3 Tipps für Unternehmer: So funktioniert Home Office nachhaltig

Fast alle Unternehmen zwang die aktuelle Situation zum schnellen Handeln. Um die Gesundheit jedes einzelnen zu schützen, gilt seither kollektiv soziale Distanz zu wahren. Damit einhergehend: die Verantwortung der Arbeitgeber, ihren Beschäftigten sichere Arbeitsbedingungen zu schaffen – oftmals der Umzug ins Home Office. 

Als erfahrenes Remote-Team möchten wir Empfehlungen geben, wie es Unternehmen gelingen kann, allen Angestellten auch langfristig ein gesundes und funktionierendes Home Office zu ermöglichen. Wir leben als Team seither das SAC-Prinzip – Socializing, Alignment und Care sind der Schlüssel für dauerhaft erfolgreiche Remote Work.

Neue Situation, neue Herausforderungen

Die ersten Wochen im Home Office sind vorbei. Diese Phase der Anpassung geht zu Ende. Man arrangiert sich mit den neuen beruflichen Gegebenheiten. Wenngleich anfängliche Hürden genommen wurden, werden sich in den folgenden Wochen neue ergeben.

Beinahe über Nacht mussten weite Teile der Berufswelt ins Home Office umziehen. Diverse Problemstellungen galt es daher zügig lösen. Beispielsweise wie alle Mitarbeitenden Zugriff zu Servern, Datenbanken oder Intranet erhalten, wie die Absprache innerhalb des Kollegiums funktioniert oder die externe Kommunikation zu Kunden sichergestellt ist.

Home Office im Langzeitmodell – unser SAC-Prinzip

Als IT-Unternehmen setzen wir uns seit unserer Gründung mit den Chancen und Hürden der Remote Work auseinander. Heute arbeiten wir remote dynamisch und effizient. Unser Vorteil: Wir hatten Zeit zum Ausprobieren, Reflektieren und Perfektionieren. Vielen fehlt jetzt diese Zeit. Home Office im Langzeitmodell haben viele Unternehmen noch nicht getestet. Für den langfristigen Erfolg sind drei Einflussgrößen entscheidend – wir nennen diese das SAC-Prinzip:  

Socializing – weiterhin gemeinsam lachen

Die morgendliche Begrüßungsrunde fehlt, die gemeinsame Mittagspause findet nicht statt, auch ein kurzer Plausch beim Kaffee kochen entfällt. Private Gespräche und gemeinsames Lachen fördern das Teamleben und verschönern den Arbeitsalltag. Deshalb sollten die Verantwortlichen dafür Sorge tragen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch über die geschäftsbezogene Kommunikation hinaus miteinander in Kontakt bleiben. 

Hier darf gerne innovativ gedacht und kreativ ausprobiert werden:
Führen Sie Café-Calls ein oder etablieren Sie das digitale Feierabend-Bier – treffen Sie sich mit Ihrer Belegschaft in der virtuellen Welt. Kreieren Sie Online Treffpunkte und unterstützen Sie das kommunikative Miteinander Ihrer Teams.

Alignment – im Home Office zugehörig fühlen

Kommt der traditionelle Flurfunk zum Erliegen, reduziert sich nicht nur die Kommunikation innerhalb der Belegschaft, sondern auch die Identifikation mit dem Unternehmen kann sich über die Distanz abschwächen. Umso wichtiger ist es, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informiert bleiben. 

Das bedeutet volle Transparenz des Daily Business und der Geschäftsentwicklung für Angestellte. Ebenso sollten die Projektphasen aller Teams über Abteilungsgrenzen hinaus bekannt sein. Ehemals fest terminierte Jour Fixe oder Meetings müssen flexibel in den geschäftlichen Alltag integriert werden. Dies kann unterschiedlichste Formen annehmen: von täglichen Updates bis hin zum wöchentlichen Rückblick. Berichten Sie beispielsweise freitags, was in der vergangenen Woche gut gelaufen ist, welche Probleme es gab und wo in der folgenden Woche angeknüpft werden kann – machen Sie das schriftlich oder in kleinen Video-Botschaften. Entscheidend ist, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu jeder Zeit vollen Überblick erhalten.

Care – Fürsorgepflicht nachgehen 

Obgleich sich alle kollektiv im Home Office befinden, sind die Probleme bei der Umstellung auf remotes Arbeiten individuell. So kann die Kinderbetreuung schwierig oder die Wohnsituation beengt sein. Ebenso können die Einhaltung regelmäßiger Pausen und pünktlichem Feierabend sowie die Disziplin zur Selbstdisziplin herausfordernd werden. Arbeitgeber sollten darum verständnisvoll und flexibel sein. Vor allem aber können sie durch proaktive Nachfrage und Unterstützung eine funktionierende Abgrenzung zwischen Arbeits- und Privatleben ihrer Mitarbeitenden sicherstellen. 

Fürsorge bedeutet auch Vertrauen. Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die veränderten Arbeitsbedingungen, verändern gleichsam die Arbeitsroutinen. Während mit Hilfe des Alignments Geschäftsprozesse transparent bleiben, sollten gleichzeitig Instrumente etabliert werden, die die Aufgaben für alle übersichtlich dokumentieren. Hierbei geht es nicht um die Errichtung von Kontrollinstanzen, sondern um nachvollziehbare Statusberichte der individuellen Arbeitsleistungen, von denen beide Seiten profitieren.  

Home Office gelingt im Langzeitmodell. Neue Herausforderungen bringen Chancen und positive Veränderung. Arbeit kann so immer wieder neu gedacht werden. Essentiell dabei, dass Remote Work immer auf offener Kommunikation, Transparenz und Vertrauen fußt – das heißt, als Team das SAC-Prinzip leben.

Autor:

Markus Baumgärtner arbeitete lange als Arbeitnehmer im Home Office, bevor er 2016 das Software-Unternehmen droxIT GmbH in Mainz gründete. droxIT ist Experte für Suchmaschinentechnologie und automatisierte Datenanalyse. Von Beginn an zählen flexible Arbeitsmodelle und Remote Work zum Firmencharakter des Unternehmens.

Bild: Pixabay (©Pexels) Lisa Rossmann

Grafiken: Lisa Rossmann

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