Eine mitreißende Vision definieren und kommunizieren

Thriving Green: Mithilfe der Crowd den Anbau von Spirulina, dem Superfood, in Kenia zu ermöglichen um die Mangelernährung vor Ort zu bekämpfen

Stellen Sie sich und Thriving Green doch kurz unseren Lesern vor!
Wir sind ein Team aus neun Studentinnen und Studenten der Uni Regensburg, die es sich zum Ziel gemacht haben, durch den Anbau des Superfoods Spirulina in Kenia die Mangelernährung vor Ort zu bekämpfen. Als Projektteam sind wir breit aufgestellt und können die Bereiche Technik (Biologie), Kulturwissenschaften, Betriebswirtschaft (besonders Finanzierung) und Recht optimal abbilden. Ich selbst heiße Daniel Kotter, bin BWL-Student im Master an der Uni Regensburg, als Werkstudent Industrie 4.0 Business Analyst und seit knapp einem Jahr Vorstand der sozialen Studentenorganisation enactus Regensburg e.V., wie auch Projektleiter von Thriving Green.

Wie ist die Idee zu Thriving Green entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Der Biologiestudent Alex hat sich eines Abends eine Dokumentation über den Turkana-See in Kenia angeschaut, wo es hieß, dass vor Ort keine Landwirtschaft möglich ist. Es ist zu trocken, zu heiß und das Wasser ist zu basisch und damit ungeeignet für Landwirtschaft. Die Folge: akute Mangelernährung. Er als Biologe war davon überzeugt, dass sich unter diesen Bedingungen Algen wie z.B. Spirulina perfekt anbauen lassen. Zudem ist Spirulina ein Superfood mit 60g Protein auf 100g und einem hochwertigen Vitamin- und Mineralstoffprofil. Das interessanteste ist sicherlich, dass es sich einfach und billig kultivieren lässt, was die Grundlage der Geschäftsidee wurde.
Alex recherchierte noch am selben Abend weiterführende Details zu Spirulina und entwarf gleich das Konzeptpapier, das er mir am nächsten Tag zeigte. Wir kennen uns von der sozialen Studentenorganisation enactus Regensburg e.V., welche es sich zum Ziel setzt, Social Businesses zu entwickeln. Schließlich haben wir beide intensive Recherchen betrieben, die Spirulina -Startkultur besorgt, die ersten Labor-& Freiluftversuche in Regensburg durchgeführt, einen Business Plan erstellt und uns bei Nachhaltigkeits- und Gründerwettbewerben beworben. Als wir viel Zuspruch durch Partner, Wettbewerbsjurys und Interessierte am Projekt erhielten, wie auch positive Fortschritte in den Zuchtversuchen, holten wir uns die anderen Projektmitglieder mit ins Boot, um das Projekt professionell durchzuführen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung bis jetzt war sicherlich ein Konzept zu finden, wie wir vor Ort Spirulina anbauen, sodass wir möglichst nur lokal verfügbare Ressourcen verwenden und sicherstellen, dass die Spirulinafarmen möglichst lange und kosteneffektiv eingesetzt werden können. Hier hat es uns sehr geholfen, mit Pater Avelino, dem Leiter der katholischen Mission in Nariokotome, Kenia, einen sehr erfahrenen Partner zu haben, der seit 25 Jahren in der Region tätig ist.
Finanziert haben wir uns bisher hauptsächlich durch das Eigenkapital der Projektleiter und Spenden.

Warum haben Sie sich jetzt für ein Crowdfunding entschieden, um was geht es bei dem Crowdfunding?
Wir wollen Anfang April nach Kenia fliegen um die ersten Spirulinafarmen aufzubauen. Konkret sollen 1200 m2 Zuchtfläche errichtet werden, die bereits 400 Menschen regelmäßig mit Spirulina versorgen können. Um das zu finanzieren, sind wir auf die Unterstützung von Spendern angewiesen. Sollten wir die benötigte Summe erhalten, werden wir wie geplant gemeinsam mit den Einheimischen die Farmen errichten, ihnen beibringen, wie sie selbst Spirulina anbauen und verkaufen können, damit auch wirtschaftliche Strukturen geschaffen werden, was es zu einer nachhaltigen Lösung machen soll.

