Du musst von mehr angetrieben werden als von dem reinen Gedanken, Geld zu machen

Swardman: Tomás Sena will die besten Rasenmäher der Welt bauen

Tomás Sena (38) liebt perfekte Rasenflächen und hat folgerichtig im Mutterland des englischen Rasen eine eigene Greenkeeping-Firma betrieben. Nachdem der tschechische Rasenexperte in England die Vorzüge von Spindelrasenmähern kennengelernt hatte, entschloss er sich, eine eigene Spindelmäher-Produktion aufzubauen. Ende 2016 begann er mit seinem Unternehmen Swardman (Sward = Rasenteppich) in Losiná bei Pilsen die Fertigung von „Edwin“, dem ersten im 21. Jahrhundert entwickelten Spindelmäher mit Benzinmotor. In stylischem Design, mit ausgefeilter Technik und so konstruiert, dass mit geringstem Aufwand und hohem Komfort innerhalb von nur sechs Wochen feinster englischer Rasen wächst.
Unterstützung holte sich der Entrepreneur beim jungen tschechischen Konstrukteur Marek Votroubek (27), der 2009 beim Wettbewerb Intel ISEF (International Science & Engineering Fair) im amerikanischen Reno den ersten Platz belegte. Mit seinem unkonventionellen Herangehen realisierte er die perfekte Einheit von Ästhetik und Funktion. Nun plant Sena mit seinem jungen Unternehmen die weltweite Expansion.

Stellen Sie sich und das Startup Swardman doch kurz unseren Lesern vor!
Ich habe schon immer kurzen, dichten und grünen Rasen geliebt. Während meines gesamten beruflichen Werdegangs wollte ich Menschen dabei helfen, einen solchen Rasen zu bekommen. In England habe ich dann gelernt, dass ein Spindelmäher unerlässlich für einen englischen Rasen ist. Denn im Unterschied zu den weit verbreiteten Sichel- oder Rotor-Rasenmähern mit Benzinmotor oder Elektroantrieb schneiden Spindelmäher das Gras nach dem Prinzip einer Schere. So lässt sich ein besonders gleichmäßiges, exaktes Schnittbild erzielen. Das waagerecht rotierende Messer beim Sichelmäher schlägt dagegen die Gräser ab, so dass ausgefranste Schnittflächen entstehen, die meist etwas eintrocknen. Dadurch werden die Grasspitzen schnell braun, unansehnlich und anfällig für Krankheiten.

Spindelmäher hingegen schneiden den Rasen nicht nur gleichmäßiger, sondern vor allem auch schonender. Das satte, dichte Grün des englischen Rasens ist typisch für den Spindelmäher. Auch das typische Streifenmuster des Rasens auf dem Fußballplatz entsteht durch den Einsatz eines Spindelmähers. So kam es, dass wir Swardman gegründet haben. Wir entwickeln, fertigen und verkaufen Spindelrasenmäher für den privaten Gebrauch. Unser Ziel ist es, die besten Rasenmäher der Welt herzustellen und die Reaktionen unserer Kunden bestätigen uns, dass wir uns mit unserem Rasenmäher dabei in die richtige Richtung bewegen.

Wie ist die Idee zu Swardman entstanden?
Die Idee, eine Firma zu gründen, die Rasenmäher herstellt, kam fast selbstverständlich, sie entwickelte sich vollkommen logisch. Es passierte nicht nach dem Motto, dass ich eines Tages aufgewacht bin und dachte „hey, die Welt braucht Swardman“. Ursprünglich habe ich als Greenkeeper für private Rasenflächen begonnen. Hier wurde mir bereits bewusst, dass der Markt einen Spindelmäher für Privatnutzer brauchte, der einfach zu bedienen ist. Zuerst fing ich an, britische ATCO-Rasenmäher zu importieren, diese stellten allerdings im Jahr 2010 ihre Produktion ein. Dies stellte den Zeitpunkt dar, an dem ich gezwungen war, darüber nachzudenken, meinen eigenen Rasenmäher zu entwickeln. So kam es zum ersten Modell des Swardman-Mähers im Jahr 2013.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Den Start finanzierte ich durch Kredite, die mir Freunde und Bekannte gaben. Darüber hinaus investierte ich alle meine Ersparnisse, alles, was ich mit dem Greenkeeping verdient und zurückgelegt hatte. Nachdem ich Swardman dann gegründet hatte, begann ich eine Kooperation mit einem Investor, der erfolgreich im Versicherungswesen agiert. Das war der Anfang. Dennoch war es keine einfache Aufgabe, sich auf die Produktentwicklung zu konzentrieren und gleichzeitig ein Unternehmen zu führen und weiterzuentwickeln. Deshalb folgten einige Veränderungen, die auch Businesspartner und Investoren betrafen.

