Timing ist sehr wichtig!

Swapper Online Tauschbörse für gebrauchte Artikel

Stellen Sie sich und das Startup Swapper doch kurz unseren Lesern vor!
Mein Name ist Joel Monaco, ich bin 19 Jahre alt, komme aus der Nähe Frankfurts und arbeite seit April vergangenen Jahres mit meinem Co-Gründer Julius Kaden (22) an unserer Idee zu Swapper. Sehr spontan entstand der Gedanke, dass eine Tauschbörse vielleicht eine echte Alternative zu Online Flohmärkten wie Shpock und eBay bieten könnte. Trotz einiger Online-Tauschbörsen hat bis jetzt noch keine den Durchbruch schaffen können und der Grund dafür wurde uns sehr schnell klar. Während bei einem Verkauf letztlich nur der Käufer entscheiden muss, ob er den Deal eingehen will oder nicht, müssen beim Tausch beide Seiten dem Deal zustimmen und Gefallen am Produkt des jeweils anderen finden. Für genau dieses Problem zwei zueinander passende Tauschpartner zusammenzuführen haben wir eine einfache, aber effektive Lösung entwickelt.

Wie ist die Idee zu Swapper entstanden und wie haben Sie sich als Gründerteam zusammengefunden?
Die Idee entstand gar nicht mit dem Ziel dahinter ein Geschäft aufzubauen, sondern vielmehr sehr spontan. Als klar war, wie der MVP von Swapper auszusehen hatte, musste ein Programmierer ins Team geholt werden, um gemeinsam an einem ersten Prototyp arbeiten zu können. Dafür war von Beginn an Julius Kaden dabei, der beste Programmierer den ich kenne. Gemeinsam haben wir dann begonnen Funktionen durchzusprechen, ein Design und erste Screenshots zu entwickeln und letztlich dann an einem Prototypen zu arbeiten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die Entwicklung des Prototypen stand an erster Stelle. Natürlich treten dabei dann immer wieder kleinere Probleme auf, mit denen man anfangs nicht rechnet, doch es gab nichts, was wir nicht lösen konnten. Noch bevor wir jedoch weiter an einem Projekt ganz ohne Proof of Concept oder
ähnlichem arbeiteten, wollten wir eine Testphase starten, um ein ersten Feedback von potentiellen Nutzern zu erhalten. Das war die erste größere Herausforderung, die auf uns zu kam. Die Suche gestaltete sich nicht ganz einfach, wir haben es im Freundeskreis versucht, an Universitäten und über soziale Netzwerke. Letztlich haben wir 100 freiwillige Tester gefunden und ihnen unsere App aufs Smartphone gespielt, die zugegebenermaßen noch komplett in den Kinderschuhen steckte. Eine Zeitlang haben wir sie testen lassen, um ihnen anschließend einen detaillierten Feedbackbogen zukommen zu lassen, mit Hilfe dessen wir viele wichtige Einblicke erhalten haben, wie das Produkt denn vom Nutzer aufgenommen wird. Die nächste größere Hürde war dann tatsächlich die Finanzierung des Projektes. Gegen Juni/Juli merkten wir, dass wir für einen Marktstart Kapital benötigen würden und machten unsdeshalb auf die Suche nach Investoren. Es hat uns ein bis zwei Monate gekostet, um passende Investoren zu finden, nachdem wir zwar zahlreiche Angebote erhalten haben, die uns jedoch alle nicht wirklich zusagten. Im September legten wir dann sofort den Notartermin fest und waren dann bereits im Oktober als GmbH eingetragen und bereit für die Markteinführung.

Wer ist die Zielgruppe von Swapper
Zu unserer Hauptzielgruppe gehören ganz besonders Schüler, Studierende undAuszubildende, die meist noch sehr jung, finanziell noch nicht unabhängig sind und sich nicht regelmäßig neue Produkte kaufen können, jedoch wie jeder andere auch das Bedürfnis dazu haben. Die meisten Leute haben jedoch gebrauchte Artikel, die sie nicht mehr brauchen, die sich aber noch in einem sehr guten Zustand befinden. Swapper gibt dem Nutzer also die Möglichkeit diese im direkten Tausch anbieten zu können. Dazu kommt der schnelle Einstieg junger Nutzer in unser Matching/Swiping-System. Dazu kommt jedoch noch eine ganz andere Zielgruppe, die wir seit Neustem ebenfalls im Visier haben: Eltern kleiner Kinder, die regelmäßig neue Kleidung undSpielzeug für viel Geld kaufen, die aber schnell zu klein oder zu langweilig wird. Mit Swapper haben sie dann die Möglichkeit diese gegen Neues zu tauschen und tragen im Prinzip keinen hohen Wertverlust davon.

