Samstag, November 27, 2021

Den Markt von Anfang an mit einbinden

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Sabine Elsässer
Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

SWCode Softwareentwicklung von Plattformen, mobilen Apps mit Augmented Reality

Stellen Sie sich und das Start-up SWCode doch kurz unseren Lesern vor! 

SWCode wurde 2018 von Dennis Wiosna, Viktor Gottfried und mir gegründet. Wir kennen uns schon aus Kinder- bzw. Studientagen und haben schon sehr früh gemeinsam erste Entwicklungen ausprobiert. Mit SWCode haben wir uns jetzt auf dynamische Software-Entwicklung spezialisiert, und unser Portfolio reicht von großen Plattformlösungen mit Millionen von Anwendern für das Gesundheitswesen und den Gastrobereich bis hin zu leistungsstarken, mobilen Augmented-Reality-Anwendungen für die internationale Touristikbranche sowie für Städte und Kommunen.  

Warum haben Sie sich entschieden, ein Unternehmen zu gründen? 

Die Idee zu SWCode entstand bereits vier Jahre früher. 2014 haben Dennis, Viktor und ich angefangen, eine Buchungsplattform für DJs zu entwickeln. Die Lösung hat in kürzester Zeit über 100 DJ-Profile eingesammelt, nur leider kamen zu wenig Buchungsanfragen. Sprich, wir haben hier unsere ersten Start-up-Erfahrungen gemacht und gelernt, wie wichtig es ist, früh zu überprüfen, ob überhaupt Nachfrage für das geplante Produkt besteht. Ähnlich erging es uns mit einer AR-gestützten Test-Applikation für den Einzelhandel, über die Kunden auf Schnäppchenjagd gehen konnten. Die Zeit dafür war damals einfach noch nicht reif. Aber nach diesen Projekten hatten wir Blut geleckt, an Hackathons sowie Accelerator-Programmen teilgenommen und viel Know-how gesammelt in Bezug auf Skalierbarkeit eines Business-Modells und die richtige Partnersuche.  

Welche Vision steckt hinter SWCode? 

Augmented Reality wird in Zukunft unseren Alltag beherrschen. Unsere Vision ist es, mit SWCode Teil dieser revolutionären Entwicklung zu sein, die nächste Stufe in der Mensch-Maschine-Kommunikation aktiv mitzugestalten und sinnvolle Use-Cases entwickeln, die den Alltag der Nutzer bereichern. Und ganz generell gesehen wollen wir Unternehmer bei der digitalen Transformation unterstützen und ihnen dabei helfen, ihre Prozesse sinnvoll in die digitale Welt zu überführen.  

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen, und wie haben Sie sich finanziert? 

SWCode ist komplett eigenfinanziert, was den Vorteil hat, dass wir noch nie einen Anteil unseres Unternehmens abgeben mussten. Mit Hilfe eines Investors hätten wir zwar schneller sein können, aber wir sind froh, dass wir organisch wachsen konnten und mit einem ausgereiften Produkt auf den Markt gekommen sind. In der Gründungsphase war für uns mit eine der größten Herausforderungen die lange Wartezeit auf die Fördermittel. Wir haben die Gründung damals nebenberuflich durchgezogen, und wenn wir finanziell von den Fördermitteln abhängig gewesen wären, wäre es schwierig geworden.  

Wer ist die Zielgruppe von SWCode? 

Mit unseren aktuellen Produkten sprechen wir hautsächlich zwei Zielgruppen an. Unsere Lösung HealthIdent richtet sich an den Healthcare-Markt bzw. an Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Die Software Spot-AR wiederum zählt ganze Städte und Kommunen und vor allem deren Tourismusbeauftrage zu ihrer Zielgruppe. 

Wie funktioniert SWCode? Wo liegen die Vorteile? Was bieten Sie den Nutzern? 

Unsere erste Entwicklung, SpotAR „Next Generation City Guides“ ermöglicht es Verantwortlichen der Touristikbranche, mit Hilfe von Augmented Reality (AR) Sehenswürdigkeiten und Geschichte der jeweiligen Destinationen mit Hilfe von 3D-Modellen, gepaart mit Hintergrundinformationen, Audioguides und digitalen Stadtführungen, erlebbar zu machen. Für die Visualisierung und 3D-Animationen historischer Sehenswürdigkeiten nutzt die App Handy-Kamera sowie GPS-Daten und so genannte Cloud-Anchors, dank derer sich die digitalen 3D-Modelle dauerhaft im realen Raum verankern, bzw. einer physischen Stelle zuordnen lassen. Das sorgt dafür, dass dem Nutzer immer punktgenau dort befindliche Sights und Infos angezeigt werden, wohin er gerade seine Kamera hält.  

