Sven Lackinger: „Team is everything“ – gründe nur mit jemandem, dem Du zu 100% vertraust

Treffen Sie Sven Lackinger auf der StartupCon in Köln

Stelle dich doch unseren Lesern kurz vor!
Sven Lackinger: Mein Name ist Sven, ich bin 26 Jahre alt und einer der vier Gründer und Geschäftsführer von evopark, einem „Digital Parking“ Startup aus Köln. Ich bin in Graz aufgewachsen, zum Studium nach Deutschland gekommen und wohne jetzt seit knapp 2 Jahren im Rheinland. Im Herzen also Österreicher, mittlerweile aber angelernter Kölscher Jung.

Stelle doch bitte evopark unseren Lesern vor!
Sven Lackinger: Mit evopark haben wir uns zum Ziel gesetzt, das Parken digital und vor allem „seamless“ zu gestalten. Mit der evopark App kann man also nicht nur jederzeit Parkhäuser mit freien Plätzen finden, sondern auch mittels RFID-Technologie ticketlos ein- und ausfahren. Am Monatsende werden die Parkgebühren schlussendlich komfortabel und transparent abgerechnet. evopark ist nun bereits in 20 deutschen Städten aktiv und wird bis Ende 2016 sein Netzwerk auf über 100 Parkobjekte erweitern. Neben großen Parkhausbetreibern wie Q-Park arbeiten wir auch mit Partnern wie Porsche und Audi oder der AXA Versicherung zusammen.

Gibt es den richtigen Zeitpunkt um ein Startup zu gründen?
Sven Lackinger: Ich glaube, es gibt keinen falschen Zeitpunkt ein Startup zu gründen. Aktuell ist sicherlich eine besonders gute Zeit, da viele Ideen und viel Geld zur Verfügung stehen. Man hat also quasi unbegrenzte Möglichkeiten. Persönlich sollte man meiner Ansicht nach so früh wie möglich starten, da man dann noch die größten Freiheiten hat und sich ganz dem Startup widmen kann.

Was waren für euch bei der Gründung die größten Hürden die Ihr bewältigen musstet?
Sven Lackinger: Eine technische Lösung zu finden, die in allen Parkhäusern funktionieren kann und dem Kunden maximalen Komfort bietet – das war sicherlich unsere größte Herausforderung. Da wir weder Ahnung vom Park-Geschäft noch der Technik hatten, mussten wir hier Partner finden, die bereit waren, den Weg mit uns zu gehen.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag von Sven Lackinger aus?
Sven Lackinger: Das Schöne am Startup-Leben ist ja, dass es keinen „normalen“ Arbeitstag gibt. Aufgrund der zahlreichen Partnerschaften mit anderen Unternehmen, sind wir sehr viel unterwegs und haben ein sehr abwechslungsreiches Arbeitsleben. Sollte ich doch mal an einem Tag in Köln sein, versuche ich morgens Laufen zu gehen, komme gegen 08:30 ins Büro und habe dann meistens Telefonate, Termine oder Teambesprechungen. Wir versuchen grundsätzlich gemeinsam im Team zu Mittag zu essen und dann geht es abends irgendwann zwischen 19 und 21 Uhr nach Hause. Da ich mit meinen drei Mitgründern zusammenwohne, tauschen wir uns dann meist beim Abendessen noch zu verschiedenen Themen aus.

Über welches Thema wirst du auf der StartupCon referieren?
Sven Lackinger: Nach knapp zwei Jahren mit Business Angel Kapital konnten wir Mitte dieses Jahres die Porsche Digital GmbH als institutionellen und strategischen Investor gewinnen. Gemeinsam mit unserem Ansprechpartner von Porsche werden wir über den Prozess, die Herausforderungen und Learnings berichten.

Wie hat sich die Startup-Szene in den letzten Jahren verändert?
Sven Lackinger: Nachdem ich selbst erst seit wenigen Jahren in der Startup-Szene aktiv bin, kann ich dazu noch nicht viel sagen. Mittlerweile interessieren sich einfach viel mehr Menschen für das Thema Startup und können sich auch vorstellen mit oder für Startups zu arbeiten. Das tut dem Thema auf jeden Fall sehr gut, da viele Vorbehalte aus dem Weg geräumt werden.

Welches sind die größten Fehler Junger Gründer?
Sven Lackinger: Der größte Fehler ist aus meiner Sicht ein falscher Fokus. Es geht oft eher darum, wie man einen Investor für seine Idee bekommt oder ein komplexes Produkt baut und weniger darum, wie man mit geringstem Einsatz einen „proof-of-concept“ schaffen kann. In vielen Branchen kann man heute auch ohne großen Kapitaleinsatz schon weit kommen und lernen, wie man z.B. sein Produkt oder Business Model bauen sollte, um erfolgreich zu sein.

Welches war das letzte Buch das du gelesen hast?
Sven Lackinger: Ich lese gerade „Ich greife den Wind“ vom deutschen Segler und Abenteurer Wilfried Erdmann. Auch wenn mein Abenteuer eher am Schreibtisch stattfindet, ist Reisen und insbesondere Segeln eine große Passion von mir.

Wo siehst du dich in den nächsten fünf Jahren?
Sven Lackinger: Wir haben früh von unseren Partnern gelernt, dass man die Parken-Branche nicht mehr verlassen kann, wenn man sich einmal eingelebt hat. Daher sehe ich mich auch in 5 Jahren als jemand, der immer noch wahnsinnig viel Freude daran hat, unsere tägliche Mobilität über evopark mitzugestalten.

Welche 3 Tipps hast du für Gründer?
Erstens: „Team is everything“ – gründe nur mit jemandem, dem Du zu 100% vertraust und auf den Du Dich verlassen kannst.
Zweitens: „Have fun“ – nur wem das Gründerleben wirklich Spaß macht, wird meiner Meinung nach auch langfristig damit glücklich und erfolgreich.
Drittens: „Maximize your exposure to luck“ – gerade als Gründer sollte man jede Gelegenheit nutzen, Leuten von seinem Startup zu erzählen. Oft entstehen dabei wertvolle Ideen oder Kontakte.

Wir bedanken uns bei Sven Lackinger für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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