Tie-Angel die Serviette für den Krawattenträger

Tie-Angel Gründer Thomas Soukop stellte seine Erfindung in der Puls4 Startup Show #2Min2Mio vor

Stellen Sie sich doch bitte unseren Lesern kurz vor!
Hallo, ich bin Thomas Soukop, ein kreativer und umtriebiger 45-jähriger, verheirateter Mann aus Linz in Oberösterreich. Glücklich verheiratet. Im “echten Beruf“ bin ich Marketing und Vertriebs Geschäftsführer eines Produktionsbetriebes im Gesundheitswesen. Meine Gattin leitet bei einer großen Reederei die Österreich Geschäfte und meine 24-jährige Tochter versucht mir als studierte Psychologin das Leben zu erleichtern.

Wie sind Sie auf die Idee mit der Serviette für Krawattenträger gekommen?
Von Berufs wegen trage ich sehr oft Krawatten. Muss aber auch gestehen, dass mir dieses modische Accessoire auch sehr gut gefällt und ich eine Krawatte sehr gerne trage. Mein größtes Problem ist, dass ich mit unter einer der ungeschicktesten Esser bin und ich mich ständig anpatze!! Und – Sie dürfen 3 x raten, welches Teil meiner Kleidung am meisten darunter leidet?? Richtig – meine Krawatten!!
Also modischer Mensch, wollte ich mir die Servietten nicht umhängen – finde man sieht immer wie „Klein-Pavarotti“ aus, Lösung gab es nicht – also musste ich erfinderisch werden!! Das Ergebnis: der Tie-Angel

Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Eigentlich die Überzeugung im Freundes- und Familienkreis!! Wenn du heute eine Idee hast für ein Produkt, dann hörte ich meist: es gibt so viele intelligente Menschen auf der Welt – warum sollst ausgerechnet DU diese eine Idee haben??? Wenn das jemand brauchen könnte, dann hätte das schon längst jemand erfunden!! Durch diese Phase muss man durch!! Dann beginnt eine sehr spannende Reise mit finden der Systempartner, Produzenten bis hin zum ersten Kunden.
Das kostet alles Zeit und auch Geld – meine Frau hat mir ein Budget für diese Idee genehmigt  und dann ging es los!
Das Gefühl allerdings, wie ich zum ersten Mal dann in einem Restaurant einen fremden Mann am Nebentisch mit „meiner Erfindung“ sah und der auch noch super Positiv über dieses Service gesprochen hat, war schon unglaublich!!

Wie viel kostet das Produkt?
Wir verkaufen den Tie-Angel nicht an Endverbraucher – unsere Strategie ist hier eine Andere. Aber der Stückpreis ist bei ca. 0,35 € bedruckt mit 4 Farben z.B. mit Firmenlogos, Hinweisen zu Systempartner der Gastronomie, etc.

Wo kann ich als Kunde eine Serviette für meine Krawatte erwerben?
Wir hoffen dass sich der Tie-Angel eines Tages weltweit etablieren wird und, wie schon in einigen Restaurants automatisch jedem Krawattenträger zum Essen angeboten wird. Unserer Erfahrung nach, bezahlt der Gast durch diese Aufmerksamkeit meist mehr als 35 Cent Trinkgeld und somit sollte das finanzielle Problem auch gelöst werden.

Wie haben Sie sich au die Show 2 Minuten 2 Millionen vorbereitet?
Ehrlich gesagt – kaum. Ich bin Gott sei Dank ein eher extrovertierter Mensch, dem präsentieren vor Gruppen nicht allzu viel ausmacht. Also hier konnte ich mich auf meine Stärke verlassen – wenngleich man dann doch ordentlich nervös ist, wenn sich die Türe zum Studio öffnet und es losgeht. Ich war mir der Wichtigkeit schon bewusst.
Das größte Problem des Tie-Angel ist, dass wir noch keine Maschine für eine professionelle und kosteneffiziente Fertigung haben. Der Bau dieser Maschine kostet viel Geld und kann von mir alleine nicht finanziert werden. Das lässt einen dann doch etwas angespannter wirken, als man vielleicht sonst ist. Aber meine Familie war mit im Studio dabei- das war eine sehr große Unterstützung für mich!

