Überlege, ob du bereit bist, für deine Gründung auf Dinge zu verzichten

SurveyCircle : Teilnehmer für Online-Umfragen

Stellen Sie sich und Ihr Startup Unternehmen SurveyCircle doch kurz unseren Lesern vor!
SurveyCircle ist eine Internetplattform, über die man kostenlos und unkompliziert Teilnehmer für Online-Umfragen finden kann. Viele Studenten kennen die Situation: Der gesamte Freundeskreis hat schon an der eigenen Umfrage für die Abschlussarbeit teilgenommen und trotzdem ist die Stichprobe noch zu klein, um daraus statistisch signifikante Erkenntnisse gewinnen oder fundierte Handlungsempfehlungen ableiten zu können.
Was kann man als Leiter einer empirischen Online-Studie also tun, um doch noch genügend Probanden zu finden? Genau hier kommt SurveyCircle ins Spiel. Bei SurveyCircle unterstützen sich Studienleiter gegenseitig, indem Sie an den Umfragen der anderen Studienleiter teilnehmen. Weitere Studienteilnahmen kommen dadurch zustande, dass auch Menschen ohne eigene Studie an Befragungen ihrer Wahl teilnehmen können.
Übrigens sind es nicht nur Bachelor- oder Master-Studenten, die auf SurveyCircle nach Umfrageteilnehmern suchen. Auch Doktoranden nutzen die Plattform für ihre Forschung. Neben wissenschaftlichen Umfragen werden aber auch Marktforschungsumfragen bei SurveyCircle gepostet. Die kommen meistens von Startups oder Gründungsinteressierten, die ihre Geschäftsidee von einem breiten, unabhängigen Publikum testen lassen möchten.
Aber um auf den ersten Teil Ihrer Frage zurückzukommen – hier noch ein Wort zu meiner Person: Mein Name ist Jonas Johé und ich habe BWL mit Schwerpunkt Marketing studiert. Zwischen dem Bachelorstudium an der DHBW Mannheim und dem Masterstudium an der Universität Mannheim habe ich drei Jahre lang im Marketing eines großen Konzerns gearbeitet.

Wie ist die Idee zu SurveyCircle entstanden?
Die Idee kam mir während meiner eigenen Masterarbeit an der Uni Mannheim. Ich war selbst auf der Suche nach Teilnehmern für mein Online-Experiment und fand es wirklich schwierig, über den eigenen Bekanntenkreis hinaus Studienteilnehmer zu finden. Es gab zwar ein paar Umfragegruppen im Netz, in denen Studenten zur gegenseitigen Unterstützung bereit waren, aber so richtig gut hat das nicht funktioniert. Eine ziemlich ernüchternde Erfahrung, besonders wenn die Deadline für die Abgabe der Abschlussarbeit naht. Irgendwann saß ich in der Bibliothek und dachte mir: „Das muss doch irgendwie besser gehen“. Und dann kam mir die Idee, dass man eine Art Ranking entwickeln könnte, das so konstruiert ist, dass es gegenseitige Unterstützung gezielt fördert.

Von der Idee bis zum Start, was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung war es, die zunächst abstrakte Idee so weit auszuarbeiten und zu verfeinern, bis daraus irgendwann ein funktionierender und in sich logisch aufgebauter Prototyp der Internetplattform wurde. Die ersten Schritte fanden im Kopf statt, dann ging es weiter auf Papier, dann in PowerPoint, und irgendwann dann in einem Wireframing-Tool. Das waren wirklich einige Monate an Arbeit, mit allen Höhen und Tiefen, die offenbar zu einem solchen Entwicklungsprozess dazugehören.
Die grundlegende Idee zu SurveyCircle zu entwickeln, war nicht so aufwändig. Aber sobald ich anfing, die einzelnen Funktionen der Plattform und die dahinterliegenden Logiken auszuarbeiten, habe ich gemerkt, dass der Teufel ziemlich oft ziemlich tief im Detail steckt. Von einer guten Idee für eine bestimmte Funktion bis zu einer guten Umsetzung dieser Funktion mit hoher Usability und schickem Design kann es ein steiniger Weg sein. Es war eine echte Herausforderung, in diesen Momenten nicht den Mut zu verlieren, sondern sich immer wieder neu zu motivieren und weiterzumachen. Mehr als einmal musste ich Konzepte oder Designs verwerfen, an denen ich zuvor viele Tage lang gearbeitet hatte. Am Ende war ich dann froh, den Mut gehabt zu haben, gewisse Dinge auch wieder verworfen zu haben.
Bei der Finanzierung von SurveyCircle haben wir bisher auf Bootstrapping gesetzt, also auf eine Finanzierung ohne externe Kapitalgeber. Möglicherweise wird sich das ändern, wenn wir unsere Plattform vermehrt auch in anderen Ländern anbieten und die Funktionalität weiter ausbauen.

