Swiss Exchange – neues Kapital durch Aktien

Unternehmen gehen unter anderem darum an die Börse, um mithilfe von Investoren an neues Kapital zu gelangen. Doch in den letzten Jahren sinkt die Zahl der Unternehmen, die an der SIX (Swiss Exchange) notiert sind, kontinuierlich. Waren es im Jahr 2000 noch etwas mehr als 400 Unternehmen, die an der Schweizer Börse gehandelt wurden, sind es heute deutlich weniger. Was sind die Gründe?

Schweizer Unternehmen werden aufgekauft

Das Angebot der Unternehmen, die an der SIX gehandelt werden können, ist in den letzten Jahren deutlich weniger geworden. Der Grund: immer mehr Konzerne in der Schweiz wurden von ausländischen Unternehmen aufgekauft. Beispiele sind der Reisekonzern Kuoni, der Cateringanbieter Gategroup oder das Modeunternehmen Charles Vögele. Ausserdem gibt es immer weniger Unternehmen mit Sitz im Ausland, die sich zusätzlich an der Schweizer Börse handeln lassen. Zurückgezogen vom Markt hat sich beispielsweise der Pharmakonzern Pfizer aus den USA.

Von ursprünglich mehr als 400 gehandelten Firmen sind heute nur noch etwa 250 übriggeblieben. Experten schätzen davon gerade einmal 15 Unternehmen als liquide ein. Derzeit liegt die Zahl der Neuzugänge deutlich unter denen, die dekotieren. Dabei ist die Schweiz noch nicht einmal ein Einzelfall, denn die strengen Regeln an der Börse sind unter anderem verantwortlich dafür. Hinzu kommt, dass in der Schweiz Finanzierungen von Unternehmen fast ausschliesslich über Banken laufen und derzeit werden die Kredite dort leicht vergeben.

Finanzspritze: Darum gehen Unternehmen an die Börse

Unternehmen erhoffen sich durch den Börsengang an neues Kapital durch Investoren zu gelangen. Doch derzeit gibt es wenig Bedarf dazu, da die Zinsen der Banken attraktiv sind. Aus diesem Grund ist es derzeit nicht unbedingt erforderlich, durch einen Börsengang an das benötigte Kapital zu kommen, denn aktuell ist Geld für Kredite da.

Das macht sich an der Schweizer Börse bemerkbar, denn inzwischen gehen nur dann Unternehmen an die Börse, wenn dort relevante Investoren finden. Allerdings gilt dies in der Schweiz bei vielen Branchen nicht mehr und die Kapitalaufnahme erfolgt immer häufiger durch eine Ausgabe von Anleihen.

Regeln für den Einstieg wurden überarbeitet

2015 wurde von der Schweizer Börse ein Programm entwickelt, das kleineren Unternehmen, die an der Börse kotiert sind dabei helfen soll, dass diese von Anlegern gut wahrgenommen werden können. Schliesslich ist es für solch ein Unternehmen negativ und kann verheerende Folgen haben, wenn mit ihren Aktien kaum Handel betrieben wird. Denn dann sorgen bereits kleinste Börsengeschäfte für grosse Kursschwankungen. In Zukunft wird sich die Schweizer Börse stärker für kleinere Firmen öffnen. Sprachen früher Experten davon, dass ein Unternehmen Marktbewegungen in Höhe von 100 Millionen Franken haben müsse, damit sich solch ein Börsengang auch lohne, wird diese Grenze demnächst nicht mehr gelten.

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Zürich hat kürzlich ein Projekt ins Leben gerufen, das untersucht, unter welchen Bedingungen sich für KMU ein Börsengang lohnt. Schliesslich wäre es aus volkswirtschaftlichen Gründen wünschenswert, wenn an der Schweizer Börse mehr Unternehmen notiert wären. Experten gehen davon aus, dass es künftig vor allem für kleinere Unternehmen schwieriger werden wird, an Geld über Beteiligungsgesellschaften oder über private Investoren zu kommen. In solch einem Fall wäre ein Börsengang interessant. Hierfür ist es allerdings auch erforderlich, dass die Teilnahmeregeln überarbeitet und niedriger geschraubt werden. Untersucht wird nun, wie tief die Hürden sein müssen, um erfolgreich überwunden werden zu können.

Trotzdem sollte das Risiko für die Investoren nicht höher werden. Bei einem kleineren Unternehmen, das sich derzeit im Wachstum befindet, ist ein hohes Risiko bei dem Investment gegeben, denn es ist unsicher, wie die künftige Entwicklung weiter voranschreiten wird. Ein weiteres Problem ist der bereits erwähnte geringe Handel solch kleiner Unternehmen an der Börse. Oftmals finden kleine Firmen auch nicht genügend Käufer für ihre Aktien und der Handel gelingt nur dann, wenn die Investoren mit höheren Renditen gelockt werden. Hier den richtigen Mittelweg zu finden ist nicht einfach, zumal zum Beispiel in Deutschland mit Handelsplätzen für kleine Firmen negative Erfahrungen gemacht wurden, da viele Unternehmen bankrottgingen und dadurch die Anleger ihr Geld verloren haben.

Tipp: Mehr Infos zum Devisenhandel und zum Aktienhandel gibt es bei der IG Bank.

Bild: ©istock.com/Rawpixel

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