Mit drei Schritte vor und zwei zurück rechnen

Die Tischlerbörse hilft dem alten Tischler Handwerk ins digitale Zeitalter

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Tischlerbörse doch kurz vor unseren Lesern vor!
Die Tischlerbörse ist der erste Online-Marktplatz für Schreiner/Tischler im gesamten deutschsprachigen Raum. Das bekannt erfolgreiche Marktplatz-Konzept ist hier auf eine Branche spezialisiert und hilft dem alten Tischler-Handwerk ins digitale Zeitalter.
Potentielle Tischlerei-Kunden treffen auf die für ihr Projekt geeigneten und verfügbaren Tischlereien und erhalten konkrete Angebote online. Die Kunden bekommen so auf eine schnelle und einfache Weise den vollen Überblick. Durch die wesentliche Vereinfachung der Angebots-Suche werden insgesamt mehr individuelle Wohnwünsche in tatsächliche Aufträge umgewandelt. Tischler bekommen dadurch mehr Aufträge und reduzieren ihren Aufwand bei der Kundenakquise.
Da wir zwei Gründer in Wien leben, beginnen wir mit dem Aufbau der Mitglieder und Kunden derzeit regional in Wien und Umgebung.

Wie ist die Idee zu Tischlerbörse entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Markus Schneider und ich sind alte Schulfreunde aus Wien. 18 Jahre nach unserer Matura (Abitur) haben wir uns zufällig am Sportplatz wiedergetroffen. Und wir hatten damals beide den Wunsch, vom Berufsleben als Angestellte in die Selbstständigkeit zu wechseln. Die Tischlerbörse ist das erste Projekt unserer neu gegründeten Firma, aber es soll nicht das einzige bleiben.
Die Inspiration für die Tischlerbörse kam durch Markus’ Umzug in eine neue Wohnung und durch die eigene mühsame Suche nach einem Tischler. Ein Marktplatz für Tischler wäre damals die Lösung für ihn gewesen. Und so haben wir das zu unserem ersten Projekt als eigene Chefs erklärt. Das war 18 Monate vor dem Online-Launch der Website.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die 18 Monate der Konzeption und der Software-Entwicklung konnten wir noch nebenbei, also neben unseren normalen Jobs bewältigen. Der große Sprung kam aber jetzt im Frühjahr 2016. Da habe ich meinen Job aufgegeben, um 100% für unser Start-up da zu sein. Markus wird ab Herbst voll für unsere Firma da sein.
Wir halten die laufenden Kosten niedrig und kommen im Moment mit Eigenmitteln durch. Sobald die ersten Umsätze da sind und das Geschäftsmodell bewiesen ist, werden wir mit Investoren über die Expansion reden.
Als Unternehmer ist man plötzlich für alles verantwortlich, von der Reinigung des Büros über die Buchhaltung bis zu den laufenden Zahlungen von Steuern und Abgaben aller Art. Die formelle Firmengründung selbst war auch eine eigene Erfahrung mit vielen netten Empfehlungen von Ämtern und Institutionen, die aber leider fern jeder Wirtschaftlichkeit lagen. Da waren viele leere Kilometer dabei. Am Ende hängt alles von der eigenen Motivation ab. Und die muss einiges aushalten und durchstehen können, denn sehr oft heißt es „drei Schritte vor und zwei zurück“.

Wer ist die Zielgruppe von Tischlerbörse?
Als Marktplatz haben wir natürlich zwei getrennte Zielgruppen: einerseits die Tischler, andererseits die potentiellen Auftraggeber. Die Zielgruppe der Auftraggeber definiert sich durch ihr konkretes Online-Suchverhalten nach Tischlern sowie das generelle Interesse für individuelles Wohnen.
Unsere Zielgruppe im engeren Sinn – also die eigentlichen Kunden unserer Firma, von denen der Umsatz kommen soll – sind die Tischlereien. Dabei zielen wir auf solche Betriebe ab, die den Wunsch haben, im Internet erstmalig präsent zu sein oder verstärkt präsent zu werden und die zumindest saisonal auch freie Kapazitäten für Neukunden haben. Für Österreich schätzen wir, dass von den ca. 8000 Tischlerbetrieben und Ein-Personen-Unternehmen, die es hier gibt, 1000 bis 1500 in diese Zielgruppe fallen.

Wie funktioniert die Tischlerbörse? Wie findet man den passenden Tischler?
In vier Schritten kommt ein Kunde zur bestmöglichen Umsetzung seines Wunschprojekts: 1. Projekt auf tischlerboerse.at beschreiben 2. Angebote von passenden, verfügbaren Tischlereien erhalten 3. Fragen direkt mit Tischlern abklären 4. Auftrag erteilen und Wohntraum wahr werden lassen.
Im Moment läuft nur der erste Schritt in diesem Prozess über das System der Tischlerbörse. Die passenden und verfügbaren Tischler melden sich dann direkt per E-Mail beim Kunden. Wir werden uns ansehen, ob es hilfreich ist, in Zukunft auch die weiteren Schritte in unser System zu integrieren.

Können sich die Tischler selbstständig eintragen?
Ja. Tischler registrieren sich selbst oder mit unserer Hilfe. Alle Tischler, die man auf der Tischlerbörse findet, sind aktiv und auf eigenen Wunsch dabei. Es gibt also keine „Geister-Einträge“. Nachdem sich ein Tischler registriert, helfen wir dabei, seinen Profileintrag optimal zu gestalten.
Darüber hinaus möchten wir in Zukunft auch ausführliche Präsentationsseiten für die Tischlereien erstellen. Anhand von Videos, Hintergrundinfos und Berichten über realisierte Projekte können sich Kunden ein vollständiges Bild von den möglichen Tischlereien machen. Wir übernehmen dann je nach Bedarf auch das gesamte Online-Marketing der Tischlereien. Wer bei der Tischlerbörse Mitglied ist, ist im Internet bestens platziert.

Tischlerbörse, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
2016 möchten wir in Österreich unser Angebot testen und verbessern. Anfang 2017 expandieren wir nach Deutschland, wo es um die 40.000 Tischlerbetriebe gibt und der Hebel entsprechend größer ist. Für einen Start in der Schweiz sind wir im Moment schon mit einem möglichen Country Manager in Verhandlung.
In fünf Jahren werden die Tischlerbörse und ihre länderspezifischen Ableger im deutschsprachigen Raum 15% aller Tischlerbetriebe als Kunden haben. Wir werden dann im DACH-Raum sowohl bei den Auftraggebern als auch bei den Tischlereien als Marktplatz die klare Nummer 1 sein und als Marke top-of-mind sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Die Idee zuerst im erweiterten Freundes- und Bekanntenkreis testen, um Feedback zu erhalten und das Konzept zu schärfen.
2. Bei den Finanzen reichlich Puffer einplanen. Mit „drei Schritte vor und zwei zurück“ rechnen.
3. Mutig sein und niemals aufgeben!

Wir bedanken uns bei Andreas Picka für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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