Sonntag, Juli 3, 2022

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Tinus One ist eine Einschlafhilfe in Form eines innovativen Klangkissens mit einem integriertem Schlaftracking

Stellen Sie sich und das Startup Tinus doch kurz unseren Lesern vor!

5-15 % der Gesamtbevölkerung in Industrieländern leiden an einer Tinnitus-Erkrankung. In Deutschland gibt es etwa 3 Millionen Tinnitus-Patienten, die Probleme beim Einschlafen haben. Diese Probleme entstehen, weil man sich beim Einschlafen ohne Hintergrundgeräusche auf den Tinnitus konzentriert und es keine nachhaltige Möglichkeit gibt, sich von den störenden Ohrengeräuschen abzulenken. Kopfhörer sind nicht zum Schlafen geeignet, da selbst kleine In-Ear Kopfhörer ungeeignet sind, um einen gesunden Schlaf zu ermöglichen. 

Fernseher oder ähnliche Audioquellen beeinträchtigen zum einen den Schlafpartner, zum anderen wird man die ganze Nacht beschallt, was sich sehr negativ auf die Schlafqualität auswirkt. Natürlich kann man sich einen Sleep Timer stellen – doch jeder kennt bestimmt den Moment, in dem man aufschreckt, weil der Fernseher sich ausschaltet und man noch nicht in der Tiefschlafphase angekommen ist. Genau hier setzen wir mit unserem Produkt an. Tinus One ist eine Einschlafhilfe in Form eines innovativen Klangkissens mit einem integriertem Schlaftracking. Tinus gewährleistet dabei den Komfort eines herkömmlichen Kissens bei einer gleichzeitigen Schallisolation für den Schlafpartner. Um ein nachhaltiges Schlafergebnis zu erzielen, verfügt das Tinus One über intelligenten Funktionen wie z.B. einen Ausschaltmechanismus in der Tiefschlafphase, um eine Dauerbeschallung zu vermeiden.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Im Rahmen des universitären Kurses „Think.Make.Start.“ der TU München lernte sich das Gründerteam Jaqueline Schaupp und Simon Greschl im September 2019 kennen. Zielsetzung des Kurses war es, innerhalb von zehn Tagen ein Problem zu erörtern, durch Umfragen und wissenschaftlichen Arbeiten zu validieren und ein funktionsfähiges Produkt für potenzielle Kunden zu entwickeln. Jaqueline Schaupp und Simon Greschl sind auf das Leiden der Tinnitus-Patienten durch die Suche nach alltäglichen Problemen in ihrem familiären Umfeld aufmerksam geworden. Die Väter der beiden Gründer leiden an Tinnitus und haben besonders beim Einschlafen große Probleme. Dies war der Startschuss für die Unternehmensgründung mit der Zielsetzung den Vätern und zahlreichen weiteren Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurück zu schenken.

Welche Vision steckt hinter Tinus?

Unsere Vision ist es das intelligenteste Kissen der Welt zu entwickeln, um nicht nur Tinnitus Patienten einen nachhaltigeren Schlaf ermöglichen möchten, sondern generell Menschen mit Schlafstörungen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Am meisten hat Tinus mit den anhaltenden Lieferengpässen kämpfen. Da das Tinus One ein neues Produkt auf dem Markt ist, ist es schwieriger, da man keine langjährigen Beziehungen aufgebaut hat und natürlich Lieferanten ihre Stammkunden bevorzugen. Außerdem musste das Start-up einige der Produktionsmaschinen von Grund auf neu bauen, da es für viele Komponenten keinen Anwendungsfall und Rahmenbedingungen gibt wie in ihrem Smartpillow. Einige Teile stellt das Team immer noch selbst her, weil sie noch keinen externen Partner gefunden haben, der ihren Qualitätsstandards entspricht.

Die Finanzierung lief primär über das EXIST Gründerstipendium sowie anschließend das über das FLÜGGE Stipendium. Zusätzlich durften wir uns noch über das ESA BIC Stipendium freuen.

Wer ist die Zielgruppe von Tinus?

Tinus One wurde im ersten Schritt ganz klar für Tinnitus Patienten mit Einschlafproblemen entwickelt. Dennoch haben wir bereits auch zahlreiche Nutzer, die unter stressbedingten Einschlaf- und Durchschlafstörungen leiden.

Wie funktioniert Tinus? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Im Gegensatz zu anderen konventionellen Musikkissen, bei denen lediglich ein Stereolautsprecher eingebaut wurde, kann Tinus One durch die Kombination aus Schallisolation und flächendeckender Schallübertragung überzeugen. Die Schallübertragung erfolgt mit Hilfe einer eigens entwickelten Technologie, basierend auf Knochenleitung. Das bedeutet, nur die Person, die im Kontakt mit dem Kissen steht, kann Schall über das Kissen wahrnehmen. Tinus One vereint somit vier Kernelemente, die es insgesamt zu einem einzigartigen Produkt machen: Komfort, Klangqualität, Schallisolation und Sensordaten. Mit der Tinus App, die im September launchen wird, können wir zudem immer wieder neue Updates auf dem Tinus One durchführen, um unseren Nutzern regelmäßig neue Features bieten zu können.

Tinus, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Tinus möchte seine Zielgruppe erweitern und weitere smarte Funktionen ergänzen, sodass weitere Schlafstörungen und andere Schlafkrankheiten identifiziert und therapiert werden können. Im Fokus stehen hier Atemaussetzer, Schnarchen und Zähneknirschen. All diese Informationen sollen zudem in einer App für den Nutzer verfügbar gemacht werden. Dort sollen auch weitere hilfreiche Inhalte im Zusammenhang mit Tinnitus und Schlafstörungen zur Verfügung gestellt werden.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Einfach Anfangen! Eines der größten Probleme, die man sich selbst bereiten kann, ist, dass man zu viel über Dinge nachdenkt und sich eine perfekte Version in seinem Kopf ausdenkt, die man dann in der Realität nicht erreichen kann. Was man tut, muss nicht von Anfang an perfekt sein, das wird es auch nie sein.

Externen Rat immer differenziert betrachten. Externe Berater können den besten Ratschlag der Welt geben, der in ihrem Kontext funktioniert hat, aber man muss immer einen Weg finden ihn auf die eigene Situation anzuwenden und einen Nutzen daraus zu ziehen. Man hat selbst immer noch am meisten Wissen über sein Unternehmen, was für das Unternehmen funktioniert hat und auch vielleicht nicht funktioniert.

Gründen ist immer ein Auf und Ab. Man sollte sich nicht schnell unterkriegen lassen. Es werden viele Herausforderungen kommen, die es zu meistern gibt, aber auch genauso viele Erfolge, die man nie vergessen sollte zu feiern.

Wir bedanken uns bei Jaqueline Schaupp und Simon Greschl für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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