Der Wurm muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler

tele-LOOK Industrie 4.0 Fern-Service deckt verschiedene Branchen ab

Stellen Sie sich und tele-LOOK doch kurz unseren Lesern vor!
Industrie 4.0 fasst eigentlich nur zusammen, das Digitalisierung in vielen Bereichen notwendig ist.
Dabei geht es um Effizienz, Kostensenkung und Verbesserungen. Die meisten Industrie 4.0 Innovationen sind branchenspezifisch. Der Industrie 4.0 Fern-Service tele-LOOK deckt eine große Bandbreite über verschiedene Branchen ab. Daher war es eine wichtige Voraussetzung, dass der Service so intuitiv ist, dass er von jedem genutzt werden kann und im Idealfall auch Sprachgrenzen überwindet.

Wie ist die Idee zu tele-LOOK entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Grundidee war, dass eine Lösung nicht immer Kompetenz vor Ort erfordert. Seit Internet und Google, wissen wir das wir Wissen blitzschnell verfügbar machen können. Allerdings braucht man auch fundierte Informationen zum Sachverhalt. Und dass möglichst schnell und kostengünstig. Genau das leistet tele-LOOK Fern-Diagnose.
Das komplementäre Team hat sich in einem aufwändigen Prozess über digitale Plattformen gesucht und gefunden.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung bestand darin nicht die eigene Idee toll zu finden, sondern in einem kontinuierlichen Prozess herauszufinden, welcher Teil der Idee der Zielgruppe wichtig ist und was obsolet ist. Überflüssiges kostet erstens auch Geld und verwirrt die Nutzer bei der Ansprache. Also ist es enorm wichtig den Kern der Idee herauszuarbeiten und Erweiterungen immer eng daran anzulegen.
Hier war die Hilfe von bwcon eine wichtige Orientierung. Es gibt zwar viele Möglichkeiten, aber nur wenige passen wirklich. Diese Kompetenz haben die bwcon Mitarbeiter über Jahre erworben. Mit einem guten Business Case findet man einen Leadinvestor und geht zur KfW, um den Betrag zu verdoppeln. Nice to have: weitere kleinere Investoren, am besten mit Smart Money.

Klaus Plüher

Wer ist die Zielgruppe von tele-LOOK?
Die erste Zielgruppe sollte so ausgesucht werden, dass man mit ihr auch lebhaft kommunizieren kann und weiterhin eine Nähe zu verwandten Zielgruppen aufweist. Bei uns waren das Handwerksunternehmen, die immer klar kommunizierten welche Funktionen sie benötigen und welche nicht. Ähnliche Pilotworkshops aber mit Serviceleitern großer Betriebe hätten wir wohl kaum hinbekommen. Zu beginnen unserer Zielgruppen-Analyse haben wir den anstrengenden Weg gewählt und sind nur mit Paperware losgegangen. Erst nach Auseinandersetzung mit der Zielgruppe kam die Produktdefinition.

Wie funktioniert tele-LOOK?
Der Kunde fungiert mit seiner Smartphone- oder Tablet-Kamera als verlängerter Arm des Technikers, indem er in einer audio-visuellen Echtzeit-Kommunikation über eine Internetverbindung vom Techniker Schritt-für-Schritt durch den Service-Prozess geleitet wird. Verständigungsprobleme, etwa aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse oder laienhafter Formulierungen, treten auf diese Weise erst gar nicht auf. Die Kamera des Mobilgerätes überträgt das Bild des Objektes simultan auf das Display des Technikers. Über einen beweglichen „Tele-Punkt“ navigiert der Techniker mit dem Zeigefinger die Person vor Ort, um etwa Bedientafeln auszulesen oder den Fehler einzugrenzen. Per Fingertipp kann der Techniker direkt Snapshots auslösen, die – mit Zeitstempel und individuellen Notizen versehen – automatisch in der Cloud gespeichert und als PDF-Protokoll allen prozessbeteiligten Personen bereitgestellt werden.

Welche Vorteile bietet tele-LOOK?
Es gibt bereits ähnliche Ansätze für den Kundendienst. Wenn wir unseren Service mit Datenbrillen vergleichen, könnten wir feststellen, dass Unternehmen durch die Nutzung von Smartphones große Vorteile haben. Eine Datenbrille muss beispielsweise immer am Ort des Geschehens verfügbar sein. Die Kosten für die Anschaffung sind sehr hoch, desweiteren muss das Bildmaterial aufwändig eingespeist und gepflegt sowie Mitarbeiter geschult werden. Im Gegensatz dazu fallen zur Nutzung von tele-LOOK keine initialen Einrichtungs- oder Investitionskosten an, da der Dienst über eine monatliche, skalierbare Flatrate abgerechnet wird. Diese Ausgabe refinanziert sich bei unseren Kunden bereits im nächsten Monat, weil schon ein eingesparter Technikertag mehrere Lizenzen finanziert.

Wie ist das Feedback?
Neben der intuitiven Bedienbarkeit und der einfachen Implementierung konnten Unternehmen ihre Kosten positiv beeinflussen. Da Mitarbeiter nicht mehr wegen Lappalien zum Kunden fahren, konnten Betriebskosten gesenkt werden. Die eingesparte Zeit für Anfahrten kann anderen, wertschöpfenderen Tätigkeiten zugeführt werden. Personalmangel kann entschärft werden, da ein Servicemitarbeiter nun eine höhere Anzahl Servicefälle bearbeitet.

tele-LOOK, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
tele-LOOK wird auf Basis gleicher Technologie eine Reihe weiterer Geschäftsfelder erschließen, die sich überdies auch noch gegenseitig befruchten sollen. Immer bereits neue Produkte in der Pipeline zu haben ist u.a. eine wirkungsvolle Strategie, falls einmal Nachahmer auftauchen sollten. Immer einen Schritt voraus sein …!

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
• Der Wurm muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler
• Das Produkt MIT dem Kunden entwickeln, nicht zuviel auf Verdacht entwickeln und finanzieren.
• Immer mehr als einen Pfeil im Köcher haben: Wenn das ursprüngliche Ziel wegbricht, muss man einen zweiten oder sogar dritten Plan aus der Tasche ziehen können.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Klaus  Plüher für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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