Sie sind eines der wenigen Startups die es in die Show 2 Minuten 2 Millionengeschafft hat. Wie motivierend ist das für Sie und was versprechen Sie sich von der Show?
Grundsätzlich ist das schon ein toller Erfolg, wenn man weiß, dass über 2.000 Bewerbungen waren. Die Sendung ist ja eine Aufzeichnung und ich kenne ja schon den Ausgang !!! Es gibt schon Auftrieb und ohne diese Sendung wären Sie auch nicht auf mich Aufmerksam geworden – und wer weiß was sich nach der Ausstrahlung alles noch ergibt!

Ziel der Show „ 2 Minuten 2 Millionen “ ist es, das Startups einen Investor bekommen und ein Deal zustande kommt. Welchen der Investoren haben Sie im Fokus?
Ich hatte ehrlich gesagt Herrn Haselsteiner und Herrn Hillinger im Focus. Ersterer war leider überhaupt kein Freund meiner Idee –Herr Hillinger hat sogar einen Auftrag gegeben, allerdings – ohne Maschine – keine Tie-Angels derzeit

Wie geht es nach der Show weiter, sollte der Deal zustande kommen? Und wie wenn es keinen Deal gibt?
In meinem Fall gab es leider keinen Deal – die Art und Weise der Vermittlung tat ein wenig weh und ich hatte die darauffolgenden Wochen keine große Lust über meinen Tie-Angel zu reden, oder über die Zukunft nachzudenken. Es ist war schwierig für mich, da ich nicht wusste wie der Beitrag aufgenommen wird, wie kommt das im Fernsehen rüber, muss ich mich schämen, hier als Versager abgestraft worden zu sein?? Was werden Freunde und Bekannte dazu sagen, wie reagieren Kunden und Mitarbeiter, etc. . Das ist immer noch nicht ganz einfach – aber es gab und gibt jede Menge positiven Zuspruch. Und man muss das positive sehen – von über 2.000 ausgewählt zu werden und die Chance gehabt zu haben – ist unter dem Strich ein großer Erfolg für mich und meinen Tie-Angel

Welchen Tipp würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Ich habe immer die Einstellung, es ist besser etwas zu versuchen und gegebenenfalls zu scheitern, als sich immer die Frage stellen zu müssen: was wäre wenn…
Setzt eure Ideen um!! Allerdings mit der größten Professionalität bezüglich Planung! Finanzen, Marketing, Kundenakquise, etc. sind essentielle Bestandteile. Auch ein Plan „B“ sollte stehen und mögl. Exit-Szenarien durchdacht sein. Somit schafft man die Basis, die enorme Kreativität gewinnbringend umsetzen zu können – egal wie lange ein Arbeitstag dann dauert!
Das Gefühl des eigenen Erfolges ist unbeschreiblich!!!

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?
TRAUM: als weltweiter Tie-Angel Produzent, die Geschicke meines Unternehmens von Miami aus leitend !!!
In Echt: vielleicht stehen die Chancen nach der Sendung gar nicht so schlecht den Tie-Angel erfolgreich international zu etablieren. Ich bin mit meinem Leben eigentlich sehr zufrieden. Wenn mir 2020 etwas mehr Zeit übrig bleibt, um mit meiner Frau die eine oder andere Cabrio Ausfahrt zu genießen und etwas mehr Freizeit zu haben, wäre das sehr toll !!

Link zum Pitch Video 2Miuten 2 Millionen

Bild © PULS 4 / Gerry Frank

Wir bedanken uns bei Thomas Soukop für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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