Wer ist die Zielgruppe von SurveyCircle?
Wir sprechen mit SurveyCircle im Wesentlichen drei Gruppen von Menschen an. Das sind zum einen Leiter von Online-Studien – also Studenten, Doktoranden, Gründungsinteressierte, Startups und kleine Unternehmen, die eine Online-Umfrage oder ein Online-Experiment durchführen und dafür Probanden suchen.
Die zweite Gruppe sind Unterstützer von Studienleitern. Das können Freunde oder Familienangehörige von Studienleitern sein, die mit jeder Umfrageteilnahme Punkte für den ausgewählten Studienleiter sammeln können.
Die dritte Gruppe, die wir mit SurveyCircle ansprechen, sind Menschen, die ganz einfach Lust darauf haben, aktuelle Studien mitzuerleben und sie durch ihre Teilnahme aktiv zu unterstützen.

Wie funktioniert SurveyCircle?
SurveyCircle basiert auf dem Prinzip der gegenseitigen Unterstützung. Die Plattform ist so angelegt, dass jeder einen natürlichen Anreiz dazu hat, zuerst die Studienleiter zu unterstützen, die ihrerseits schon viele andere Studienleiter unterstützt haben. Damit dieses Prinzip wirklich gut funktioniert, haben wir ein punktebasiertes Ranking-System entwickelt: Als Leiter einer Online-Studie kannst du den Link zu deiner Umfrage in unserem Survey Ranking posten. Durch die Teilnahme an den Studien anderer sammelst du Punkte, die deine eigene Studie im Ranking aufsteigen lassen. Je höher deine Studie steigt, desto mehr Punkte bekommen andere, wenn sie daran teilnehmen. Das heißt, der Anreiz für andere, an deiner Studie teilzunehmen, wird umso größer, je höher deine Studie im Ranking platziert ist. Unser System stellt sicher, dass du für deine Hilfsbereitschaft belohnt wirst: Denn je mehr du andere bei ihrer Forschung unterstützt, desto mehr Personen werden auch an deiner Studie teilnehmen.

Warum sollte man SurveyCircle nutzen?
Wenn du eine Online-Studie durchführst, solltest du bei SurveyCircle mitmachen, weil du dadurch auf einfache Weise zusätzliche Teilnehmer finden kannst. Und zwar ganz unabhängig davon, bei welchem Umfrage-Anbieter du deine Umfrage erstellt hast. Das Ergebnis: eine größere und heterogenere Stichprobe. Ein weiterer Vorteil von SurveyCircle liegt darin, dass du die Punkte für deine Platzierung im Survey Ranking schon lange vor dem Start deiner eigenen Umfrage sammeln kannst, z.B. in den Semesterferien vor deiner Abschlussarbeit. Sobald du deine Studie dann veröffentlichst, steigt sie gleich auf einer guten Platzierung im Ranking ein und hat damit besonders gute Chancen auf viele Teilnehmer.

SurveyCircle, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Da unsere Internetplattform erst seit wenigen Monaten live ist, will ich ungern über die nächsten 5 Jahre spekulieren. Es gibt so viele innere und äußere Faktoren, die unseren Weg in der nächsten Zeit beeinflussen können. Auch wenn es hier und da mal „Zukunftsträumereien“ gibt, ist es besser, sich in erster Linie mit den Dingen zu beschäftigen, die in naher Zukunft wichtig sind. Und dazu gehört, SurveyCircle noch deutlich bekannter zu machen und mehr Menschen für unsere Idee zu begeistern. Wir haben eine gute und wirklich neuartige Plattform entwickelt, aber aktuell weiß nur ein kleiner Teil unserer Zielgruppe, dass es SurveyCircle gibt. Es gibt also noch viel Potenzial – und das nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern auch in anderen Ländern. In Kürze wird SurveyCircle z.B. auch in Großbritannien, den USA und in einigen weiteren Ländern verfügbar sein.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?
1. Denke deine Idee bis ins Detail durch, bevor du daraus einen Vollzeit-Job machst und viel Geld investierst. Damit meine ich: Überlege, welche potenziellen Nutzergruppen es gibt und ob du sie mit den dir zur Verfügung stehenden Mitteln erreichen könntest. Außerdem solltest du natürlich prüfen, ob es schon Konkurrenten mit dem gleichen oder einem ähnlichen Geschäftsmodell gibt.
2. Überlege, ob du bereit bist, für deine Gründung auf Dinge zu verzichten. Zum Beispiel auf ein regelmäßiges Gehalt! Und auf eine klare Trennung zwischen Werktagen und Wochenende.
3. Lass dich nicht sofort entmutigen, auch wenn andere deine Idee in Grund und Boden argumentieren sollten. Manchmal ist es so, dass deine Gesprächspartner einfach noch zu wenig über dein Konzept und deine Zielgruppe wissen, um die Chancen deiner Geschäftsidee wirklich beurteilen zu können. Daher mein Tipp: Sprich auch mit Leuten, die Erfahrung im Startup-Bereich haben und in der Lage sind, deine Idee möglichst sachlich und unvoreingenommen zu beurteilen – und zwar nicht mit dem Blick auf ihren eigenen Bedarf, sondern mit Blick auf deine Zielgruppe.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Jonas Johé für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder.

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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