So früh wie möglich Feedback zur Idee sammeln und keine Angst vor Ideenklau!

TableConnect Multitouch Tisch auf Android Basis

Stellen Sie sich und das Startup Tableconnect doch kurz unseren Lesern vor!
Die TableConnect GmbH wurde im Jahr 2013 (Q4) von Johann Rath, Stefan Fleig, Lucas Triebl und Nino Leitner gegründet. WE MAKE LARGE SURFACES INTERACTIVE

Wir haben uns der Digitalisierung von Oberflächen verschrieben. Herzstück unseres aktuellen Produktportfolios ist der weltweit beste Multitouch Tisch auf Android Basis – verfügbar in zwei Größen zur Miete und zum Kauf. Kunden nutzen unsere Produkte als interaktive Informations- und Unterhaltungs Terminals auf Messen, in Konferenzräumen und am POS. Vereinfacht ausgedrückt: Wir entwickeln “riesen Smartphones” mit allen möglichen und unmöglichen Anwendungsszenarien.

Wie ist die Idee zu TableConnect entstanden?
TableConnect entstand aus unserem internationalen Youtube-Viralerfolg – ein Video, dass wir ursprünglich nur zum Spaß produziert hatten ohne zu ahnen wie sehr es unser Leben in den folgenden Jahre verändern würde

Die simple Idee sein iPhone an einen großen Tisch anschließen zu können, der dadurch selbst zu einem interaktiven riesen Smartphone wird, verbreitete sich wie ein Lauffeuer und wurde zum international meist-gesehenen Youtube Video an einem einzelnen Tag. (Top 3 Viralvideo aus Ö) Die wichtigsten internationalen Technikblogs wie Engadget, Techcrunch, Gizmodo berichteten und 100te weitere Blogs folgten – TV (zB Pro7) und Print (zB British Sun) folgten.

Diese erste Etappe in unserer Unternehmensgeschichte haben wir übrigens auch in einem TEDx Talk humorvoll verarbeitet

Viel wichtiger als das reine Medieninteresse war allerdings das Kaufinteresse an unserer Idee. Innerhalb weniger Wochen erreichten uns weltweite Kaufanfragen für rund 400 Stück. Es war dann relativ schnell klar, dass diese Idee mehr als ein Gag war und wir begannen an der Umsetzung zu arbeiten…. ein langer Weg.

Heute beschäftigen wir rund 10 Mitarbeiter und vertreiben unsere Produkte bereits international gemeinsam mit unseren ersten Reseller Partnern in New York, Istanbul, Wien, Berlin und Culemborg in den Niederlanden. Rund 80% unseres bisherigen Umsatzes stammt aus dem Ausland.

Zu unseren Kunden zählen mittlerweile internationale Unternehmen wie Volkswagen, Emaar Group, Bahri, Ing Diba, Erste Bank, L’Oréal, Porsche Bank, ATV, Puls 4, Media Saturn und viele weitere… aber auch österreichische Startups wie z.B. Wuggl oder Marktguru.

In Österreich sind wir vor allem durch unser Productplacement in der Puls4 Show 2 Minuten 2 Millionen und als “Zaubertisch”/”Wischtisch” in der ATV Politsendung Klartext bekannt.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?
Durch die enorme Resonanz auf unser Viralvideo, waren wir davon überzeugt, dass es einen Markt für unsere Idee gibt. Von uns vier Gründern, waren drei bereits davor selbständig. Lucas Triebl mit einer Werbeagentur, Nino Leitner mit einer Filmproduktion und Stefan Fleig als Co-Founder der Flohmarkt App Shpock. Johann Rath komplettierte dann das Team aus technischer Sicht und machte die reale Umsetzung erst möglich. Es gab also von Anfang an viel Unternehmergeist aber auch konkrete Startup Erfahrung im Team. Die klassische Überwindung vom sicheren Arbeitsplatz zur Selbständigkeit musste bei uns also nur Johann durchlaufen – mittlerweile ärgert er sich fast, es nicht schon früher gewagt zu haben.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Gerade als Hardware Startup haben wir deutlich höhere Investitionskosten im Vergleich zu Software/App Startups. Auch die Produktentwicklung dauert im Schnitt wesentlich länger. Verständlicherweise fällt man damit nicht unbedingt in das Beuteschema von (heimischen) Investoren – wobei sich die Situation mittlerweile gebessert hat.

