Seid immer ehrlich, aber optimistisch

Toposens 3D-Sensor der wie eine Fledermaus die Umgebung über Ultraschall wahrnimmt

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Toposens doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind Toposens aus München. Fünf Teammitglieder die daran arbeiten, die 3D-Sensor-Szene zu revolutionieren. Wir entwickeln einen 3D-Sensor, der wie eine Fledermaus die Umgebung über Ultraschall wahrnehmen und die 3D-Position von Objekten und Personen in Echtzeit bestimmen kann. Der Sensor ist klein, robust und günstig und kann z.B. für Anwendungen im Internet of Things oder auch für die Kollisionsvermeidung von autonomen Systemen eingesetzt werden.

Wie ist die Idee zu Toposens entstanden?
Alex, einer der Gründer, wollte während seines Mechatronik-Studiums einen Roboter-Goldfisch in einem Aquarium zum Schwimmen bringen. Dafür brauchte er einen 3D-Sensor. Da es jedoch auf dem Markt keinen passenden Sensor gab, hat er einfach selbst damit angefangen, den Algorithmus für den 3D-Ultraschallsensor zu entwickeln.
Drei Jahre später war der Algorithmus fertig, Alex hat das große Potential der Technologie erkannt und gemeinsam mit Rinaldo und Tobias Ende 2014 Toposens gegründet!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Wir haben Mitte 2015 das EXIST Gründerstipendium erhalten, haben einige Preisgelder gewonnen und z.B. am TechFounders und am ESA BIC Accelerator teilgenommen. Zurzeit finanzieren wir uns selbst über Entwicklungsprojekte! Zudem bringen wir gerade unser erstes Produkt, ein Evaluation Kit, auf den Markt. Wir haben die Möglichkeit, das Unternehmen durch Bootstrapping weiterzuführen, können uns aber auch vorstellen mit passenden Investoren zusammenzuarbeiten!
Eine Herausforderung war einerseits die Entwicklung des Sensors selbst. Da wir eine grundlegend neue Technologie entwickelt haben, gab es keine Experten auf diesem Gebiet, die wir zu einem Problem befragen konnten.
Auf der anderen Seite gibt es sehr viele strategische Herausforderungen: Wie möchten wir unser Startup finanzieren? Auf welche Branche legen wir den Fokus? Mit wem arbeiten wir zusammen?

Wie hat sich das Unternehmen seit dem Start entwickelt?
Am Anfang standen grundlegende Forschungsthemen stark im Vordergrund. Wir haben eine komplett neue Technologie von Grund auf entwickeln müssen. Mittlerweile sind wir schon einen Schritt weiter und können uns auf die Entwicklung des Sensors für bestimmte Gebiete fokussieren.
Außerdem sind wir gewachsen. Wir haben erste Mitarbeiter eingestellt und sind in ein neues, größeres Büro umgezogen. Insgesamt haben wir uns zu einem ernstzunehmenden Partner mit professionellem Auftreten entwickelt. Wir sind mittlerweile in der glücklichen Lage, uns die Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten möchten, auszusuchen.

Wer ist die Zielgruppe von Toposens?
Wir spezialisieren uns aktuell auf Geschäftskunden (B2B). Da unser Sensor grundsätzlich sehr vielseitig einsetzbar ist, kommen auch viele verschiedene Industrien und Anwendungsbereiche für uns als Kunden in Frage. Unsere Zielgruppe ist innovationsfreudig und agiert schnell. Interesse und Potential sehen wir z.B. in der Unterhaltungselektronik, dem Smart Home Bereich, aber auch in der Automobilindustrie und anderen produzierenden Industrien.

Wie funktioniert ihre Technologie?
Grundsätzlich funktioniert unser Sensor wie eine Fledermaus. Wir senden Ultraschall Signale aus und bekommen Reflektionen von den Objekten im Raum zurück. Aus diesen Signalen können unsere Algorithmen die exakte 3D-Position der Objekte berechnen.
Diese Informationen können nun von Maschinen weiterverarbeitet werden. So kann zum Beispiel ein autonomer Logistikroboter im Lager seine Umgebung noch besser erkennen und Unfälle vermeiden. Ein Toposens Sensor im Fernseher ermöglicht die Steuerung über Gesten, an der Decke angebracht kann der Sensor die Anzahl und Position von Personen im Raum erkennen.

Welche Vorteile bietet das?
Durch die Ultraschall -Technologie kann der Sensor wie eine Fledermaus auch im Dunkeln sehen, ist sehr robust (Staub, Regen oder Schocks schaden der Leistung nur wenig), klein, leicht, energieeffizient und zudemgünstiger als optische Systeme. Außerdem hat der Sensor den Vorteil, effektiv die Privatsphäre zu schützen, da wir keine Personen identifizieren!

Toposens, wogeht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
In fünf Jahren soll unser 3D-Ultraschallsensor bereits in vielen spannenden, zukunftsorientierten Anwendungsfällen eingesetzt werden, z.B. in den Bereichen Internet of Things, Industrie 4.0 oder autonome Systeme. Durch unsere Sensoren wird die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine in fünf Jahren sehr viel einfacher sein. Zudem wir sich unser Team wird stark vergrößert haben und wahrscheinlich wird der ein oder andere internationale Standort mit dazugekommen sein.
Unser großes Ziel ist es, in fünf Jahren preiswerte 3D-Sensorik anbieten zu können und damit viele Produkte günstiger und interaktiver zu gestalten.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
– Einfach machen! Natürlich muss man immer erst alle Optionen betrachten und analysieren, aber dann sollte man lieber schnell entscheiden (und bei Bedarf den eingeschlagenen Weg korrigieren) als zu lange abzuwarten.
– Dreambig! Seid immer ehrlich, aber optimistisch.
– Lasst euch nicht von großen Namen einschüchtern!

Weitere Informationen finden Sie hier

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer ist 39 Jahre jung, Gründerin und leitende Redakteurin der StartupValleyNews. Ihre Karriere startete sie in verschiedenen internationalen Direktvertriebsunternehmen. Seit 2007 ist sie hauptberuflich als Journalistin tätig. Während dieser Zeit lernte sie die Startup-Szene kennen und schätzen, was Sie dazu bewogen hat mit StartupValleyNews ein internationales Startup Magazin aufzubauen!

KOSTENLOSER NEWSLETTER

Erhalten Sie regelmäßig die neuesten Updates der internationalen Startup-Szene!

X