Samstag, September 18, 2021

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Tiffin Loop: Tiffin Box plastikfreie und wiederverwendbare Take Away Lösung aus Edelstahl

Stellen Sie sich und Tiffin Loop doch kurz unseren Lesern vor!

Tiffin Loop ist der erste plastikfreie Anbieter wiederverwendbarer Take Away-Lösungen in Deutschland. Unser Ziel ist es, Essen zum Mitnehmen mit der Tiffin Box, einem Mehrwegbehälter aus Edelstahl, müllfrei zu machen.

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen?

Bei mir hat sich die Idee mit dem Bewusstsein entwickelt, wie stark die Umwelt durch Take-Away-Verpackungen belastet wird. Insbesondere als Familienvater wollte ich aktiv etwas gegen die Vermüllung durch Plastikverpackungen tun und Alternativen finden, mit denen sich Essen zum Mitnehmen und Nachhaltigkeit vereinbaren lassen. Daraus entstand die Idee, Leihbehälter aus Edelstahl für Gastronomiebetriebe einzuführen. Unter dem Dachunternehmen ECO Brotbox GmbH habe ich 2015 das Tiffin Projekt ins Leben gerufen. In 2019 haben wir die Idee weiterentwickelt und in Tiffin Loop überführt.

Welche Vision steckt hinter Tiffin Loop?

Mit Tiffin Loop möchten wir einen plastikfreien Take-Away-Markt schaffen, der nachhaltig Essen to go ermöglicht. Vorbild unseres Konzeptes sind die indischen Tiffin Boxen aus Edelstahl, die traditionell zum Lunch in der Mittagspause genutzt und anschließend wiederverwendet werden können. Als Loop verstehen wir den Kreislauf unserer Tiffin Boxen, die langfristig von vielen verschiedenen Menschen und Gastronomiebetrieben genutzt werden können.

Von der Idee bis zum Start: Was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Herausforderungen sehen wir vor allem in den eingefahrenen politischen Prozessen, die mit der immer größer werdender Vermüllung kollidieren. Der Wechsel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft muss uns jetzt gelingen, wobei wir auf die aktive Umsetzung politischer Parteien angewiesen sind.

Die Anfangskosten für die Produktion der Tiffin Boxen wurden von der ECO Brotbox GmbH ausgelegt. Unser Team besteht momentan ausschließlich aus ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen. Da wir an der Idee, einen plastikfreien Take-Away-Markt zu schaffen, festhalten, steht dies auch weiterhin im Fokus.

Wer ist die Zielgruppe von Tiffin Loop?

Zur Zielgruppe von Tiffin Loop gehören sämtliche Gastronomiebetriebe wie Restaurants oder Cafés, aber auch Kantinen und Mensen, die ihren Kund*innen eine plastikfreie und nachhaltige Alternative zu den Verpackungen beim Take-Away anbieten möchten. Städte und Gemeinden können ebenfalls als Partner*innen agieren. Ein Beispiel hierfür ist das Berliner Katie’s Blue Cat, wo wir unser Pfandsystem bereits erfolgreich etablieren konnten.

Wie funktioniert Tiffin Loop? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Gastronomiebetriebe, die Interesse an einer Kooperation mit Tiffin Loop haben, erhalten von uns die gewünschte Anzahl an Tiffin Boxen zugeschickt. Die Boxen werden den Kund*innen dann als plastikfreie Alternative zu den Einwegverpackungen angeboten. Pro Tiffin Box zahlen Kund*innen 15 Euro Pfand, den sie bei Rückgabe in allen teilnehmenden Restaurants wiederbekommen. Auch Einzelpersonen, die bei Take-Aways Plastikverpackungen vermeiden wollen, können uns Restaurants nennen, für die sie sich das Angebot wünschen. 

