Testbirds Testing 4.0 – the Next Generation of Quality

Testbirds Crowdtesting Testen von Software mithilfe der Crowd und innovativen Cloud-Technologien

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen Testbirds doch kurz vor!
Mein Name ist Philipp Benkler und ich bin Geschäftsführer und Mitgründer von Testbirds.
Unser Unternehmen ist auf das Testen von Software mithilfe der Crowd und innovativen Cloud-Technologien spezialisiert. Wir – das sind Georg Hansbauer, Markus Steinhauser und ich – haben Testbirds Ende 2011 gegründet. Mittlerweile haben wir mehr als 65 Mitarbeiter mit Büros in München, London, Amsterdam und Stockholm sowie zwei Franchises in Budapest und Bratislava. Wir testen Apps, Webseiten, Wearables, Games oder Internet of Things-Anwendungen hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität. Dabei setzen wir einerseits auf unsere Crowd von mehr als 100.000 registrierten Testern, die Software mit ihren eigenen Geräten unter realitätsnahen Bedingungen auf Herz und Nieren prüft und andererseits auf cloudbasierte Technologien wie unsere Testinfrakstruktur-Lösung Test-Chameleon TM. Mit diesem Tool können komplette, virtualisierte Testumgebungen mit unendlich vielen Betriebssystem- und Softwarekombinationen aufgesetzt werden – egal, ob Mobile oder Desktop. Gemäß unseres Slogans „Testing 4.0 – the Next Generation of Quality“ ist es unser Ziel, zusammen mit unseren Kunden die Qualität sämtlicher Softwareanwendungen auf ein neues Level zu heben.

Wie ist die Idee zu Testbirds entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Georg und ich haben uns im Masterstudiengang „Finanz- und Informationsmanagement“ an der TU München und der Universität Augsburg kennengelernt. Während unseres Studiums haben wir bei verschiedenen großen Unternehmen praktische Erfahrung gesammelt. Dabei ist uns klar geworden, dass wir lieber unsere eigenen Chefs sein wollten. Wir haben dann unterschiedliche Ansätze und Geschäftsmodelle durchgespielt und kamen schließlich auf die Idee, Software mithilfe der Internetgemeinde zu testen. Denn bei vielen Unternehmen wird der Bereich Testing eher stiefmütterlich behandelt. Zeit und personelle Ressourcen sind Mangelware, gleichzeitig wachsen jedoch die Herausforderungen beispielsweise hin-sichtlich der Gerätefragmentierung und der generellen Konkurrenz auf dem Markt. In Crowdtesting haben wir eine innovative und effiziente Lösung gesehen, um die Qualität von Software zu verbessern…und dann ging eigentlich alles wahnsinnig schnell. Wir haben Markus an Bord geholt, den ich schon aus der Schulzeit kenne, und der im Bereich Journalismus, Crowdsourcing und soziale Medien aktiv war. Binnen weniger Tage hatten wir unser erstes kleines Büro in den Räumlichkeiten der Firma eines früheren Kommilitonen, arbeiteten unser Geschäftsmodell weiter aus, schrieben Anträge für staatliche Fördermittel und erzählten Freunden, Familie und Bekannten von unserem Konzept. Noch bevor die Plattform für die Abwicklung der Testprojekte überhaupt programmiert war, stand bereits der erste Kunde vor der Tür, der mit uns zusammen arbeiten wollte.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Insgesamt ist der Start von Testbirds vor allem hinsichtlich der Finanzierung ziemlich reibungslos verlaufen. Wir haben uns erfolgreich für das EXIST Gründerstipendium beworben und konnten nicht zuletzt dank der Unterstützung des Finanzierungsnetzwerkes Evobis (heute BayStartUP)binnen kürzester Zeit einen ersten Investor von uns überzeugen. Im Mai 2014 haben wir dann eine weitere Finanzierungsrunde im Millionenhöhe abgeschlossen, bei der wir u.a. den französischen VC Seventure Partner für uns ge-winnen konnten. Vor wenigen Wochen erfolgte dann unsere dritte Investitionsrunde in Höhe von zwei Millionen, an der sich neben unserem Altinvestor Seventure auch b-to-v sowie EXTOREL beteiligten.Auch interessierte Kunden waren von Anfang an vorhanden und wir arbeiten mit vielen namhaften Unternehmen zusammen, darunter u.a. internationale Großkonzerne wie Audi, Allianz, Henkel oder Western Union.
Dennoch gab und gibt es natürlich viele Stolpersteine. Gerade am Anfang war es eine der größten Challenges, Crowdtesting als neue und weitestgehend unbekannte Methode zu etablieren. Im Laufe der Zeit sieht man sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert.Gerade das Wachstum der Firma gestaltet sich nicht immer einfach – eine Schlüsselrolle kommt hier sicherlich den Mitarbeitern zu. Man muss Verant-wortlichkeitsbereiche aufteilen und auch abgeben. Was in einem kleinen Team vielleicht noch auf Zuruf funktioniert, gestaltete sich mit über 65 Mitarbeitern und verschiedenen Standorten schwieriger und daher benötigt man Strukturen. Dabei ist es für uns enorm wichtig, dass auch das Arbeitsklima stimmt. Für uns war klar, dass Testbirds nicht nur seinen Kunden, sondern auch seinen Mitarbeitern viele Vorteile bieten will und ihnen genug Freiraum einräumt, zum Beispiel mit flexiblen Arbeitszeiten und der Möglichkeit zum Home Office. Wir kommen jeden Tag gerne zur Arbeit und wollen natürlich, dass es unseren Mitarbeitern genauso geht.

