auf der Suche nach einer Herausforderung war, nachdem sich das Startup, in dem sie zuvor tätig war, auf Grund von Corona strukturell neu aufstellen musste. 

Im September 2020 haben die beiden dann offiziell gemeinsam die traceless materials GmbH gegründet und ergänzen sich wirklich perfekt: Während Anne sich um die technische Innovation und Produktentwicklung kümmert, übernimmt Johanna das Business Development. Mit ihrer Erfahrung in den Bereichen Strategieentwickelung und Business Scale-up hat sie eine hundertprozentig komplementäre Expertise. Und ja, wir sind sehr stolz darauf, ein rein weibliches Gründungsteam zu sein und leben das jeden Tag!

Kann man mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Unbedingt! Die Entwicklung und Skalierung einer Technologie bedarf viel Zeit und ist sehr Ressourcenaufwendig. Ohne die entsprechende Unterstützung von unseren Partner:innen und neuerdings auch von unseren ersten Investor:innen könnten wir das Ganze gar nicht stemmen. Damit diese aber investieren und unterstützen konnten, mussten Sie natürlich erst einmal von uns erfahren und vor allem das Potential hinter unserer Idee verstehen – und das geht natürlich nur, wenn man sich traut mit der Idee raus in die Welt zu gehen!

Welche Vision steckt hinter traceless?

Mit traceless wollen wir Plastik vor allem in all denjenigen Produkten ersetzen, die leicht in der Umwelt landen und diese verschmutzen können. Unsere Vision ist eine Welt ohne (neue) Plastik-Verschmutzung. Dafür braucht es ganzheitlich gedachte, wirklich nachhaltige Lösungsansätze. Diese müssen in der Anwendung, qualitativ und auch preislich eine echte Alternative zu konventionellen Materialen darstellen. Vor allem aber müssen sie sich unter allen Umständen, also auch in der Natur oder in Gewässern, spurlos abbauen und dürfen auch sonst keinen Schaden anrichten. Deswegen verfolgen wir den Ansatz des biologischen Kreislaufs.

Wer ist die Zielgruppe von traceless?

Langfristig wollen wir mit unseren traceless Materialien die Plastikverarbeitende- und die Verpackungsindustrie überzeugen, um damit das Problem bei der Wurzel zu packen. Dadurch wollen wir so viele Anwendungsfälle wie möglich abdecken. Wir wollen traceless nicht nur anwendbar für Plastiktüten machen sondern auch für Produkte wie Einmal-Besteck, Strohhalme oder sogar Schuhsohlen, deren Abrieb als Mikroplastik in der Umwelt landet. Denn nur diese Vielfältigkeit führt dazu, dass traceless zu einer echten Lösung der globalen Plastikverschmutzung wird!

Wie funktioniert traceless?

traceless ist ein lagerstabiles Material, das die positiven Eigenschaften herkömmlicher Kunststoffe bietet und gleichzeitig in der Natur abbaubar ist – denn genau dafür ist es designt!

traceless ist preislich als auch qualitativ konkurrenzfähig zu herkömmlichen (Bio-)Kunststoffen und berücksichtigt alle Wirkungsindikatoren: Es ist nicht nur biobasiert, sondern aus Nebenprodukten der Agrarindustrie hergestellt und konkurriert daher nicht mit der Lebensmittelproduktion. Es basiert auf natürlichen Polymeren und ist deshalb in der Umwelt kompostierbar. Es ist sicher für Mensch und Natur, da wir komplett auf die Verwendung von schädlichen Zusatzstoffen und Lösungsmittel verzichten – traceless materials sind sogar essbar! Und dank unserer innovativen, zum Patent angemeldeten Technologie erzielt traceless auch noch deutlich geringere CO2 Emissionen. Unser Material ist als flexible Folie, feste Alternative zu Hartplastik oder als hauchdünne Beschichtung erhältlich und eignet sich daher für eine Vielzahl von Produktanwendungen.

Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Die Herausforderung bei der Entwicklung von Plastik-Alternativen die dem Ansatz des biologischen Kreislaufs folgen, also Materialien, die in der Umwelt kompostierbar sind, liegt darin, dass diese sich sowohl nach kurzen Zeit in der Umwelt abbaubar sein müssen und diese nicht belasten dürfen, aber gleichzeitig hohen Anforderungen genügen müssen. Da wird die Auswahl sehr schnell dünn. Derzeit macht der globale Markt an Biokunststoffen nur etwa 0,6 % der gesamten Kunststoffproduktion aus. Davon ist aber gerade einmal die Hälfte bioabbaubar und die große Mehrheit sind synthetisch polymerisierte Kunststoffe, die nur in industriellen Kompostieranlagen abbaubar sind. Mikroorganismen in unserer Umwelt sind nur begrenzt fähig diese künstlich hergestellten Polymerketten zu zerkleinern.

Damit bieten Biokunststoffe zwar qualitativ eine Alternative, das Problem der Umweltverschmutzung durch Kunststoffe lösen sie jedoch nicht. Außerdem basieren Biokunststoffe häufig auf Stärke und Zucker, also Lebensmitteln. Schon allein bei der Betrachtung der Rohstoffe und Abbaubarkeit fallen die meisten aktuellen Lösungsansätze raus – und damit sind noch lange nicht alle Wirkungsindikatoren berücksichtigt. Harmlos für Mensch und Umwelt oder die CO² Bilanz sind nur einige weitere Faktoren, die berücksichtigt werden müssen und natürlich auch Qualität und Preis. Mit unseren traceless Materialen haben wir eine Lösung gefunden, die eine positive Antwort auf all diese Fragen bietet.

traceless, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Unser Ziel ist es, marktführend im Bereich alternative Plastikmaterialien für alle Produkte zu sein, die leicht in die Umwelt gelangen können. In den nächsten Jahren wollen wir zudem unsere Marke soweit ausbauen, dass traceless zu einer Ingredient Brand wird, die Verbraucher:innen eine ganzheitlich nachhaltige Alternative garantiert.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?

Traut euch und teilt Eure Idee mit eurem Umfeld! Natürlich steht am Anfang viel Unsicherheit und Gründung ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden, es gibt aber auch viel Unterstützung und Förderung da draußen. Nehmt diese auch auf jeden Fall in Anspruch.

Eine tolle Idee findet meist schnell erste Anhänger:innen und als Team schafft man es auch mit den kleinen und großen Hürden fertig zu werden. 

Und ein letzter Tipp noch: Probiert euch aus und versucht jeden Tag etwas Neues zu lernen. Trefft Entscheidungen, egal wie schwer euch das fällt und vor allem nehmt euch die Zeit um auf das zurückzublicken, was ihr bereits geschafft habt und seid stolz auf euch!

Wir bedanken uns bei Johanna Baare und Dr. Anne Lamp für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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