Sprecht offen über eure Idee

The Closest Loop: Le Gurque ökologische Schwammalternative aus Luffa

Stellen Sie sich und das Startup The Closest Loop doch kurz unseren Lesern vor!

Wir sind Nick und Leonie und haben The Closest Loop gegründet, um den erstmaligen Anbau von Luffa-Gurken in Deutschland möglich zu machen. Luffa ist ein Kürbisgewächs, dessen reife Früchte eine schwammartige Faserstruktur entwickeln. Deshalb eignet diese sich optimal als ökologische Alternative zu Spül- oder Badeschwämmen aus Plastik. Wir nennen das Ganze Le Gurque. Bisher wird Luffa vorwiegend in Asien und Afrika angebaut, was den ökologischen Vorsprung des Naturmaterials schnell zunichtemacht. Mit dem erstmaligen Anbau von Luffa in Deutschland möchten wir eine nachhaltige Alternative schaffen. Zur Finanzierung des Projekts haben wir Anfang Februar eine Crowdfunding Kampagne auf Startnext gestartet.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Wir wollten nicht immer nur zuschauen, sondern etwas aktiv in die Hand nehmen – die Chance nutzen unsere Gesellschaft ein klein wenig mitzugestalten. Deshalb haben wir uns entschieden The Closest Loop zu gründen und aktiv gegen unser Plastikproblem vorzugehen.

Zudem sind wir beide getrieben durch den Spaß an selbstständiger und unabhängiger Arbeit, die uns täglich viele neue Erfahrungen und nette Menschen kennenlernen lässt. Wir lieben es uns tagtäglich in neue Themen einzuarbeiten und lebenslanges Lernen mal wortwörtlich zu nehmen.

Welche Vision steckt hinter The Closest Loop?

Wir möchten zeigen, dass nachhaltigeres Leben nicht direkt einen kompletten Lebenswandel bedeuten muss. Gerade bei Alltagsgegenständen können wir durch bewusste Entscheidungen viel verändern. Deshalb möchten wir mit The Closest Loop smarte, ökologisch sinnvolle Alternativen für Alltagsprodukte anbieten – um gute Entscheidungen leichter zu machen.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Die größten Herausforderungen traten bisher produktseitig auf. Da Luffa in größerem Stil noch nie in Deutschland angebaut wurde, betreten wir mit dem lokalen Anbau natürlich Neuland und stehen somit auch vor der ein oder anderen Herausforderung. Gemeinsam mit unserem erfahrenen Partner, einem ökologischen Landwirt aus Süddeutschland, konnten wir diese bisher aber immer meistern.

Generell sind wir überwältigt, wie viel Unterstützung und Zuspruch wir bekommen – nicht nur bei Startnext. Es ist schön zu sehen, wie viele Möglichkeiten sich plötzlich ergeben, wenn man offen über eine Idee und das eigene Vorhaben spricht, wie viel Gleichgesinnte man auf dem Weg trifft und wie viel tolle Synergien sich daraus ergeben.

Finanziert haben wir uns bisher über die Crowdfunding Kampagne auf Startnext, aus eigenen finanziellen Mitteln und dem Erhalt eines Gründerstipendiums.

Wer ist die Zielgruppe von The Closest Loop?

Unsere Hauptzielgruppe, bzw. „Early Adopters“ sind sicherlich Menschen, die bereits auf einen nachhaltigen Lebensstil achten. Da das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum in der Gesellschaft momentan stark zunimmt, wächst gleichzeitig auch unsere Zielgruppe. Langfristig möchten wir mit Le Gurque (unserem Luffa-Schwamm) aber alle Menschen in Deutschland erreichen – zumindest die, die noch abspülen, putzen oder sich ein Peeling gönnen wollen. Denn: mehr Luffa-Schwämme bedeutet weniger Plastikschwämme.

Was ist das Besondere an dem Schwamm? Wo liegen die Vorteile? Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

 The Closest Loop

Bevor wir das Projekt gestartet haben, haben wir bei zahlreichen Bioläden/Zero-Waste-Shops nachgefragt, woher sie ihre Ware beziehen – mit eindeutigem Ergebnis: keiner der Schwämme stammt aus deutschem Anbau. Deshalb möchten wir, gemeinsam mit unserem Partner, den erstmaligen Anbau von Luffa Gurken in Deutschland ermöglichen! Dadurch entfallen weite Transportwege und große Mengen an CO2 Emissionen – das Produkt wird dann zur wirklich ökologischen Alternative.

The Closest Loop, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

The Closest Loop soll langfristig eine Marke werden, unter der nicht nur Luffa Schwämme vertrieben werden, sondern die ein breites Portfolio an Produkten aufweist, die sinnvolle und nachhaltige Alternativen für Alltagsprodukte darstellen. Wir arbeiten momentan neben der Organisation der Crowdfunding Kampagne und der Anbauplanung stark an der Weiterentwicklung unseres Produktportfolios.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Sprecht offen über eure Idee. Mit Freunden, mit Familie, mit Arbeitskollegen. Für uns war (und ist) jedes Feedback enorm wichtig und plötzlich ergeben sich Möglichkeiten, mit denen man nicht gerechnet hätte. Die Chancen, die sich aus diesen Gesprächen ergeben, sind deutlich mehr wert, als die (geringe) Chance, dass euch jemand die Idee klaut.

Versucht es einfach mal! Oft bleiben Ideen Luftschlösser, weil man sich einfach nicht traut. Aber im Prozess des Trauens entstehen häufig die besten Chancen. Am Ende stellt sich vielleicht heraus, dass Idee A nicht der Bringer war, aber in diesem Prozess seid ihr sehr wahrscheinlich auf Idee B, C und E gekommen.

Informiert euch über Stipendien und Finanzierungsmöglichkeiten. Es gibt eine Menge Angebote, die Gründer gerade zu Beginn ihrer Unternehmung unterstützen. Es erleichtert das Gründungsvorhaben enorm, wenn man sich voll und ganz auf sein Projekt konzentrieren kann.

Crowdfunding

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Nick und Leonie für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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