Mit einer guten Idee und einem exzellenten Team lässt sich einiges bewegen

TeneTRIO  leckere Hundesnacks aus lokal gezüchteten Mehlwürmern

Stellen Sie sich und das Startup TeneTRIO doch kurz unseren Lesern vor!
TeneTRIO: Das sind Katrin Kühn, Sabrina Jaap und Dr. Ina Henkel, ein interdisziplinäres Team aus Ernährungswissenschaftlerinnen und Betriebswirtschaftlerinnen. Gemeinsam werden wir mit essbaren Insekten einen Beitrag zur zukünftigen Welternährung leisten. Dabei fokussieren wir uns zunächst auf den besten Freund des Menschen und haben einen innovativen Hundesnack auf Basis von Larven des Mehlkäfers, den sog. Mehlwürmern entwickelt.

Wie ist die Idee zu TeneTRIO entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee entstand im Rahmen von Katrins und Inas Forschungsreisen nach Asien und Afrika, wo Insekten oft einen natürlichen Bestandteil der Nahrung darstellen. Vor dem Hintergrund der rasant ansteigenden Weltbevölkerung und des damit verbundenen Anstieges des Wohlstandes und Nahrungsbedarfs organisierten Katrin und Ina als Ernährungswissenschaftlerinnen diverse Summer Schools zu diesen Themen im In- und Ausland. Es ging z.B. um die Frage, wie alternative Proteine hier eingesetzt werden können und inwiefern essbare Insekten eine Rolle spielen könnten, so wie es im März 2013 von der FAO postuliert wurde. 2015 bestand dann die Überlegung, im schönen Brandenburg eine Mehlwurmzucht zu errichten.

Schnell war klar, die Mehlwürmer auch zur Anwendung bringen zu wollen. Die Wahl fiel dabei auf den Heimtiermarkt, mit besonderem Fokus auf den Hund, da wir hier als Team viele Missstände entdeckten, im Hinblick auf die Inhaltsstoffe in herkömmlichem Futter und Snacks in diesem Bereich. Nicht zuletzt gab es natürlich auch Überlegungen, wie sich Insekten auf dem Humanmarkt anwenden ließen, jedoch wurden wir uns hier schnell der rechtlichen Lage bewusst und haben uns entschieden, diese Ideen zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufzugreifen. Seit Januar 2016 sind wir dank Sabrinas Know-How im betriebswirtschaftlichen Bereich gut aufgestellt und wollen unsere TenePops innerhalb des EXIST-Gründerstipendiums marktreif machen.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?
Die Gründung eines eigenen Unternehmens bedeutet, seine eigenen Vorstellungen in die Realität umsetzen zu können und aktiv etwas zu gestalten bzw. zu verändern. In unserem Fall liegt der Antrieb dabei in der optimalen Ausnutzung des Potentials essbarer Insekten. So verbrauchen sie im Vergleich zu konventionellen Fleischlieferanten, wie z.B. dem Rind weniger Ressourcen wie Fläche, Wasser und Futter. Zudem trägt das alternative Protein aus Mehlwürmern kaum zur CO2-Emission bei. Man darf auch nicht vernachlässigen, dass Mehlwürmer im Gegensatz zu Wirbeltieren zu 100% verzehrbar sind.

Neben den nachhaltigen Aspekten überzeugen uns aber auch die nutritiven Eigenschaften von Mehlwürmern. Sie sind reich an Protein, mehrfach ungesättigen Fettsäuren und Mineralstoffen. Wertvolle Eigenschaften, die wir aus dem Rind, dem Fisch und Gemüse kennen und aus unserer Sicht einen berechtigen Platz auf dem zukünftigen Speiseplan haben sollten. Dieses Potential wollen wir mit der Marke TeneTRIO im Hundesnackbereich umsetzen!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Seit April sind wir EXIST-Gründerstipendiaten, was die Realisierung unseres Vorhabens zunächst seitens der Finanzierung erleichtert. Allerdings war das Anfertigen des Antrages ein Prozess, der mehr Zeit in Anspruch nahm als gedacht. Wir waren zu der Zeit beruflich eingespannt. Zudem arbeitete Sabrina noch in Frankreich, sodass eine Kommunikation über Grenzen hinaus stattfand. Wir sind sehr dankbar, dass wir uns dem Projekt nun in Vollzeit widmen können und alle drei an einem Standort verbunden sind. Die größte Herausforderung wird es sein, den Menschen zu vermitteln, dass Insekten als Futter- und Nahrungsmittel durchaus interessant sein können.

Wer ist die Zielgruppe von TeneTRIO?
Generell sprechen wir Hundehalter an, die neugierig sind und denen die Gesundheit ihres Lieblings am Herzen liegt. Dabei fokussieren wir uns zunächst auf LOHAS- (Lifestyle Of Health And Sustainability) und WOOF-Hundehalter (Well of Older Folks), da diesen Kunden auch Themen wie Nachhaltigkeit, Fitness und Gesundheit wichtig sind und sie die nötige Kaufkraft aufweisen.

Was ist das Besondere an den Hundesnacks?
Die TenePops zeichnen sich durch einen Zwei-Komponenten-Ansatz aus. Sie sind ein natürlicher Snack, da wir auf Zusatz-, Konservierung- und Aromastoffe verzichten. Durch seinen hypoallergenen Charakter sind die Pops auch für Hunde geeinigt, die auf Grund ihres sensiblen Magens oder Krankheiten und Allergien normalerweise aufs Snacken verzichten müssen. Die Hundehalter wiederum müssen sich keine Sorgen beim Kalorienzählen machen, da wir ihnen einen kalorienarmen Snack anbieten.

Wo werden die Snacks produziert?
Wir produzieren unsere TenePops bei einem lokalen Partner in Potsdam-Rehbrücke.

Wie ist das Feedback?
Die meisten Hundebesitzer sind der Idee, ihrem Hund und der Umwelt mit Insekten etwas Gutes zu tun, aufgeschlossen. Auch die Mehrzahl der Hunde innerhalb unserer ersten kleineren Verkostungsrunden ließen es sich ordentlich schmecken. Natürlich kommt es auch vor, dass weder Hund noch Herrchen/Frauchen bereit für die Ernährungszukunft sind.

TeneTRIO, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
TeneTRIO als Marke der EntoNative GmbH soll sich zunächst im Hundesnackmarkt etablieren. Hier haben wir bereits weitere Ideen für insektenbasierte Snacks. Potentiell denken wir aber auch an weitere Segmente im Heimtierfutterbereich. Die Vision ist es jedoch, sich mit der EntoNative GmbH auch im Humanmarkt gut aufzustellen. Mit der Schärfung der europäischen Novel Food ab 2018, welche und wie Insekten verarbeitet werden können, wird der Markt hier sicherlich sehr interessant werden!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründerinnen mit auf den Weg geben?
Mit einer guten Idee und einem exzellenten Team lässt sich einiges bewegen. Man braucht aber auch ein gutes Netzwerk, starken Willen und Durchhaltevermögen. Ratsam ist es, frühzeitig anderen Leuten von der eigenen Idee zu erzählen, auch wenn die Angst besteht, dass andere sie kopieren. Ohne den Austausch verliert man jedoch die Chance auf hilfreiches Feedback. Natürlich wird man viele Leute mit vielen guten Ideen und Vorschlägen treffen. Die Kunst liegt am Ende darin, zu filtern, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Dabei sollte man sich selbst immer treu bleiben und sein Ding machen.

Fotorechte Privat

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Katrin Kühn, Sabrina Jaap und Dr. Ina Henkel für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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