Wer ist die Zielgruppe von Testbirds?
Sämtliche Unternehmen, die über eine Internetpräsenz oder ein digitales Produkt verfügen und die Qualität ihrer Anwendungen optimieren möchten. Testbirds arbeitet mit über 500 Kunden zusammen, vom internationalen Konzern hin zum Startup. Dadurch konnten wir bereits Erfahrung in den verschiedensten Branchen sammeln. Unsere Aufgabe sehen wir darin, für jeden Testbedarf eine flexible Lösung anzubieten.

Was kann man über Testbirds testen lassen?
Sämtliche Arten von Software – von der klassischen Webseite über Consumer-Apps, Spiele, interne Enterprise-Anwendungen, Wearables bis hin zu intelligenten Kühlschränken oder Staubsaugern ist alles möglich. Durch unsere Crowd von 100.000 Mitgliedern können wir beinahe jede Zielgruppe abbilden und somit unverfälschtes und schnelles Feedback vom potentiellen Endnutzer liefern. Mithilfe unserer Cloud-Lösungen können wir auch Testautomatisierungsprojekte für komplexere Anwendungen durchführen oder die Kombination aus beiden Ansätzen nutzen, um zum Beispiel Bugs zu reproduzieren oder Regressionstests durchzuführen. Flexibilität lautet das Stichwort. Für unsere Testprojekte sind schon Tester durch ganz Deutschland gereist oder smarte Haushaltsgeräte ans andere Ende der Welt verschickt worden. Das Internet of Things ist ein Mega-Trend und im Zuge dessen steigt auch der generelle Testbedarf. Wir möchten Entwicklungen von morgen schon heute erkennen und unser Leistungsangebot daran an-passen, um unseren Kunden so schnell wie möglich das nötige Werkzeug für die Optimierung ihrer Software an die Hand zu geben.

