Es geht auf und ab, manchmal steht man Kopf und manchmal ist es zum Kotzen

Tec4med ist Startup of the Month im Februar des Frankfurt Forward Awards

Stellen Sie sich und das Startup Tec4med doch kurz unseren Lesern vor! 

Tec4med entwickelt intelligente Hardware und Software in den Bereichen Healthcare und Logistik. Mit der NelumBox haben wir die weltweit erste Spezial-Temperierlösung für hoch sensible Pharmazeutika und Proben (z.B. klinisches Studienmaterial, Organe, Stammzellen, Proben, etc.) entwickelt. Unsere nächste Produktgeneration, der SmartHub und SmartBeacon, beschäftigt sich mit intelligenten Echtzeit-Tracking Systemen für die breite Pharma-Logistik und darüber hinaus, sowie passiven Boxsystemen zur Temperierung von Medikamenten. All unsere Hardware läuft hierbei digital in der Tec4Cloud zusammen, in welcher Daten dokumentiert, aufbereitet und analysiert werden, um so Logistik-Prozesse abzubilden und zu verbessern.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen? 

2014 habe ich in den USA in der Nähe des Silicon Valley studiert. Dort wurde ich erstmals vom Gründerfieber gepackt. Nachfolgende Praktika in Corporates haben mich zudem motiviert, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und die Welt ein Stückchen besser zu machen. Als Wirtschaftsingenieur war ich schon immer an sowohl technisch innovativen Erfindungen, aber auch deren kommerziellen Umsetzung im Markt interessiert und habe daher schnell entschlossen, noch während der Abgabe meiner Masterarbeit mein eigenes Tech-Unternehmen zu gründen.

Welche Vision steckt hinter Tec4med? 

Die spannende Frage ist vielmehr: Welche Vision steckt hinter Tec4?

Tec4med wird sich immer mit intelligenten und vernetzten Produkten in der Pharmawelt beschäftigen. Das tut sie schon heute ausgesprochen erfolgreich, und es gibt in diesem Gebiet noch unglaublich viele Felder, in denen wir uns entwickeln können und werden. Nicht umsonst haben wir aber unsere Firmenstruktur schon von Grund auf Basis der Tec4Family gegründet, um symbiotische Abwandlungen unserer Soft- und Hardware auch auf andere Bereiche zu übertragen. So werden wir bestimmt noch in Bälde von Kategorien wie Tec4Logistics, Tec4Food, Tec4Fun, Tec4Space u.v.m hören. Die Tec4Family verbindet, durch intelligente Produktinnovationen die Menschheit weiter voran zu treiben und jeden Tag ein Stückchen besser zu gestalten!

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert? 

Deutschland ist das Land der Fördermittel. Wer nicht mit einem Online-Shop für Zierfische an den Markt geht, und innovative Produkte entwickeln möchte, der hat hier eine herausragende Möglichkeit sich in den ersten Monaten oder sogar Jahren mit staatlichen Fördermitteln zu finanzieren – wie auch wir. Natürlich gilt es ab einem gewissen Punkt auch Risikokapital aufzunehmen, gerade im Bereich Hardware oder aber Medizintechnik, da besonders hier der Kapitalbedarf zu Anfang enorm hoch ist und man sich nicht aus organischem Wachstum finanzieren kann. Diesen Weg haben auch wir eingeschlagen, aber natürlich spielen mittlerweile auch Umsätze und Fremdkapital eine Rolle im Finanzierungs-Mix.

Wer ist die Zielgruppe von Tec4med?

Zielgruppen der Tec4med sind vor allem Unternehmen, sprich reines B2B-Geschäft. Hierzu gehören die großen Pharma Firmen, aber auch Speziallogistiker, Clinical Research Organisations oder Heimpflegedienste. Mit dem SmartHub kommt auch immer mehr allgemeine Logistik hinzu.

Wie funktioniert die NelumBox? Wo liegen die Vorteile? 

Die NelumBox setzt im Kern auf die von uns entwickelte und sehr energiesparende Temperiertechnologie. Nur diese ermöglicht es, jederzeit im richtigen Temperaturbereich elektrisch effizient zu temperieren. Doch gerade in einer hoch regulierten Branche wie der Pharmaindustrie ist ein korrektes Temperieren noch lange nicht genug, weshalb wir im Zeitalter des Internet-of-Things von Anfang an sämtliche Tec4med-Hardware mit der Cloud vernetzen haben und sämtliche Parameter in Echtzeit zur Verfügung stellen.

Sie sind Startup of the Month im Monat Februar. Wie geht es jetzt weiter? 

Wie auch schon davor: Steil nach oben!

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

In fünf Jahren steht eines unserer Produkte auf dem Mars.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Gründer sein, heißt vor allem in sich selbst persönlich investieren und nie aufhören zu lernen. Tauscht Euch aus, trefft Euch mit anderen Gründern, lest Bücher, besucht Fortbildungen. Always stay curious and humble!

Gründen ist wie Achterbahnfahren: Es geht auf und ab, manchmal steht man Kopf, manchmal gibt es einen enormen Kick und manchmal ist es zum Kotzen: Am Ende macht es aber richtig Spaß und man will nochmal!

Das einzige Risiko in Deutschland zum Thema gründen ist es nicht zu tun. Was soll passieren? Wie sagt Nike so schön? Just do it!

Bild: Tec4Med Gründer Nico Höler, Julian Poths und Martin Voigt; (C) Foto: Julia Baier

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Nico Höler, Julian Poths und Martin Voigt für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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