Wir sind der einzige Anbieter, der vollkommen plastikfreie wiederverwendbare Take-Away-Lösungen anbietet. Mehrwegverpackungen, die zwar wiederverwendbar sind, aber dennoch Plastik enthalten, kommen für uns nicht in Frage. Unsere Tiffin Boxen sind aus hochwertigem Edelstahl gefertigt, sodass sie sehr langlebig und vollständig abbaubar sind. Das Material hat außerdem den Vorteil, dass keine Schadstoffe in das Essen gelangen und sich der Geschmack so nicht verändert. Wir sind überzeugt davon, dass plastikfreie Alternativen auf dem Take-Away-Markt essentiell sind, um die Umwelt langfristig zu schonen.

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert?

Seit Beginn der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen in der Gastronomiebranche hat sich die Nachfrage nach unseren Tiffin Boxen und plastikfreien Alternativen im Allgemeinen vergrößert. Der Take-Away-Markt boomt wie noch nie und viele Gastronomiebetriebe stellen sich in diesem Bereich völlig neu auf. Bis es wieder Normalbetrieb in Restaurants & Co. geben wird, vergeht vermutlich noch viel Zeit. Daher ist es wichtig, dass jetzt gehandelt wird – diese Notwendigkeit wird durch vermüllte Straßen und Parks sowie überquellende Mülleimer nochmal verdeutlicht.

Wie haben Sie sich darauf eingestellt und welche Änderungen haben Sie vorgenommen?

Wir haben uns noch intensiver darum bemüht, Gastronomiebetriebe von unserer Idee zu überzeugen und mit in den Loop zu holen. Wir glauben, dass sich der Take-Away-Markt durch die Pandemie langfristig verändern und ausweiten wird. Dafür braucht es Wege, den dadurch entstehenden Müll einzusparen und der Umwelt nicht weiter zu schaden.

Wo sehen Sie in der Krise die Chance?

Uns ist bewusst, dass das Plastikproblem für viele Gastronom*innen aktuell eher nebensächlich ist, da sie aufgrund der Einschränkungen um ihre Existenzen kämpfen müssen. Durch die Langlebigkeit unserer Tiffin Boxen sind die Außer-Haus-Lieferungen langfristig jedoch kostengünstiger im Vergleich zu den plastikhaltigen Einwegverpackungen. Zudem ist das Problem der Umweltverschmutzung längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und es bedarf innovativer Ideen, die auch aktiv umgesetzt werden.

Zudem profitieren unsere Partnerbetriebe von einem sich immer weiter entwickelnden Netzwerk aus Kund*innen, die auch beim Essen viel Wert auf Umweltbewusstsein legen und daher auf das Konzept zurückgreifen.

Tiffin Loop, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Ende des Jahres schließen wir unsere Pilotphase ab und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Da das Verbot für Einweg-Plastik von der Bundesregierung ab Juli 2021 in Kraft tritt, ist es unser Ziel, zahlreiche Gastronom*innen aus ganz Deutschland von der nachhaltigen Take-Away-Lösung zu überzeugen. Außerdem wollen wir uns in den politischen Diskurs einbringen und dafür kämpfen, in fünf Jahren den Markt nachhaltig und langfristig zu verändern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Ich habe in meinem Leben bereits vier Unternehmen gegründet. Dabei habe ich vor allem eins gelernt: Wenn man den Weg eines Unternehmers einschlagen möchte, ist es wichtig, jede Herausforderung als Erfahrung und nicht als Misserfolg oder Versagen zu sehen, auch wenn das, insbesondere in der deutschen Unternehmenskultur, nicht immer so einfach ist.

Zudem denke ich sehr praktisch – wenn ich ein Ideenkonzept entwickle, trete ich schnellstmöglich mit dem Produkt an die potenziellen Kunden heran, um zu erfahren, ob es ein Bedürfnis befriedigt und vor allem, ob der Preis stimmt. Ich nenne das den “Realitätscheck”, der den Startschuss für die weitere Ausarbeitung des Businessplans gibt.

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Wahl der richtigen Unternehmenspartner*in – eine*n Partner*in an der Seite zu haben ist oft sehr angenehm, weil man die Last und Verantwortung mit jemandem teilen kann. Man sollte jedoch von Anfang an ehrlich und transparent miteinander umgehen und alle Einigungen am besten schriftlich festhalten, da es sonst sehr stressig und enttäuschend werden kann.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei  Mustafa Demirtas für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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