Auf wen zielen Sie ab und warum?

Takumi kreative Markenkommunikation durch Influencer-Kampagnen

Bitte stellen Sie sich unseren Lesern vor!
Mein Name ist Solberg, ich komme aus Island und ich war im Jahre 2015 beteiligt an der Gründung des nun europaweit agierenden Unternehmens Takumi.

Wie kam Ihnen die Idee zur Gründung von Takumi?
Island ist eine sehr kleine Community und wir haben dort ehrlich gesagt keine berühmten Influencer. Schon früh wurde mir klar, dass kleine lokale Influencer mindestens genauso kreativ sind und wahrscheinlich sogar noch viel interessanter als die ganz großen Stars der Szene. Aber Unternehmen brauchen eine Plattform um Vertrauen herzustellen und Transaktionen zu vereinfachen – zusätzlich ermöglicht es eine skalierbare Arbeit mit den Influencern.

Wie schwer war der Anfang und welche Herausforderungen mussten Sie meistern?
Bevor wir mit Takumi gestartet sind dachte ich, dass es sehr viel schwieriger wird, Influencer von uns zu überzeugen und im Vergleich dazu sehr einfach, an Unternehmen heranzutreten. Doch als wir dann gelauncht sind war es genau anders herum, denn wir haben von den Unternehmen ja verlangt, uns zu vertrauen – uns, als kompletter Neuling auf dem Markt. Es wäre wirklich sehr einfach gewesen den Unternehmen einfach eine Liste mit Influencern an die Hand zu geben und ihnen dabei zu helfen, ihre Kampagne zu starten. Doch uns ist es wichtig unsere Kampagnen als Rundum-Dienstleistung anzubieten – und das ist ein ganz anderer Ansatz und braucht noch mehr Vertrauen. Wir haben unser Modell erfolgreich auf dem Markt implementiert, ziehen jede Woche hunderte von interessierten Influencern auf unsere Plattform und bekommen europaweit fantastisches Feedback und Interesse.

Wer ist eure Zielgruppe?
Wir arbeiten mit einer extrem weiten Gruppe von Influencern zusammen. Oftmals werden wir gefragt, woher wir wissen, ob ein Influencer gut ist oder nicht, er also für die Arbeit an der Plattform geeignet ist. Und es stellte sich heraus, dass wir uns dafür auf Daten verlassen können. Wenn 2.000 Menschen einen guten Grund gefunden haben jemanden auf Instagram zu folgen, dann halten wir es für genug, um sich für die Arbeit mit uns zu qualifizieren. Wir stellen jedoch sicher, dass unsere Influencer keine gefakten oder gekauften Follower haben und sie eine gute Ergänzung für unsere Plattform sind.
Von der B2B-Seite sind Unternehmen unsere Zielgruppe – und dort überwiegend Konsumenten-Marken und auf Lifestyle orientierte Firmen.

Was ist Takumis USP bzw. Alleinstellungsmerkmal?
Ganz anders als andere Unternehmen können bei uns die Influencer die Kampagnen über eine App aussuchen. Nachdem sie ihre Arbeit auf Instagram veröffentlicht haben, werden sie nur zwei Tage nach dem Post von uns bezahlt. Wir vertrauen unseren Influencern und sind davon überzeugt, dass sie fantastische Inhalte erstellen. Deshalb müssen wir ihre Posts nicht mehr freigeben, bevor sie diese mit ihrer Community teilen. Die meisten Unternehmen und Kampagnen auf dem Markt fokussieren sich ausschließlich auch die ganz großen Stars und die bekanntesten Influencer, keiner jedoch arbeitet vordergründig mit denen, die “nur” um die 1.000 Follower haben. Doch wir lieben sie und bezahlen sie regelmäßig jede Woche.

Können Sie einen typischen Arbeitstag von sich beschreiben?
Ich reise ziemlich viel nach London, um mich mit dem Team dort auszutauschen und für Meetings. Als Head of Product verbringe ich natürlich auch sehr viel Zeit mit meinem Team in Reykjavík. Heutzutage kodiere ich sehr wenig. Doch vor dem Hintergrund, dass ich das früher sehr viel getan habe, kann ich heute sehr gut und effizient mit den IT-lern, den Ingenieuren und der gesamten Produkt-Planung zusammenarbeiten. Wir lieben Slack auf der Arbeit, wahrscheinlich verbringe ich viel zu viel Zeit damit, “Hau den Lukas” mit den Nachrichtenmeldungen zu spielen.

Wo sehen Sie sich und Takumi in fünf Jahren?
Wir arbeiten an der Nummer-1-Marke für Influencer und wir optimieren alles um diese herum. Die meisten Unternehmen, die auf Influencer-Marketing spezialisiert sind sagen, dass sie das gleiche tun. Jedoch zielen wir auf genau die ab, mit denen sonst niemand arbeitet. Auf das Risiko hin dumm oder größenwahnsinnig zu klingen: Der gesamte Digitalmarketing-Markt wird dominiert von Facebook und Google, aber ich denke, dass noch genug Platz für eine weitere große Firma ist, denn Influencer Marketing ergibt einfach Sinn – doch nicht zwangsläufig für soziale Plattformen, um es unter ihrer eigenen Marke zu machen.

Welche drei Tipps geben Sie anderen Startup-Gründern mit auf den Weg?
1. Denken Sie genau über Ihr Unternehmen und sein Selbstverständnis nach – auf wen zielen Sie ab und warum?
2. Experimentieren Sie nicht mit der Struktur Ihres Unternehmens, den Vergütungen und dem Management. Lernen Sie stattdessen von den Besten, lesen Sie Bücher und fokussieren Sie Ihre Experimente immer auf das Produkt an sich.
3. Seien Sie vorsichtig damit, welches Medium Sie verwenden. Die so genannten Millennials machen heutzutage per SMS Schluss, aber sie sollten es zumindest per Telefon machen. Das gleiche gilt für ihr Unternehmen: Wenn es wichtig ist, dann wechseln Sie von Email zu Slack, zu einer SMS und direkt zum Telefon und persönlichen Meetings. Nichts sagt mehr, wie wichtig jemand für einen ist als ein Flugticket und ein persönlichen Meeting.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Solberg Audunsson für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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