Zeit einteilen. Die Aufgaben müssen klar priorisiert werden.

Topglas Wieder- und Neuverglasung Ihrer vorhandenen Brille

Stellen Sie sich und das Startup Topglas doch kurz unseren Lesern vor!
Moritz: Mein Name ist Moritz Rappold, ich bin 29 Jahre alt und der Gründer von TopGlas. TopGlas ist der Service für die günstige Wieder- und Neuverglasung von Brillen aller Art, eine Art Carglass, nur eben für Brillen. Wir helfen Brillenträgern, günstig neue, hochwertige Brillengläser einzusetzen, ohne dass sie Einbußen bei der Qualität befürchten müssen.

Tim: Ich bin Karl-Tim Ibald und 30 Jahre alt. Ich bin seit vergangenem Herbst bei Topglas. Moritz hat unser Geschäftsmodell schon ganz gut erklärt.

Wie ist die Idee zu Topglas entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Moritz: TopGlas habe ich 2015 gegründet. Da ich selbst Brillenträger bin, hatte ich viele Jahre mit den hohen Preisen für Brillen und Brillengläser zu kämpfen. Eine familiäre Verbindung ermöglichte mir den Einstieg in das Optiker-Geschäft und ebnete das TopGlas-Modell. Tim hatte ich zuvor im Studium in Passau kennengelernt. Wir haben uns stets gut verstanden und sind im Kontakt geblieben. Im Herbst 2016 war es dann soweit, dass er in die Firma eingestiegen ist, um TopGlas schneller wachsen zu lassen.

Tim:Bevor ich bei TopGlas anfing, war ich auf Malta im Online-Marketing tätig, den Kontakt zu Moritz habe ich nach dem Studium nicht abbrechen lassen. Im Sommer 2016 fragte er mich dann, ob ich nicht bei TopGlas einsteigen wolle. Wir ergänzen uns sehr gut, deswegen habe ich sofort zugesagt.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Moritz: In meiner Familie sind Alle unternehmerisch tätig. Unabhängig davon, habe ich relativ schnell festgestellt, dass ich in fremden Unternehmen meine Ideen und Fähigkeiten nur schwer ausleben kann. Somit war der Schritt in die Selbständigkeit quasi vorprogrammiert.

Tim: Die Freiheit, Prozesse schnell umzusetzen und direkt am Produkt dran zu sein, ist schon ein tolles Gefühl. In meinen Augen ist die persönliche Lernkurve viel höher als in vielen großen Unternehmen.

Von der Idee bis zum Start: was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Moritz: Die größten Herausforderung sind die bürokratischen Prozesse. Wenn man ein Unternehmen gründet, hat man mehrere Herausforderungen: erstens das Kapital und zweitens alles andere. Ich habe TopGlas aus Eigenmitteln finanziert – mit der Unterstützung meiner Eltern. Aber auch mit Geld ist nicht jedes Problem einfach gelöst. Am Anfang hatten wir das Problem, dass uns keine Bank als Kunde akzeptieren wollte. Als Firma ein Bankkonto zu eröffnen, hat sich als schwieriger herausgestellt, als sich der technische Vorgang anhört.

Tim: Ich kann da Moritz nur zustimmen. Die Bürokratie in ist Deutschland wirklich schwer zu bezwingen. Überall hakt es und ist mit langen Wartezeiten verbunden. Moritz hat das Unternehmen per Bootstrapping hochgezogen. Als ich letztes Jahr eingestiegen bin, haben wir uns einen Investor ins Boot geholt.

Wer ist die Zielgruppe Topglas?
Moritz: Die Zielgruppe von TopGlas sind Brillenträger ab 35 Jahren und aufwärts.

Tim: Wir sehen uns als Gleitsichtgläser-Experten und haben uns dort spezialisiert.

Welche Brillengläser können getauscht werden?
Moritz: Jede Brille ist darauf ausgelegt, Brillengläser mit Sehstärke zu erhalten. Daher sind hier keine Grenzen gesetzt.

Warum bietet diesen Service nicht der Optiker an?
Moritz: Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Der reguläre Optiker verglast selbstverständlich auch jede Brille – versucht aber in der Regel dem Kunden eine neue Brille zu verkaufen, obwohl dies oft überhaupt nicht nötig ist. Ein einfacher Gläserwechsel reicht oft aus. Die Brillengestelle sind meist hochwertig und haben somit eine lange Lebensdauer.

Tim: Die Preise beim stationären Optiker variieren stark und sind alles andere als transparent. Wir versuchen mit unserem Angebot eine sehr gute Qualität zu erschwinglichen Preisen anzubieten.

Wo liegen die Vorteile, wenn man die Gläser tauscht statt die ganze Brille?
Moritz: In über 50 Prozent der Fälle ist das Gestell noch gut erhalten. Gründe für eine Neuverglasung sind unter anderem, dass sich die Sehstärke verändert hat oder die Gläser verkratzt sind. Zudem ist mit neuen Gläsern ein altes schönes Gestell wieder auf Vordermann gebracht.

Tim: Never change a winning Team: Viele Brillenträger sind mit ihren aktuellen Gestell zufrieden und finden sich damit attraktiv.

Wie ist das Feedback?
Moritz: Wir haben eine Kundenzufriedenheit von fast 100 Prozent. Viele Kunden rufen an und geben uns sehr positives Feedback und verglasen im Anschluss eine zweite oder gar dritte Brille. Wir achten bei unseren Brillengläsern besonders auf hohe Qualität. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Kunden auch glückliche Kunden sind.

Tim: Unsere Retourenquote liegt bei unter einem Prozent. Das Feedback ist sehr gut. Viele Kunden sind überrascht über die günstigen Preise und trauen dem Braten zu Beginn nicht so ganz. Wir versuchen sie bestmöglich darüber aufzuklären, dass wir keine Billig-Ware verwenden. Unsere Brillengläser werden in Frankreich produziert und in unserer deutschen Werkstatt von ausgebildeten Optikern verglast.

Topglas, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Moritz: Wir heben gerade unseren ersten Optiker im Herzen Kölns auf der Schildergasse eröffnet. In den nächsten Jahren planen wir eine flächendeckende Verbreitung in ganz Deutschland und arbeiten darauf hin, vielen glücklichen Kunden einen sehr fairen Preis für Brillengläser in Top-Qualität anbieten zu können.

Tim: Der Optik-Markt im Internet ist noch unterentwickelt, wenn man ihn mit anderen E-Commerce-Sparten vergleicht. Wir wollen weiter stark wachsen – online sowie offline.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Moritz:
1. In einem Team, was wie ein Uhrwerk funktioniert, sind fast alle Probleme lösbar.
2. Nur weil man eine Idee und einen Online-Shop hat, muss man nicht meinen, dass einem die Leute die Tür „einrennen“.
3. Von Niederlagen sollte man sich nicht unterkriegen lassen, sondern weiterhin an sein Business glauben und daran festhalten.

Tim:
1. Zeit einteilen. Die Aufgaben müssen klar priorisiert werden.
2. Aufpassen bei den IT-Deadlines. Diese Prozesse dauern meist länger.
3. Von Anfang an versuchen so viele Arbeitsschritte wie möglich zu automatisieren. Das spart auf Dauer sehr viel Zeit.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Karl-Tim Ibald und Moritz Rappold für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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