Wie funktioniert Swapper?
Swapper kann kostenlos für iOS und Android heruntergeladen werden. Nachdem man sich in nur einem einfachen Schritt registriert hat kann man gebrauchte Artikel hochladen. Neben einer üblichen Präsentation des Artikels (Titel, Beschreibung, Bilder,…) sind vor allem Angaben wie eine geschätzte Wertspanne, die Kategorie des Artikels und optional auch passende Hashtags von Bedeutung. Im zweiten Schritt kann der Nutzer nun seine Sucheinstellungen anpassen. Dazu gibt er an in welchem Umkreis er gerne Artikel sehen möchte und vor allem welche Kategorien ihn interessieren. Mit dem Setzen von Hashtags kann er seine Suche dann wieder verfeinern. Nun fasst unser Algorithmus diese Daten zusammen und macht dem Nutzer passende Tauschvorschläge, basierend auf dem Wert seiner eigenen Artikel und auf seinen Vorlieben. Die Vorschläge werden in einer Art Karteikartenansicht präsentiert, auf die der Nutzer mit einer einfachen Wischbewegung reagieren kann. Hat er Interesse an dem Tausch, so wischt der den Vorschlag einfach nach rechts, andernfalls nach links. Gefällt nun zwei Nutzern der Artikel des jeweils anderen, so kommt es zum „Match“, die Nutzer können über den Tausch verhandeln und den Deal letztlich abschließen.

Welche Vorteile bietet Swapper?
Wie zu Beginn erklärt konnte es bisher noch keiner Online-Tauschbörse gelingen zwei zueinander passende Tauschpartner auf einfachste Weise zusammenzuführen, was der Grund für den ausbleibenden Erfolg dieser ist. Wir haben dieses Problem gelöst, durch unseren Algorithmus, der dem Nutzer immer passende Vorschläge macht und das Ganze in Verbindung mit einem Matching-System, das dafür sorgt, dass nur Nutzer miteinander in Kontakt treten, die Interesse am Produkt des jeweils anderen finden. Diesen mühsamen und zeitaufwendigen Findungsprozess zwei zueinander passender Tauschpartner konnten wir also mit nur einer einzigen Wischbewegung, die der Nutzer ausführen muss automatisieren.

Swapper, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Wie für alle Online-Plattformen hat es nun auch für uns Priorität eine Community zu bilden und eine große Nutzerbasis zu schaffen. Wie jedes andere Netzwerk, das Verbindungen zwischen einzelnen Nutzern herstellt, leben auch wir von der Anzahlunserer Nutzer und den Artikeln auf der Plattform. Ist dies geschafft geht es uns aber vor allem darum Werbepartner zu finden, mit denen wir kooperieren können. Durch das Matching-System haben wir eine sehr genaue Vorstellung darüber welche Artikel den Nutzer interessieren und welche eher nicht. Somit können wir dem Nutzer auch sehr gezielt Kaufvorschläge, angepasst auf seine Vorlieben machen. Letztlich bleibt das große Ziel jedoch Swapper als Tauschplattform zur echten Alternative zu herkömmlichen Online-Flohmärkten wie eBay und Shpock zu entwickeln. Und genau das wollen wir in den kommenden Jahren erreichen

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
Allem voran ist es wichtig vom eigenen Produkt überzeugt zu sein. Während dem Gründungprozess gibt es viele Höhen und Tiefen und wenn man selbst nicht zu 100% hinter seiner Idee steckt, kann es schnell passieren, dass man sich von dem ersten Problem unterkriegen lässt. Ich würde jedem daher raten nicht einfach aus Prinzip ein Unternehmen zu gründen, nur weil man den Wunsch danach hat selbstständig zu werden, sondern oberste Priorität auf das Produkt zu legen. Die Gründung ist letztlich nur ein Mittel, das den Zweck erfüllen soll das Produkt auf den Markt zu bringen.
Als zweites ist ein gutes Team sehr wichtig. Man wird Tag für Tag sehr viele Stunden zusammen verbringen und in ständigem Kontakt miteinander stehen. Es gibt daher nichts besseres, als mit jemandem zu gründen, der nicht nur ein Geschäftspartner, aber auch ein Freund ist. Als letztes denke ich, dass Timing sehr wichtig ist. Sobald man eine Idee hat sollte man dringend eine kleine Marktanalyse machen, um herauszufinden, ob es ähnliche Produkte vielleicht bereits gibt und ob die Nutzer überhaupt schon bereit für ein derartiges Produkt sind. Bill Gross, der Gründer von IdeaLab, hat dies als wichtigsten Grund bezeichnet, der StartUps zum Erfolg führt.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Joel Monaco für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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