Scheitern als Chance

techbold und Gebrüder Stitch starten mit Crowdinvesting neu durch

Zu einem Abendessen der besonderen Art luden gestern Österreichs Crowdinvesting-Marktführer CONDA und das Wiener Jeanslabel Gebrüder Stitch in das Hosenlabor des Unternehmens. Zusammen mit techbold-Gründer Damian Izdebski und den Business-Angels Hansi Hansmann und Niko Alm wurden in einer „Soirée de fauxpas“ der unternehmerische Fehltritt, damit verbundene Lernprozesse und der anschließende Neuanfang erörtert. Ein Baustein für das erfolgreiche unternehmerische Comeback der Gebrüder Stitch und von Damian Izdebski mit dem Computer und IT-Unternehmen techbold sind die derzeit laufenden Crowdinvesting-Kampagnen bei CONDA.

Das Wiener Jeanslabel Gebrüder Stitch und Damian Izdebskis Computer und IT-Unternehmen techbold sind zwar aus völlig verschiedenen Branchen, haben aber eines gemeinsam. Beide Gründer scheiterten schon einmal unternehmerisch und mussten Insolvenz anmelden. Um viele Erfahrungen und Lernprozesse reicher, starten sie nun neu durch und setzen dabei auch auf Crowdinvesting als Finanzierungsinstrument. Warum vormals gescheiterte Unternehmer vielleicht sogar die besseren Gründer sind und welche Rolle Business-Angels dabei spielen, wurde in einer außergewöhnlichen „Soirée de fauxpas“ besprochen.

Zweite Chance für Organic Jeans der Gebrüder Stitch
Die bekannte Marke Gebrüder Stitch steht für nachhaltige Jeans aus Wien, die optimal passen. Dennoch kam es im Juni des Vorjahres zur unternehmerischen Bruchlandung, da einer von 19 Investoren der notwendigen Kapitalerhöhung nicht zustimmte. Mit der im August 2016 neu gegründeten antsin yourpants GmbH, einer neuen Produktstrategie und einer schlanken Kostenstruktur soll das Label Gebrüder Stitch zu neuen Höhenflügen ansetzen. „Das Gründungsteam hat aus den Fehlern, die beim ersten Durchlauf gemacht wurden, gelernt. Statt 19 Finanzinvestoren gibt es jetzt fünf operativ aktive Gesellschafter“, berichtet Business-Angel Niko Alm, der bei den Gebrüdern Stitch mit an Bord ist. „Wir beginnen nicht von ganz vorne, sondern können auf dem Know-how und den Learnings der bisherigen Geschäftstätigkeit aufbauen“, meint Gründer Werner Mitteregger. Beim unternehmerischen Neustart setzen die Gebrüder Stitch auf Crowdinvesting als Finanzierungsinstrument. Die breite Masse kann sich seit der letzten Woche auf www.conda.at an dem Wiener Unternehmen beteiligen. Bisher wurden rund 40.000 Euro investiert.

DiTech-Fehler helfen Damian Izdebski bei der Entwicklung von techbold
Die Pleite von DiTech im März 2014 schlug hohe Wellen. „Binnen kürzester Zeit mussten viele Mitarbeiter gekündigt werden, es gab großen medialen Druck. Im Zuge einer dreimonatigen Auszeit in Kalifornien fasste ich neuen Mut. Die Fehler, die wir bei DiTech gemacht haben, wollen wir nun mit techbold vermeiden“, schildert IT-Unternehmer Damian Izdebski. Als IT- und Computer-Kompetenzzentrum möchte sich techbold als Wegbegleiter in die digitale Zukunft positionieren. 2015 gegründet, beschäftigt das Unternehmen derzeit 30 Mitarbeiter und erzielte bereits fünf Millionen Euro Umsatz. Das Crowdinvesting-Projekt bei CONDA wurde vor wenigen Tagen um ein weiteres Monat verlängert. Bisher wurden mehr als 430.000 Euro investiert.

Wer scheitert weiß, worauf es ankommt
Einer, der gleich zu Beginn in techbold investiert hat, ist Business-Angel Hansi Hansmann. „Das Thema unternehmerisches Scheitern ist bei uns viel zu wenig in der breiten Öffentlichkeit präsent. In Amerika geht man damit anders um, da gehört es zum normalen Werdegang“, so Hansmann. Für Unternehmer, die bereits gescheitert sind, sieht er durchaus Vorteile: „Sie haben viele Erfahrungen gesammelt und wissen, worauf besonders aufzupassen ist und worauf es ankommt“, ist der Business-Angel überzeugt. Generell bricht Hansmann eine Lanze für Unternehmer: „Ohne Unternehmer gäbe es kaum Jobs und keinen funktionierenden Staat.“ Ob der Business-Angel in ein Unternehmen investiert, entscheidet er nicht aufgrund eines Business-Plans. „Entscheidend sind die Leute, die dahinter stehen. Zumindest einer aus dem Gründerteam muss das Unternehmer-Gen in sich tragen“, ist Hansmann überzeugt. Wenn bei einem Startup auch erfahrene Business-Angels mit an Bord sind, erhöht das die Erfolgsaussichten des Unternehmens, gibt Hansmann Crowd-Investoren mit auf den Weg.

Neuer Anreiz für Crowd-Investoren
Als Österreichs größte Crowdinvesting-Plattform stellt CONDA Unternehmen ein alternatives Finanzierungsinstrument zur Verfügung und bietet Crowdinvestoren die Möglichkeit, finanziell von innovativen Geschäftsideen mit großem Wachstumspotenzial zu profitieren. „Eine erfreuliche Nachricht für die CONDA-Crowdinvestoren ist, dass seit heuer Investments von über 5.000 Euro für eine Risikokapitalprämie beim aws eingereicht werden können. Damit die Förderung zustande kommt, muss das Unternehmen ein innovatives Startup nach Definition des aws sein. Förderbar sind 20 Prozent eines Beteiligungsbetrages“, informiert CONDA-Vorstand Paul Pöltner.

Bild Soirée de fauxpas – Bildnachweis techbold

Quelle Yield Public Relations OG

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