Tonies revolutionieren das Hören von Hörspielen und Hörbüchern

Tonies bringen Spiel ins Hörspiel

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Tonies doch kurz vor!
Mein Name ist Patric Faßbender. Zusammen mit Marcus Stahl habe ich die Boxine GmbH – so steht unser Start-Up im Handelsregister – gegründet. Inzwischen sind wir bei den Tonies zu Neunt und arbeiten daran, im Frühjahr 2016 Audio-Inhalte auf revolutionär neue Art und Weise ins Kinderzimmer zu bringen.

Wir alle glauben, dass das Hören etwas unfassbar Tolles und Wertvolles für die Entwicklung von Kindern ist. Jedes Kind liebt es, in Fantasiewelten einzutauchen, und Zuhören ist dabei essentiell. Am tollsten ist es natürlich, wenn Mama, Papa, Oma oder Opa eine Geschichte vorlesen. Und wir haben uns gefragt: wie wäre es, wenn man das Hören von Hörspielen und Hörbüchern so einfach macht, als wenn man sie vorgelesen bekommt? Wenn sich Kinder wirklich voll und ganz aufs Zuhören konzentrieren könnten? Mit unserem Produkt glauben wir, dass wir das hinbekommen haben.

Wie ist die Idee zu Tonies entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Meine Tochter ist ein totaler Hörspielfan. Und als vor ca. drei Jahren mal wieder dieses typische Geräusch einer hängenden CD aus ihrem Kinderzimmer drang, kam mir der Gedanke: irgendwie kann es doch nicht sein, dass ich hier mit meinem iPhone super bequem und modern meine Playlists anhören kann, während bei Ella immer noch diese Plastikgeräte mit ihrer uralten, störanfälligen Technik rumstehen. Das war vor allem aus der Konsumentenperspektive gedacht, und erst als ich auf der Suche nach einem vernünftigen Audiogerät fürs Kinderzimmer nicht fündig wurde, kam die Idee auf: da denke ich mir selbst was aus. Das war die Geburtsstunde der Toniebox als kindgerechtes Abspielgerät. Aber weil es dazu neben guten Ideen auch technischen Sachverstand braucht, kam Marcus mit ins Spiel. Wir kannten uns aus der gemeinsamen Vorstandsarbeit im Kindergarten. Marcus ist gelernter Ingenieur und bringt auch einen umfangreichen Management-Background mit.

Wie funktioniert die Toniebox?
Wie eingangs schon erwähnt, wollen wir das Zuhören in seiner puren Einfachheit ermöglichen. Wir haben das nämlich früh während der Produktentwicklung als eines der Hauptprobleme herkömmlicher Technik identifiziert: das Hören wird ständig unterbrochen, teilweise sogar verkompliziert. Eine CD einlegen, eine Kassette umdrehen – das ist „nur“ ein bisschen nervig, aber man stelle sich einen Dreijährigen vor, der sich durch die Menüstruktur eines MP3-Players mit zig Hörspielen im Speicher bis zu seinem Wunschtitel durch navigiert. Das kann man vergessen.
Der Heureka-Moment durch eine Struppi-Figur (von Tim und Struppi), von der zahlreiche auf meinem Schreibtisch stehen: im Wort Hörspiel steckt doch Spiel drin! Wie wäre es, wenn man das wörtlich nimmt und eine Spielfigur entwickelt, die für Hörspiele steht? So eine Art Hörfigur also. Und genau das sind die Tonies: Hörfiguren.
Man stellt sie einfach auf das Abspielgerät – unsere Toniebox – und los geht die Geschichte. Zum Pausieren nehme ich den Tonie einfach wieder herunter. Das System merkt sich die Abspielposition, sodass es genau an der Stelle weitergeht, wenn ich den Tonie später wieder aufstelle. Technisch funktioniert das ganze mit NFC, WLAN und einer Cloud, wobei einmal herunter geladene Inhalte auf der Toniebox gespeichert und damit dauerhaft auch ohne Netzanbindung gehört werden können.
Spannend ist noch unser Kreativ-Tonie Konzept, denn neben dem Genuss von Hörspielklassikern möchte man ja vielleicht auch selbst kreativ werden. Sei es, dass man Oma bittet, ein Buch vorzulesen, oder weil man auf Geschäftsreise schnell ein Gutenachtlied einsingen möchte. Das geht bei uns mit einer Smartphone-App, und mit den erwähnten Kreativ-Tonies. Die kann man mit den aufgenommenen Hörinhalten verknüpfen. Das geschieht über die Cloud quasi in Echtzeit und ortsunabhängig.

Wer ist die Zielgruppe von Tonies?
Unsere Kernzielgruppe zur Markteinführung sind Kinder im Vorschulalter. Wir haben alle großen Kinderbucherlage und Labels für unsere Idee gewinnen können. Starten werden wir mit knapp 20 Tonies. Mit dabei sind bekannte Hörspielhelden wie Benjamin Blümchen oder Bibi Blocksberg, aber auch echte Klassiker wie Janoschs „Oh wie schön ist Panama“ oder das Sams. Da sind wir übrigens besonders stolz drauf, denn vor den Tonies gab es vom Sams noch nie Figuren, weil der Autor Paul Maar eigentlich kein Merchandising möchte. Aber als Hörfigur wollte er unbedingt dabei sein.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung ist das Durchhaltevermögen, was es braucht, eine tolle Idee in ein tolles Produkt zu überführen. Da hilft es natürlich sehr, wenn man auf ein gutes Netzwerk zugreifen kann – und das haben wir. Auch die Finanzierung ist so entstanden: alle Gesellschafter stammen aus direkten oder indirekten Kontakten.

Wie viel kostet die Toniebox und wo kann man Sie kaufen?
Wir launchen unser Produkt ja offiziell auf der Spielwarenmesse in Nürnberg, Ende Januar 2016. Bis dahin feilen wir auch noch am finalen Preis. Aber ich kann schon verraten, dass wir ein Starterset bestehend aus einer Toniebox und zwei Tonies für deutlich unter 100 Euro anbieten werden.
Auch unsere Handelspartner stehen noch nicht final fest. Wir werden aber sowohl im Spielwarenhandel, im Buchhandel, als auch in Elektronik-Fachmärkten zu haben sein. Und natürlich online unter www.tonies.de. Dort kann man das Produkt auch bald vorbestellen – staytuned!

Tonies, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das ist eine sehr gute Frage! In der Tat haben wir bereits jetzt unendlich viele Ideen, wie wir uns weiter entwickeln können. Das geht los mit dem Erschließen weiterer Zielgruppen, denn inzwischen ist uns klar, dass unser Bedienkonzept auch für ältere Kinder, ebenso wie für Erwachsene, super spannend ist. Aber auch viele neue Tonie-Typen sind bereits in der Pipeline. Unsere Technologie lässt hier praktisch alles zu, was man sich vorstellen kann. Aber wir fokussieren uns zunächst voll und ganz darauf, eine in jeder Hinsicht saubere Markteinführung hinzubekommen.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Da kann ich gleich an die letzte Frage anknüpfen: verliert euren Fokus nicht! Bei allem, was das Gründen so spannend macht und aller Notwendigkeit, mit täglich neuen Situationen umgehen zu müssen, darf man das Wesentliche nie außer Augen verlieren. So banal das auch klingen mag.

Bild: Tonies Gründer v.l.n.r. Patric Faßbender Marcus Stahl

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Patric Faßbender für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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