Hört auf eure eigene Meinung!

Tangany Wallet as a Service Blockchain Infrastruktur aus der Cloud

Stellen Sie sich und das Startup Tangany kurz unseren Lesern vor!

Ich bin Martin (Kreitmair) und Mitgründer von Tangany GmbH. Zusammen mit meinen beiden Mitgründern Christopher (Zapf) und Alexey (Utin) betreiben wir eine vollständige Blockchain Infrastruktur aus der Cloud. Das gesamte System nennen wir ‚Wallet as a Service‘ (in Anspielung auf Software as a Service). Das bedeutet im wesentlichen, dass unsere Kunden eine Schnittstelle zur Integration erhalten. Damit sind diese in der Lage auf unsere Module zuzugreifen. Im Kern ist das unser Private Key Management in einer sicheren HSM-Umgebung sowie unser Transaction Builder und eine stabile Node Infrastruktur. Diese Infrastruktur unterhält die Verbindung zu Public Blockchains wie Ethereum und auch zu Private Blockchains wie Hyperledger. Das spart bei unseren Kunden viel Zeit und Geld in der Entwicklung und ermöglicht eine schnelle Verprobung von Blockchain Use Cases.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Der Gedanke der Selbständigkeit hat uns schon lange umhergetrieben. Wir waren zuvor mehr als 8 Jahre gemeinsam beim selben Unternehmen beschäftigt und haben erlebt, wie dieses über die Jahre gewachsen ist. Christopher war gar einer der ersten Mitarbeiter. Das hat uns unglaublich inspiriert und motiviert etwas Eigenes zu starten. Auch wenn wir vollständig unabhängig und inhabergeführt sind, führen wir viele Dinge ähnlich wie früher und auch unsere Startup-Kultur ist stark durch unseren Werdegang geprägt. Mit dem Aufkommen von Blockchain vor 1-2 Jahren haben wir sodann auch ein Thema gefunden, an welches wir zutiefst glauben.

Welche Vision steckt hinter Tangany?

Wir sind davon überzeugt, dass Blockchain einfacher werden muss. Mit unserer Technologie ist der Einsatz endlich genauso einfach wie das Erstellen einer Webseite im Internet. Damit helfen wir Unternehmen, Werte digital zu erstellen, zu verwalten und zu handeln.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Herausforderungen gab es sehr viele. Da könnte ich nun stundenlang Punkte aufzählen. Da die Idee von Christopher und mir ins Leben gerufen wurde, mussten wir zunächst ein vollständiges Team aufbauen, um all die Aufgaben bewältigen zu können. Auch den zeitgleichen Weggang vom alten Arbeitgeber wollten wir unbedingt für beide Seiten fair gestalten.

Immerhin sind wir drei quasi gleichzeitig gegangen. Anschließend stand die Frage nach der Finanzierung im Raum. Da hatten wir viel Glück, dass wir zunächst als Freelancer tätig werden konnten (unter anderem für unseren alten Arbeitgeber, wofür wir sehr dankbar sind), um die ersten Monate zu überstehen. Der Kryptowährungs-Hype hat uns auch etwas Spielgeld eingebracht. Während dieser Zeit haben wir die Idee ständig weiter entwickelt und validiert. Derzeit sind wir durch das Bundeswirtschaftsministerium direkt gefördert. Das ist ein Programm für High- und Deep-Tech Gründungen in Deutschland. Soweit wir wissen, gibt es nur zwei weitere Blockchain-Startups, die diese Förderung erhalten. Darauf sind wir mächtig stolz.

Wer ist die Zielgruppe von Tangany?

Unsere Zielgruppe sind Unternehmen innerhalb der Europäischen Union, die sich mit Blockchain beschäftigen. Als Infrastruktur-Anbieter sind wir branchen-unabhängig und können nahezu jedem Blockchain-Projekt einen Mehrwert bieten. Das reicht von Startups bis hin zu Konzernen. 

Wie funktioniert Tangany? Wo liegen die Vorteile?

Tangany zu nutzen, bedeutet eine fertige Cloud-Lösung zu buchen. Unsere Kunden können direkt los legen indem unsere Blockchain API integriert wird. Das spart sehr viel Entwicklungszeit und damit Geld. Im Bereich Blockchain wird noch immer zu viel neu und ständig wieder entwickelt. Das wäre als würde jedes Unternehmen seinen eigenen Browser entwickeln. Ein völlig abwegiger Gedanke und doch der aktuelle Zustand bei Blockchain. Wir ändern das mit einer sehr einfach nutzbaren Lösung. Das sollte man übrigens nicht mit Blockchain as a Service verwechseln, das ist eine andere Art von Dienst (welchen wir als Baustein auch mit anbieten).

Wie ist das Feedback?

Wir haben Mitte Januar 2019 mit dem Marketing und Vertrieb begonnen. Die Resonanz seitdem ist überwältigend und beeindruckt uns jeden Tag aufs Neue. Mit unserer Technologie haben wir einen ziemlich starken Pain-Point gefunden und gelöst. Wir erhalten Anfragen aus allen Branchen und Unternehmensgrößen. Das kommt jedoch auch nicht von ungefähr. Unsere Marktvalidierungsphase hat sicherlich 3-4 Monate in Anspruch genommen, da wir auf keinen Fall in die falsche Richtung laufen wollten. Das zahlt sich (zu unserer großen Freude) nun umso mehr aus.

Tangany, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wir haben eine riesige Roadmap mit vielen Features für B2B sowie B2C. Nun geht es jedoch erstmal darum, dass System weiter zu automatisieren und weitere Blockchains anzubinden. Die ersten Kunden fragen nun natürlich auch ungeplante Features an, die wir derzeit in die Roadmap mitaufnehmen. Wir möchten mit Tangany die Nummer 1 in der EU werden, wenn es darum geht, eine Blockchain Infrastruktur zu nutzen. Es ist absolut notwendig, dass dieser Dienst innerhalb Europas erbracht wird und wir sind dazu bereit.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das Wichtigste ist Entscheidungen zu treffen. Das haben wir relativ schnell gelernt. Jede Entscheidung ist besser, als keine zu treffen. Falls man sich nicht entscheiden kann, sollte man sich eine Deadline setzen und bis dahin soweit wie möglich die Informationen und Daten zusammentragen. Startup bedeutet Geschwindigkeit auf die Straße zu bekommen und das benötigt schnelle Entscheidungen.

Etwas was wir, glücklicherweise, sehr gut gemacht haben und uns immer wieder als Problem bei anderen Startups auffällt, ist die offene Aussprache. Warum sitzen wir alle hier zusammen, was wollen wir erreichen, was sind die Hoffnungen, Befürchtungen und Prioritäten der einzelnen Gründer. Das haben wir sehr intensiv offen und ehrlich diskutiert. Auch Themen wie Wochenarbeitszeiten, Feiertage und Urlaub haben wir klar geregelt. Das schafft einen stabilen inneren Kern und verhindert unnötige interne Diskussionen.

Und der dritte Tipp ist, hört letzlich auf eure eigene Meinung. Jeder Berater, Advisor, Partner oder Besserwisser hat zu alles und jedem eine Meinung. Viele davon sind widersprüchlich oder einfach nur unqualifiziert. Am Anfang haben wir diese Meinungen zu hoch geschätzt und kamen immer wieder in Konflikte, da uns jeder etwas anderes gesagt hat. Mittlerweile haben wir gelernt, Feedback und Meinungen aufzunehmen, intern zu diskutieren und daraus unsere eigene Bedeutung und Maßnahmen abzuleiten. Am Ende sind die Gründer die Experten des eigenen Startups.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Martin für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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