Top-Teams führen Startups zu Erfolg

Handwerkszeug für Gründer: Top-Teams führen Startups zu Erfolg

Neben Vision, Zielmarkt und Timing gehört ein funktionierendes Team zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren junger Unternehmen. Je komplexer die Wirtschaft, umso wichtiger wird Führung, heißt es im HR-Report 2014/2015 zum Schwerpunkt Führung der Hays AG. Das Ergebnis passt zu Studien und Erfahrungen von Investoren, Ventures-Capital-Gebern und Gründern. Für alle steht ein gutes Team unter den ersten drei Erfolgsfaktoren fü eine gelingende Unternehmensgründung.

Sucht euch die richtigen Teamplayer und Partner!, sagt Gründer Tim Kahle von Upfit im Gründer-Talk von Startup Valley. Bill Gross, Fondsmanager, Gründer der Pacific Investment Management Company und des Inkubators Idealab analysierte 200 Startups auf ihre Erfolgsfaktoren. Nach dem Timing, zum richtigen Zeitpunkt, am Markt sein folgen an zweiter Stelle das Team, dann Idee und Business Modell vor der Finanzierung. Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren sind: 1. das Team, 2. das Team, 3. das Team, schreibt Joachim Bernecker, Investor und Business-Angel, in einem Gastbeitrag auf der Plattform munich-startup.de. Man solle eher in eine mittelmäßige Geschäftsidee mit einem Top-Team investieren als in eine Top-Geschäftsidee mit einem mittelmäßigen Team, schreibt er weiter. Es folgen Zielmarkt, Kundennutzen und Alleinstellungsmerkmal (USP).

Führung und Teamentwicklung gehören zusammen

Gut funktionierende Teams können als Merkmal gelungener Führung bewertet werden. Somit ist Teamentwicklung eine klassische Führungsaufgabe. Im Hays-Report stehen unter Anforderungen an Führungskräfte unter anderem: Etablieren einer Feedbackkultur (71 Prozent), Motivation (69 Prozent), Gestaltung von Beziehungen im Team / in der Abteilung (48 Prozent) oder Aufgabenkoordination (47 Prozent)  alles Anforderungen, in die Gründerinnen und Gründer hineinwachsen müssen.
In der Gründungsphase steht die Idee ganz oben. Das Team arbeitet hart und viel. Bis ein Unternehmen etabliert ist, erfordert es sehr viel Durchhaltevermögen. Teamentwicklung schafft die Grundlage, um Irritationen in der Zusammenarbeit zu vermeiden und hält die Motivation.

Prozess der Teambildung

Es gilt, gemeinsame Ziele zu definieren, Aufgaben, Rollen, Abläufe und Spielregeln für die Zusammenarbeit zu schaffen. Mit der Zeit verändern sich Aufgaben und Ziele, es entwickeln sich Themen, die bearbeitet werden müssen, damit keine ungelösten Konflikte entstehen und eine effektive reibungslose Zusammenarbeit möglich ist. Mit neuen hinzukommenden Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen beginnt der Teambildungsprozess von Neuem. Die Teammitglieder handeln unbewusst Rollen und Status aus und durchlaufen erneut die Phasen der Teamentwicklung.

Vier Phasen der Teamentwicklung

  1. Forming
  2. Storming
  3. Norming
  4. Performing

Forming: Typisch für die Anfangsphase sind: Unsicherheit und Ausprobieren, welches Verhalten in der Situation akzeptabel ist.

Storming: Meinungen stehen nebeneinander, Konflikte und Machtkämpfe entstehen.

Norming: Zusammenhalt entwickelt sich, Gruppennormen entstehen, Widerstände und Konflikte werden abgebaut und bereinigt.

Performing: Interpersonale Probleme sind gelöst, die Gruppenstruktur funktioniert, es besteht Flexibilität, gemeinsam Ziele zu erreichen.

Stabile, klare und verlässliche Rahmenbedingungen schaffen

Teams unterscheiden sich von Arbeitsgruppen durch gemeinsame Ziele. Zu Beginn trägt die Vision. Damit diese dauerhaft wirksam bleibt, an Außenstehende wie Kunden und Vertragspartner nachvollziehbar kommuniziert werden kann, sollten Leitbild und Strategie erarbeitet werden. Dieser Prozess unterstützt ein ausgeprägtes Gefühl der Zusammengehörigkeit. Formuliert werden sollten:

  • Idee und Vision
  • anspruchsvolle, klare und erreichbare Ziele
  • eine gemeinsame Verantwortung für das Gelingen/Erreichen der Ziele
  • ausgehandelte und transparente Zuständigkeiten sowie Verantwortlichkeiten
  • verbindliche Arbeitsabläufe
  • wertschätzender Umgang miteinander und gegenäber Außenstehenden
  • ein Corporate Wording, das ein Bewusstsein einerseits für wertschützende Formulierungen und andererseits für verständliche Begrifflichkeiten schafft
  • die Prinzipien der lernenden Organisation (Umgang mit Fehlern und Konflikten)
  • Definition der Arbeitsabläufe

Der Prozess der Teamentwicklung erhöht bei neu entstehenden Teams die Erfolgsaussichten und motiviert auf Durststrecken, die jedes Unternehmen “ ob neu gegründet oder etabliert“ durchläft. Als regelmäßige Reflexion kann eine Bestandaufnahme in festgefahrenen Situationen helfen. Es lohnt sich auch oder insbesondere bei Gründungen, der Teamentwicklung Aufmerksamkeit zu schenken. Der Gründer von Idealab Gross formuliert es so: Zu Beginn von Idealab habe er die Idee für das Wichtigste gehalten. Mit der Zeit sei das Team immer stärker in den Vordergrund gerückt.

Checkliste für Führungskräfte

Es lohnt sich für Gründer und Führungskrüfte, immer wieder mit einer Art Kurzcheckliste erneut zu prüfen, ob notwendige Voraussetzungen für eine reibungsarme Zusammenarbeit gegeben sind. Eine Möglichkeit dazu bietet das CORPI-Modell: CORPI steht für:

  • Context: Ist allen Mitarbeitern der Zusammenhang klar, in dem ihre Aufgaben stehen?
  • Objectives: Haben alle die gleichen Ziele?
  • Roles: Sind die Rollen klar verteilt?
  • Procedures: Sind die Ablaufprozesse klar definiert und kennt sie jeder?
  • Interaction: Funktioniert die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, Schnittstellen und Außenkontakten?

Zum Autor:

Florian Grolmann ist geschäftsführender Berater der initio Organisationsberatung GmbH in Berlin. Diese begleitet auf systemischer Basis Unternehmen zu den Themen Strategie, Werte und Leitbild, Führung und Teamentwicklung, Konflikte und Gruppendynamik sowie Optimierung von Ablaufprozessen und Change Management. Die Berater moderieren Workshops und Gruppenprozesse, führen Business-Strukturaufstellungen durch oder beraten und trainieren Unternehmer, Fürungskräfte und Teams von der Entstehung üer Konfliktphasen bis zu Neuorientierungen.

Weiterührende Informationen:

https://www.derbrutkasten.com/a/erfolgsfaktor-startup/

http://www.munich-startup.de/8303/gastbeitrag-professionelle-kommunikation-als-erfolgsfaktor-fuer-startups-teil-2/

https://www.hays.de/personaldienstleistung-aktuell/studien

Bildquelle: istock.com/PeopleImages

redaktion

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