Wo sehen Sie für sich die Vorteile des Crowdfundings, was wollen Sie damit bewegen?
Wir sind überzeugt von unserem Konzept und wollen es unbedingt umsetzen. Jedoch sind wir als Studenten sehr auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Crowdfunding sehen wir als optimal, da viele kleine Spenden das Projekt realisieren können, d.h. wenn jeder etwas beiträgt, bekommen wir es finanziert. Zudem sehen wir, ob die Leute unser Projekt für sinnvoll halten und es befürworten wollen.

Was werden Sie nach erfolgreicher Finanzierung umsetzen?
Wir werden Anfang April nach Kenia fliegen und die ersten 1200 m2 Spirulinafarmen aufbauen, welche bereits 400 Menschen regelmäßig mit Spirulina versorgen sollen.

Warum sollte man das Crowdfunding unterstützen?
In den Medien sehen wir in letzter Zeit Berichte von der Dürreperiode in Ostafrika. Turkana – die Region wo wir hinwollen – ist davon ebenso betroffen. Unser Partner, Pater Avelino, schickte uns vor ein paar Wochen Bilder von verendetem Vieh und zeigte uns, wie sehr es die Lage vor Ort verschlimmerte. Nun wollen wir Studenten mit einem vielversprechendem Konzept Abhilfe verschaffen. Wem etwas an nachhaltigen wirtschaftlichen Lösungen liegt und Gutes für die Region tun möchte, dessen Spende ist hier optimal aufgehoben. Zudem bieten wir interessante Goodies für unsere Unterstützer an. Hier findet man die Crowdfunding-Kampagne: https://www.startnext.com/thriving-green

Thriving Green, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wir wollen Mangelernährung nachhaltig bekämpfen, nicht nur in Nariokotome, sondern auch an anderen Orten Kenias und an anderen Orten der Welt. In 5 Jahren sehen wir uns als international tätiges Social Business, das vielen Menschen, die vorher von Mangelernährung geplagt waren, eine neue gesundheitliche und wirtschaftliche Perspektive eröffnet.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Nicht die erstbeste Idee zum Business machen. Es gibt sicherlich tausende von möglichen Geschäftsideen, die sich vielversprechend anhören. Am Ende funktionieren werden nur eine Hand voll, wenn überhaupt. Viel wichtiger ist es, sich in einem bestimmten Bereich zu bilden und zum Experten zu werden. Dann findet man viel eher sinnvolle Geschäftsideen, die Außenstehenden verborgen bleiben, und zudem kann man das machen, was am meisten zählt: umsetzen.
2. Eine mitreißende Vision definieren und kommunizieren. Dass Leute, die im Unternehmen mitarbeiten, etwas Bedeutendes in der Welt bewegen und etwas damit erheblich positiv verändern können, motiviert sie mehr als bloß ein branchenüblicher Arbeitslohn. Sie engagieren sich mehr eigenverantwortlich und wollen viel mehr, dass das Unternehmen erfolgreich wird.
3. Frugality (Sparsamkeit) leben. Oft sieht man auf Facebook, Youtube und ähnlichen Medien „Unternehmer“, die von ihrem Jetlag Lifestyle mit Networking-Partys berichten während sie selbst vom Smartphone aus überall auf der Welt arbeiten. Die Realität sieht sicherlich anders aus und es sollte einem klar sein, dass vor allem am Anfang jeder ausgegebene Euro ohne dementsprechenden Umsätzen einen selbst weiter weg vom Ziel bringt. Man sollte die persönlichen Lebenshaltungskosten möglichst niedrig halten, nur sehr sparsam Ausgaben für das Unternehmen tätigen und vor allem viel arbeiten.

Link zum Crowdfunding auf Startnext

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Daniel Kotter für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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