5 Wertvolle und kostensparende Tipps zur Webseiten Lokalisierung für Startups

Arbeiten über Ländergrenzen hinweg spielt nicht nur für den Geschäftserfolg etablierter Großunternehmen eine wichtige Rolle. Auch für Start-Ups ist die Zusammenarbeit mit internationalen Kunden inzwischen gang und gäbe.

Start-Ups stehen jedoch vor einer großen Herausforderung, wenn es darum geht, sich am globalen Markt zu behaupten. Ihren Namen kennt oft niemand. Da können die Produkte und Services noch so gut sein, die potentielle Zielgruppe wird es bei der Vielzahl an Wettbewerbern aus dem In- und Ausland schwer haben, sie zu finden. Deshalb ist es essentiell, sich rechtzeitig mit der Internationalisierung ihres Online-Auftritts zu befassen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Die 5 Säulen einer günstigen Lokalisierung

Um sich auch mit kleinem Budget am internationalen Markt etablieren zu können, sollte ein Start-Up seine Lokalisierungsstrategie an folgenden 5 Aspekten ausrichten:

1. Internationaler Weitblick
2. Verwendung des richtigen Content Management Systems
3. Kompetente Partner bei der Umsetzung
4. Wissen über potentielle anfallende Kosten
5. Netzwerk zur Unterstützung heranziehen

Neben diesen 5 Punkten, auf die wir im Folgenden noch genauer eingehen werden, sollte natürlich auch eine strategische Entscheidung gefällt werden, nämlich, welche Sprachen am meisten Potenzial und dementsprechend Priorität haben. Diese Infografik veranschaulicht das sehr schön!

1. Internationaler Weitblick – von Anfang an
Zum einen kann man internationale Handelskammern zur Unterstützung heranziehen, wenn es um den Aufbau eines globalen Business-Netzwerks geht. Effektiver für den nachhaltigen internationalen Erfolg ist es jedoch, sich kompetent im Netz zu präsentieren – und zwar multilingual (und das möglichst fehlerfrei!).

Ein Großteil der Zielgruppe verlagert die Recherche nach Geschäftspartnern, Dienstleistungen und Produkten ins Internet. Firmen, die langfristig internationalen Erfolg haben wollen, müssen es deshalb schaffen, mit ihrer Präsentation im World Wide Web potentielle Kunden multinational zu überzeugen.

Für Unternehmen und Selbständige ohne In-house-Übersetzer und IT-Profis, ist der einfachste Weg, ihre Webseite erst einmal nur in einer Ausgangssprache zu erstellen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Unternehmenswebseite so ausgerichtet ist, dass sie mit möglichst geringem Aufwand auch zu einem späteren Zeitpunkt in andere Sprachen übertragen werden kann.

Neben Inhalt und Design, die bereits in der Planungsphase auf internationale Kunden ausgerichtet werden können, kommt es hier vor allem auf die Wahl des richtigen Content Management Systems an.

2. Ist das verwendete CMS international „kompatibel“?
Vor allem Start-Ups mit kleinem Budget gehen dem weit verbreiteten Irrtum auf den Leim, dass das Thema Lokalisierung erst einmal aufgeschoben werden kann, bis das Thema aktuell wird. Auf den ersten Blick mag es Kosten sparen. Auf den zweiten Blick sieht das jedoch anders aus.

Bereitet sich ein Start-Up auf eine Lokalisierung vor, sollte es sicherstellen, dass es von Anfang an ein CMS verwendet, das bei Bedarf problemlos internationalisiert werden kann, denn: Internationalisierung beginnt nicht erst mit dem Beschluss einen mehrsprachigen Internetauftritt anzubieten, sondern bereits mit der Wahl des Systems, auf welchem eine Webseite aufgebaut ist.

WordPress beispielsweise ist nicht nur einfach zu bedienen und aus SEO-Perspektive zu empfehlen, auch die Übersetzung in andere Sprachen lässt sich anhand Plug-Ins einfach umsetzen.

Eine Website, die die Mehrsprachigkeit von Haus aus oder durch entsprechende Plug-Ins beherrscht, kann problemlos in anderen Sprachen dargestellt und angesehen werden, ohne dass Layout, Design oder Funktionalität beeinträchtigt werden. Seien es verschiedene Leserichtungen, verschiedene Registrierungsdaten in unterschiedlichen Formaten oder Zahlungsmittel, die unterstützt und angebunden werden sollen – all das spielt hier eine Rolle für den internationalen Unternehmenserfolg.

3. Simplify your life – mit dem richtigen (Übersetzungs-)Partner an der Seite
Vor allem kurz nach der Gründung ist ein junges Unternehmen voll und ganz damit beschäftigt, im Markt Fuß zu fassen. Der Zeit und Arbeitsaufwand sollte deshalb an anderer Stelle so stark wie möglich reduziert werden. Eine Übersetzungsmaschine könnte die perfekte Lösung sein, um wertvolle Zeit zu sparen? Leider nicht.