Wer ist die Zielgruppe von Swardman?
Unsere Zielgruppe sind anspruchsvolle und detailverliebte Leute, die sich mit dem bloßen Mittelmaß nicht zu Frieden geben. Die meisten von ihnen sind Privatnutzer, die einen Rasen im englischen Stil haben wollen. Es gibt aber auch Rasen-Enthusiasten und Fachleute, die einen Rasen-Tennisplatz, ein Krocketfeld besitzen. Und auch kleinere Golfclubs. Interessanterweise besitzen die meisten unserer Kunden einen Porsche oder Volvo. In Tschechien werden unsere Rasenmäher oft von Ärzten, Anwälten oder Besitzern von kleinen bis mittelständigen Unternehmen gekauft, besonders von denen, die ihre Firma von Grund auf selbst aufgebaut haben. Das könnte auch der Grund dafür sein, warum sie unser Unternehmen verstehen und mögen.

Was ist das Besondere an dem Rasenmäher, was unterscheidet ihn von anderen?
Bei unseren Mähern gibt es keine Kompromisse bei der Qualität. Auf diesem Gebiet besitzen wir tatsächlich keinerlei Konkurrenz. Sei es die Qualität der Produktion und der Komponenten, die wir verbauen oder auch, dass der Kunde seinen Mäher wie ein Auto konfigurieren kann. Zum Beispiel kann die Farbe oder das Material der Motorhaube ausgewählt werden. Der bedeutendste Unterschied allerdings ist die Qualität des Rasens, die mit unserem Mäher erreicht wird. Sie unterscheidet sich nicht von der Qualität, die mit professionellen Maschinen erreicht wird, die auf Golfplätzen benutzt werden und natürlich deutlich teurer sind. Wir stellen eine multifunktionale Maschine her, die die weltweit leiseste unter den Benzinrasenmähern ist. Sie erspart unseren Kunden Zeit, Nerven, Lagerungsplatz und bringt ihnen Freude mit ihrem perfekten Rasen. Unser Ziel war und ist es, den weltweit besten Rasenmäher für den privaten Gebrauch herzustellen.

Wo kann man ihn kaufen?
Um unsere Verkäufe zu beschleunigen, haben wir begonnen direkt über unseren E-Shop http://www.swardman.com/de zu verkaufen. Dieses Jahr haben wir ein Verkaufs- und Servicenetzwerk aufgebaut, das derweil europaweit mehr als 30 Partner umfasst. Alleine in Deutschland haben wir 7 Partner, zusätzlich 4 in der Schweiz und 4 in Österreich. Eine aktuelle Liste unserer Partner befindet sich auf unserer Website. Gleichzeitig schätzen wir auch ein praxisorientiertes Konzept. Daher führen wir auch Testfahrten unserer Mäher in den Gärten unserer Kunden vor.

Wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das ist einfach zu beantworten, es wird sich nichts ändern. Wir wollen eine Premium-Qualitätsmarke bleiben, die die Rasenpflege über alles stellt. Wenn sie sich nicht durch hunderte von Standard-Rasenmäher-Modelle suchen wollen und einfach den besten Mäher besitzen wollen, sollte ihnen jeder den Swardman Spindelmäher empfehlen. Wir haben noch viel Arbeit vor uns, in den nächsten fünf Jahren gibt es noch viel zu tun. Ich denke, dass wir unser Angebot mit neuen Modellen ausbauen werden und unsere Marke weltweite Bekanntheit erlangen wird.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Du musst von mehr angetrieben werden als von dem reinen Gedanken, Geld zu machen.
2. Du darfst nicht zu sehr der Konkurrenz folgen und einen starken Willen haben.
3. Jeder wird dir eine Millionen Gründe aufzählen, warum du es nicht tun solltest, aber ganz tief drinnen musst du davon überzeugt sein, dass du dich in die richtige Richtung bewegst.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Tomás Sena für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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