Findet einen passenden Partner

Olaolu Fajembola und Tebogo Nimindé-Dundadengar, Gründerinnen von tebalou Gbr, wurden als Kultur- und Kreativpilot 2019 ausgezeichnet.

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen doch kurz vor!

tebalou Gbr ist ein Onlineshop, der sich auf die vielfältige Darlegung von Kinder- und Jugendbüchern und Spielsachen festgelegt hat. Dem ging der Wunsch voraus, allen Kindern der Gesellschaft einen Platz in ihrer Spiel- und Fantasiewelt einzuräumen und sie zu den Protagonist*innen ihrer eigenen Spielewelt zu machen. Aus unserer Begegnung entstand beinahe sofort der Wunsch ein Unternehmen miteinander zu gründen und dass dieser sich mit unserer akademischen als auch professionellen Hintergründen verbinden sollte, zusätzlich mit unserer Erfahrung als Mütter und der großen Lücke in der Kinder- und Spielewelt.

Warum haben Sie sich entschlossen ein Unternehmen zu gründen?

Ein großer Motivator war sicherlich die Erfahrung als Mütter und Eltern unsere Kinder bewusst mit Materialien zu umgeben, in der sie sich wiedererkennen können, wertgeschätzt werden und ihnen den Zugang zu all der Phantasiewelt zu ermöglichen. Zudem mussten wir auch feststellen, dass sich leider im Sektor Kinder- und Jugendbücher als auch Spielsachen, seit unserer eigenen Kindheit viel zu wenig verändert hat. Geradeim Bildungssektor wird immer noch die Normalität von weißen, normierten, bildungsbürgerlichen, Zwei-Eltern-Familien entstammenden Kindern wieder- und wiedererzählt. Unsere eigenen Perspektiven als auch die vieler Menschen in dieser Gesellschaft wurden und werden kaum wiedergegeben.

Welche Vision steckt dahinter?

Unsere Vision ist allen Kindern einen Zugang zu einer inklusiven und vielfältigen Gesellschaft in ihren Spielewelten zu ermöglichen. Dazu gehört, dass sich alle Kinder dieser Gesellschaft unaufgeregt und selbstverständlich in den Geschichten, die sie lesen und vorgelesen bekommen, wiederfinden und wiedererkennen können sollen. Kurz: sie sollen sich in ihrer Ganzheit respektiert und wichtig genommen fühlen. Die Wertschätzung eines jeden Kindes ist Teil des Bildungsauftrags unserer Bildungsinstitutionen. Dort, in den Kitas und Kindergärten, wo sich der Querschnitt der Bevölkerung trifft, sollte die unaufgeregte Heterogenität der Gesellschaft für alle Kinder zugänglich sein und Kinder bei der Ausbildung eines auf Wertschätzung, Begegnung und Offenheit beruhenden Miteinanders fußen. Darüber hinaus verstehen wir die Öffnung der vielen Perspektiven als eine Bereicherung sowohl in der Kinder- und Jugendliteratur als auch in der Spielewelt.

Was war bei der Gründung Ihres Unternehmens die größte Herausforderung?

Wie bei vielen Gründer*innen mussten wir erstmal ein Gefühl für den Markt erhalten und unsere Idee immer wieder kritisch überprüfen. Bei unterschiedlichen Gelegenheiten auch mit potentiellen Financiers und Investoren, mussten wir immer wieder feststellen, dass unsere Idee als „nett“ befunden wurde, aber häufig auch nach der Notwendigkeit danach gefragt wurde, ganz nach der Idee, dass ja die Mitte der Gesellschaft keine Notwendigkeit nach solchen Materialien hat. Gegen diese, ja, Gleichgültigkeit mussten wir mit eigenen Mitteln, dem Glauben an die Notwendigkeit unserer Arbeit angehen und mit all unseren Ressourcen beginnen. Also als größte Herausforderung empfanden klar, diese Widerstände gegenüber dem Thema und dem Businessmodell. Aber das hat uns ja nur noch mehr befeuert, umso mehr an dieser Arbeit festzuhalten.

Kann man auch mit einer Idee starten, wenn noch nicht alles perfekt ist?

Klar! Wir sind erstmal den klassischen Weg des Businessplans gegangen. Da wir beide nicht aus dem klassischen Unternehmertum stammten, mussten wir erst noch einen Crashkurs darin durchlaufen, dort auf wichtige Gegenfragen reagieren, unsere ursprüngliche Idee feinjustieren. Das dauert, das frustriert, aber auch diese Erfahrung vergleichen wir immer wieder gerne mit einer gewollten Schwangerschaft. Die Vorfreude auf das Kind ist ja jederzeit präsent. Trotzdem gibt es in der Schwangerschaft mal leichtere und schwerere Momente und irgendwann reicht es und das Kind muss endlich geboren werden. So ist es letztendlich auch mit der Idee. Irgendwann muss die Idee geboren werden und raus ins Leben. 

Wie sind Sie auf die Auszeichnung Kultur und Kreativpiloten aufmerksam geworden?

Wir haben einfach die weltbesten Kund*innen. Tatsächlich sind wir über eine Kundin auf den Preis aufmerksam gemacht worden. Sie schlugen uns für den Preis vor und wir beteiligten uns natürlich gerne daran. 

Wie wichtig sind solche Auszeichnungen?

Diese Auszeichnungen sind wichtige Momente des Innehaltens und des Stolz Seins und des Zurückschauens und ja, auch zum Reflektieren. Gerade in der Gründungsphase reiht sich ja eine Aufgabe dem anderen an. Sobald eine Aufgabe erledigt ist, steht die nächste an. Und so vergeht unbemerkt ein, zwei Jahre, der Arbeitspegel wächst, das Unternehmen natürlich auch und dann eine so wichtige Auszeichnung zu erhalten, ermöglicht ja glücklicherweise, mal das Unternehmen zu betrachten und stolz auf das Errungene zu sein. Plus, die Bundesregierung zeichnete uns aus, wenn das mal kein Argument ist, gerade auch im Hinblick zur Notwenigkeit unserer Arbeit.

Wo sehen Sie sich in den nächsten 5 Jahren?

In 5 Jahren sehe ich uns mal einen richtigen Urlaub nehmen. Und mit einem großartigen Team gemeinsam, all die Ideen umsetzen, die in unseren Köpfen existieren, aber noch darauf warten geboren zu werden. 

Welchen Tipp würden Sie angehenden Gründer*innen mit auf den Weg geben?

Findet eine*n großartige Partner*in, die an Eure Vision so glaubt wie ihr. Letztendlich verbringt ein*e Gründer*in so viel Zeit mit dieser Person, das ist wie eine Ehe eingehen.

Jedes Jahr werden im Namen der Bundesregierung 32 Unternehmen als Kultur- und Kreativpiloten Deutschland ausgezeichnet. Bewerben können sich Unternehmen, Selbständige, Gründer*innen und Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und deren Schnittstellen zu anderen Branchen. Die Bewerbung kann via Online-Formular auf www.kultur-kreativpiloten.de eingereicht werden. Das diesjährige Bewerbungsverfahren geht vom 1. Juli – 16. August 2020.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Olaolu Fajembola und Tebogo Nimindé-Dundadengar für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

Schreibe einen Kommentar