Finanziert haben wir uns letztendlich über Förderungen der Wiener Wirtschaftsagentur und Eigenkapital der Gründer. Als dritte Säule der Finanzierung konnten wir unsere Prototypen noch in der Entwicklungsphase an namhafte Kunden wie etwa Volkswagen oder die Erste Bank vermieten. Im Kernteam wurde zu Beginn über weite Strecken ohne Gehälter/Bezahlung gearbeitet.

Wer ist die Zielgruppe von TableConnect?
Aktuell konzentrieren wir uns auf den B2B Markt. Unsere Groß-Format Touch Tische und Einbaumodule sind ähnlich wie ihre kleinen Vorbilder – Smartphones und Tablets – sehr vielseitig einsetzbar. Daher sind es oft unsere Kunden selbst, die uns mit neuen Ideen für Einsatzmöglichkeiten überraschen.

Aktuell werden sie von einem Großteil unserer Kunden zu Präsentationszwecken genutzt und zwar bevorzugt dann, wenn es um eigene Apps geht. Ideal für Messen, Pressekonferenzen, Firmenzentralen oder am POS. In der österreichischen Startup TV-Show “2 Minuten 2 Millionen” auf Puls 4 präsentieren alle Startups ihre Apps publikumswirksam auf unseren Produkten
Weiters findet man unsere Produkte in Museen, Shoppingcenters und Hotels.

Dabei bieten wir unsere Produkte sowohl zur Miete als auch zum Kauf an. Wir sind sehr stolz darauf, dass der weltweit beste Touch Tisch nun aus Österreich kommt. Das spricht sich mittlerweile auch international rum. Die in Kürze erhältlichen TableConnect Einbaumodule erweitern die Einsatzmöglichkeiten nochmals deutlich und das bei geringeren Kosten.

Was findet der Kunde auf TableConnect?
Alles rund um unsere Produkte, deren Besonderheiten und Einsatzmöglichkeiten.

Was ist das Besondere an den Tischen- wo finden Sie Verwendung?
TableConnect Touch Tische sind nicht nur besonders hochwertig gefertigt, sondern haben ein einzigartiges flexibles Aufstell-Konzept. Jeder TableConnect ist aus hochwertigstem Aluminium gefräst und schwarz eloxiert – qualitativ vergleichbar mit Apple Produkten. Das macht unsere Produkte nicht nur sehr robust, sondern sieht auch sehr hochwertig aus.
Aufgrund des Speziellen Tischbein Designs, lässt sich jeder TableConnect nicht nur als Tisch, sondern auch im Hoch- und Querformat aufstellen. Besonders bei Mobile App Präsentation wird meist das Hochformat genutzt.
Für den Tischmodus haben wir zusätzliche Smart Buttons integriert die einen direkten und intuitiven Schnellzugriff auf die Display Orientierung und die Home Funktion bieten. Durch diese drei Merkmale unterscheiden wir uns deutlich von Konkurrenzprodukten.

Wie ist das Feedback?
Das Feedback ist überwiegend sehr positiv. Die Geräte arbeiten sehr zuverlässig und wir hatten noch keine Ausfälle. Ganz besonders freuen wir uns wenn Kunden, die bereits mit Konkurrenzprodukten gearbeitet haben, uns den selbst kommunizierten Qualitätsvorsprung bestätigen.

TableConnect, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Die nächsten Ziele sind die Erweiterung unseres Produktportfolios und der Ausbau des internationalen Händlernetzwerks. Weiters sind wir laufend dabei unsere Produktionsprozesse zu optimieren und dabei die Kosten zu senken. Davon profitieren wir nicht nur im B2B Segment sondern erarbeiten uns damit auch die Möglichkeit in den B2C Markt einzusteigen – Stichwort Smarthome.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Mit 3 komme ich nicht aus:
So früh wie möglich Feedback zur Idee sammeln und keine Angst vor Ideenklau.
Man sollte sich selbst und seine Stärken realistisch beurteilen und das Team ergänzend aufstellen (nicht Jeder ist der CEO Typ, Solo-Founder sind zudem auch bei Investoren nicht unbedingt beliebt)
Im Idealfall starten alle Founder Vollzeit und schließen einen professionellen „Vestingvertrag“ ab.
Es dauert immer länger als man denkt: persönlicher finanzieller Puffer für mindestens 1 Jahr
In Ö: Die einzigartigen Fördermöglichkeiten nutzen
Gas geben und flexibel sein: die meisten Ideen/Produkte verändern sich im Laufe der Zeit

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Stefan Fleig für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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