Mit unserer Lösung HealthIdent wiederum stellen wir Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern ein komplett digitales Besucher-Management zur Verfügung. Patienten und Besucher können sich online über eine einfache Benutzeroberfläche anmelden und erhalten daraufhin einen QR-Code aufs Mobiltelefon, der den Anmeldeprozess vor Ort deutlich vereinfacht und die Wartezeiten verkürzt. Neben dieser komfortablen Check-In-Funktion umfasst die DSGVO-konforme Lösung auch ein Portal zur nachhaltigen Kontrolle der erhobenen Daten, inklusive einer Alert-Funktion bei Überschreitung der Höchstanzahl an erlaubten Besuchern. Über HealthIdent lässt sich zudem auch das Corona-Impf-Management für komplette Klinikbelegschaften digital abbilden und koordinieren.  

Das Pendant zu HealthIdent – GastIdent – sorgt in Coronazeiten für ein reibungsloses Gästedaten-Management im Gastrobereich. Wir stellen es den Betreibern kostenfrei zur Verfügung. Den Gästen ermöglicht die App eine kinderleichte und schnelle Registrierung per QR-Code-Scan. Die Software zeichnet die Daten der Gäste samt Tischnummern und Aufenthaltsdauer auf und zeigt sie dem Gastronomen übersichtlich in einem Dashboard an. Dafür muss sich dieser nur einmal bei GastIdent registrieren und einen QR-Code ausdrucken, den die Gäste dann scannen. Nach vier Wochen werden alle erfassten Daten automatisch wieder gelöscht. Deutschlandweit nutzen bereits über 3.300 Gastgewerbe – unter anderem die gesamte Burger-King-Kette – die Lösung, über die sich mittlerweile mehr als 2,5 Millionen Gäste registriert haben. 

Wie hat sich ihr Unternehmen mit Corona verändert bzw. wo sehen Sie in der Krise die Chance? 

Mit SpotAR hatten wir uns ja auf den Tourismus-Bereich spezialisiert, der jedoch mit Beginn der Corona-Pandemie zum Erliegen kam. Das hat uns gezwungen, umzudenken, was uns auch sehr schnell und gut gelungen ist. Als das Thema Kontaktverfolgung aufkam, sind wir darüber sehr erfolgreich in die Entwicklung von Plattformlösungen für den Healthcare- und Gastrobereich eingestiegen und haben so gesehen sogar von der Krise profitiert. Denn mittlerweile werden unsere Lösungen deutschlandweit millionenfach genutzt und haben uns auch längst über die Grenzen Südwestfalens hinweg bekannt gemacht. 

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? 

Wir wollen nachhaltig wachsen und mit SWCode einen Place to Work aufbauen, der Strahlkraft besitzt und an den Informatikstudenten denken, wenn sie gefragt werden, wo sie in Zukunft arbeiten wollen – egal, ob remote oder vor Ort. Was die Produkte betrifft, so arbeiten wir an einer Erweiterung von HealthIdent als digitale Kliniklösung, kompatibel zu den Forderungen des 2025 in Kraft tretenden Krankenhaus-Zukunftsgesetzes. Und in Bezug auf SpotAR sind die Abbildung sämtlicher UNESCO-Weltkulturerbestätten über die App sowie ein AR-geführtes Navigations-Feature als nächste Schritte geplant.  

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben? 

Den Markt von Anfang an mit einbinden, bzw. das Produkt möglichst in der Frühphase schon in der Zielgruppe testen und dann iterativ und kundenorientiert weiterentwickeln.  

Sich gleich zu Beginn zur Produktidee auch ein Umsatzmodell überlegen, sich Gedanken über den Vertrieb machen und sich als Entwickler von jemanden beraten lassen, der über das nötige Finanz-Knowhow verfügt. 

Nicht einfach blind eine Idee umsetzen, sondern ganz konkret ein Produkt entwickeln, das ein bestimmtes Problem löst bzw. für das ein Need besteht und diesen vor allem auch gut nach außen kommunizieren. 

Wir bedanken uns bei Viktor Waal für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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