Kostengünstig, ja. Aber, zuverlässig? Keineswegs. Übersetzungsmaschinen à la Google Translate verstehen den Bedeutungszusammenhang von Wörtern beziehungsweise Sätzen nicht. Mehrdeutigkeiten eingegebener Wörter und Bedeutungsnuancen werden von ihnen ignoriert. Dies kann vor allem bei Umgangssprache und länderspezifischen Redewendungen zu einem echten Problem werden:

• Dialekte und damit zusammenhängende Vokabeln werden nicht erkannt.
• Besonders spektakulär ist die Übersetzung, mehrdeutiger Begriffe. Die Übersetzungsmaschine entscheidet sich ohne Kontextbezug für „die erstbeste Übersetzung“. Der Sinn des Ausgangswortes bleibt dabei oft völlig auf der Strecke.
• Selbst bei bekannten Wörtern und Sätzen leidet die Grammatik.

Es ist also gut zu erkennen, dass ein Start-Up bei der Übersetzung an der falschen Stelle spart: Ausgebildete Übersetzungsexperten sollten hier die Ansprechpartner sein.

4. Übersetzungskosten kalkulieren
Die gesamte Lokalisierung preislich einzuschätzen, ist nicht einfach, da sie – je nach Umfang der Webseite – einen unterschiedlich hohen Aufwand erfordert. Damit ein Start-Up sich aber dennoch einen groben Überblick verschaffen kann, bietet es sich an, die potentiellen Übersetzungskosten für die Inhalte vorab zu analysieren.

Nicht überall in Europa berechnen sich die Preise auf derselben Grundlage. In Deutschland beispielsweise, berechnen sich die Preise nach den zu übersetzenden Zeilen. Britische Übersetzer und Agenturen kalkulieren in der Regel auf Grundlage von 1000 Wörtern Ausgangstext oder Zieltext.

Die Berechnung nach Ausgangstext hat den Vorteil, dass der Endpreis von Anfang an feststeht. Bei einer Berechnung nach Zieltext wird die tatsächlich geleistete Übersetzungsarbeit in Rechnung gestellt.

Eine ausgiebige Recherche vor Beginn des Lokalisierungs-Projektes ist unbedingt notwendig. Es sollten Angebote unterschiedlicher Agenturen eingeholt werden, um sich einen Überblick über die Marktsituation zu verschaffen.

5. Mit bestehendem Netzwerk Übersetzungsressourcen maximieren
Übersetzungen sind eine Schlüsselkomponente in der Lokalisierung. Viele Start-Ups gehen deshalb davon aus, dass sie deshalb besonders teuer ist. Das muss aber nicht sein! Für die Übersetzung stehen nämlich auch kostengünstige Optionen zur Auswahl.

Die teuerste Option ist sicherlich die professionelle Übersetzung. Dafür garantiert sie eine qualitativ hochwertige Übersetzung durch einen erfahrenen Übersetzer. Das wiederum kann Zeit und damit Kosten sparen. Aber, keine Sorge. Auch für Unternehmen mit knappem Budget gibt es eine preiswerte Alternative, die ebenso zum Erfolg führen kann: private Kontakte.

Ein gern angeführtes Beispiel für eine solche Erfolgsstory ist Bazaart, ein israelisches Start-Up. Auch dieses Unternehmen verfügte kurz nach seiner Gründung nur über ein knappes Budget. Wie gelang es Bazaart aber dennoch, seine Inhalte zu lokalisieren und die Download-Rate seiner App immens zu steigern?

Die Mitarbeiter bedienten sich einer kreativen Problemlösung: sie baten Verwandte darum, mit dringend benötigten spanischen und portugiesischen Übersetzungen zu helfen. Mit Erfolg: Die Unterstützung des privaten Netzwerks führte die angebotene App zu globalem Erfolg. Die Download-Raten schossen von 0 auf 500.000 und brachten ausreichend Geld ein, um die App von einem Übersetzungsdienst ins Deutsche, Italienische und Französische zu übersetzen.

Wie dieses Beispiel zeigt, sollten Start-Ups ihre bereits vorhandenen Ressourcen nicht unterschätzen. Ob es Verwandte, Kollegen oder die Nutzer-Community des Unternehmens ist, sie alle können dazu beitragen die Lokalisierungskosten erheblich zu reduzieren. Und wenn der erste Schritt erst einmal gemacht ist, ist auch genügend Budget für einen professionellen Übersetzer vorhanden, der die bisherigen Arbeiten prüft und optimiert sowie weitere Übersetzungen von Beginn an perfektioniert.

ljubica-negovecLokalisierung ist ein Schlüsselkonzept für das Wachstum von Start-Ups. Sie geht über eine einmalige Übersetzung weit hinaus, muss länder- und sprachspezifische Gegebenheiten berücksichtigen und sollte deshalb als eine Investition betrachtet werden, die neben dem Tagesgeschäft wachsen kann. Die Angst vor hohen Kosten sollte kein Start-Up davon abhalten, effektive Lokalisierungsmaßnahmen zu ergreifen, um ihr Business voranzutreiben. Mit den richtigen Tools, etwas Unterstützung und ein wenig Einfallsreichtum, lässt sich die Lokalisierung auch mit einem kleinen Budget umsetzen.

Autorenname: Ljubica Negovec
Position: Geschäftsführerin
Ljubica Negovec, die Geschäftsführerin vom Wiener Übersetzungsbüro AlleSprachen ist gleichzeitig auch die perfekte Ansprechperson für interessierte Kunden. Mit ihren 20 Jahren Branchen-Know-How arbeitet sie kontinuierlich an der strategischen und technischen Weiterentwicklung des Unternehmens.

Foto: © Robert Kneschke – Fotolia.com

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