Wie läuft der Test ab?
Sämtliche Testprojekte werden über unsere Plattform, das sogenannte Nest, abgewickelt. Dort melden sich unsere Kunden an und erhalten einen Überblick über alle Testing-Services sowie die Möglichkeit, sofort einen Test zu starten. Der Testablauf ist je nach Service-Level verschieden. Im Self-Service bieten wir den Zugang zu unserer Crowd und unseren Cloud-Technologien an. Das Testdesign, die Kommunikation mit den Testern und die Auswertung liegen in der Hand des Kunden. Im Managed-Service über-nehmen unsere Projektmanager die Abwicklung und übergeben dem Kunden am Ende einen ausführlichen Testbericht mit einer Evaluation der Ergebnisse sowie weiteren Handlungsempfehlungen. Dabei kann der Kunde über das Nest jederzeit den Fortschritt des Tests beobachten. Außerdem gibt es noch den Self-Service Plus, eine Mischform bei der unsere erfahrenen Projektmanager den Kunden bei der Auswahl der Tester und dem Test-Setup unterstützen.

Wie viel kostet der Service von Testbirds?
Das ist pauschal nicht so einfach zu sagen. Je nach Testart und Service-Level sind die Preise von Projekt zu Projekt sehr unterschiedlich. Wir haben eine Art eigene Währung, die Bird Coins,die man in unterschiedlichen Paketgrößen erwerben und entsprechend den individuellen Bedürfnissen für sämtliche crowdbasierte Testprojekte einsetzen kann – egal ob Usability oder QA, Self-Service oder Managed-Service. Für unsere Cloud-Lösung bieten wir ebenfalls verschiedene Pakete an, die unterschiedliche Leistungen beeinhalten, beispielsweise in Hinblick auf die Anzahl an virtuellen Maschinen oder den Support durch unser Team. Für uns ist es wichtig, unseren Kunden größtmöglichste Flexibilität zu gewährleisten und qualitativ hochwertige Testergebnisse zu erzielen, daher gibt es keine Universal-Lösung mit Standardpreis. Unsere Leistungen sind je nach Bedarf des Kunden flexibel kombinierbar oder um Addons erweiterbar, daher variieren je nach Anforderung und Umfang auch die Preise.

Testbirds, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Im Februar diesen Jahres haben wir uns unter dem Motto „Testing 4.0 – The Nest Generation of Quality“ neu positioniert und im Zuge dessen unsere verschiedenen Services aus den Bereichen Crowd und Cloud auf einer Plattform vereint.Unser Ziel ist es, bis 2020 der weltweit führende Anbieter für innovative Testing-Lösungen zu sein. Genau da soll der Weg hingehen. Wir sind auf ständigem Wachstumskurs und haben erst kürzlich eine neue Investitionsrunde in Millionenhöhe abgeschlossen. Das Geld möchten wir dazu nutzen,unsere Services zu erweitern, das Testbirds-Team zu vergrößern sowie in weitere europäische und internationale Märkte vorzudringen.

Zum Schluss: Welche Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Auf jeden Fall direkt loslegen, sobald man eine vielversprechende Idee hat. Man sollte so früh wie möglich direktes Feedback vom Markt einholen,um das Potential des eigenen Geschäftsmodells realistisch einschätzen zu können. Gerade in der IKT-Branche ist praktische Erfahrung oft der beste Lehrmeister. Wir hatten beispielsweise unsere Plattform noch gar nicht fertig gestellt, aber schon den ersten Auftrag. Dadurch waren wir sicher, dass Crowdtesting ein Ansatz mit großer Zukunft ist und es entwickelt sich eine ganz eigene Dynamik, die viele Dinge innerhalb eines Startups schnell nach vorne treibt. Die beste Empfehlung, die ich aus der Erfahrung mit Testbirds geben kann, ist sicherlich: Mutig sein und flexibel bleiben. Es klingt vielleicht etwas klischeehaft, aber als Unternehmer sollte man groß denken und sich hohe Ziele setzen, dabei aber immer genug Flexibilität mitbringen, um den Herausforderungen auf dem Weg angemessen zu begegnen.

Foto: Philipp Guelland fuer Testbirds

Wir bedanken uns bei Philipp Benkler für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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