Traut euch, entwickelt schnellstmöglich einen MVP und testet!

Mit surprado einen exklusiven Abend  in exotischen Restaurants und Bars erleben

Stellen Sie sich und das Startup surprado doch kurz unseren Lesern vor!
Surprado vermittelt abenteuerfreudige Kunden an exotische Restaurants und Bars. Diese haben sich wiederum individualisiert auf unsere Kunden und deren Präferenzen vorbereitet und führen komplett durch den Abend. Der Clou an der Sache – nachdem unsere Kunden in unter 2 Minuten mit ihren Präferenzen gebucht haben, erfahren sie erst kurz vorher als Überraschung wohin es abends geht.

Hinter surprado stehen André Scheidt (29), Andreas Schmitz (29) und Sascha Zantis (31). Während André die Idee entwickelt hat und sich um die Organisation und Vermarktung kümmert, sind Andreas und Sascha befreundete Entwickler, die sich um die technische Umsetzung und Optimierung des Konzepts kümmern. Jana Hohlfinger (28) von der Agentur ep communication GmbH unterstützt uns im Marketing und hilft uns bei der Verbesserung unserer Außenwirkung.

Wie ist die Idee zu surprado entstanden?
André hat die letzten drei Jahre im Vertrieb gearbeitet und war an 70-80 Stunden-Wochen gewöhnt. Nach langen Arbeitstagen wollte er natürlich dennoch abwechslungsreiche Quality Time mit Freunden und Partnerin verbringen. Die Entscheidungsfindung und Diskussion war jedoch gerade nach der Arbeit nicht immer einfach. Somit wünschte er sich oftmals: Warum kann mir, meiner Partnerin oder meinen Freunden nicht jemand die Planung und Selektion abnehmen und etwas tolles für uns auf die Beine stellen?

Die Idee zu surprado war geboren, wurde mit Testkunden getestet und für hervorragend befunden.

Welche Vision steckt hinter surprado?
Surprado möchte eine Alternative im Freizeit- und Gastronomiebereich bieten. Exotische und innovative Gastronomen sollen die Chance erhalten, sich Kunden persönlich und mit ihren eigenen Spezialkreationen vorstellen zu können. Die Kunden wiederum lernen neue Orte kennen und werden wie VIPs durch den Abend geführt. Dazu wird ihnen die Planung abgenommen und ein Überraschungseffekt kommt hinzu. Mit diesem Konzept wollen wir somit allen Beteiligten einen tollen Abend bescheren und auch gerade den kleinen (Geheimtipp-) Gastronomen gegenüber den großen Ketten eine Chance zu bieten.

Von der Idee bis zum Start was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?
Die größte Herausforderung in der heutigen Zeit ist für viele Gründer, die keinen IT-Hintergrund haben, sicherlich die Suche nach fähigen Entwicklern, die die eigene Passion teilen. Hier hat sich leider ein Ungleichgewicht gebildet, mit dem nicht immer einfach umzugehen ist.

Darauf folgt als nächste große Herausforderung der Bürokratieaufwand einer Gründung in Deutschland.

Um ein Geschäftsmodell auf offiziellem Wege testen zu dürfen, sind diverse Genehmigungen und Anträge erforderlich. Faktoren wie Steuergrundlagen oder die neue DSGVO kommen erschwerend hinzu. Wir können nach diesen Strapazen sehr gut verstehen, dass sich viele Junggründer von dieser Situation einschüchtern lassen. Wir selbst haben beispielsweise zwei Monate auf unsere Steueridentifikationsnummer warten müssen und schon vielen deutschen Gründern dabei zusehen müssen, wie sie ihr Unternehmen in Estland – komplett digital – in wenigen Mausklicks gegründet haben. Hier muss die lokale Politik in jedem Fall etwas für den Gründungsstandort Deutschland unternehmen.

Die Finanzierung haben wir derzeit privat realisiert. Andreas und Sascha arbeiten weiterhin Vollzeit bei ihrem Arbeitgeber und Andre hat sich durch vorige Jobs einiges zur Seite legen können.

Wer ist die Zielgruppe von surprado?
surprado zielt auf Freunde und Familie, vor allem aber auf Paare im Alter von 25-45 Jahren ab. Beide Partner sind im Idealfall berufstätig, karriereorientiert und haben einen vollen Terminkalender – sowohl beruflich als auch privat. Zu den eigenen Vorlieben und Charakteristika zählen zudem u.a. das geografische und kulinarische Entdecken sowie Spontanität und Lust auf Abenteuer und/oder Exklusivität.

Als Paar ist man schon eine längere Zeit zusammen und hat nicht immer viel Zeit füreinander und versucht dies, vor allem durch festgelegte Wochen- oder Monatstermine, zu verbessern. In dieser Kundengruppe sind das regelmäßige Essen- und Trinkengehen weit verbreitet und somit gut im Alltag eingebettet.

Gerade dieser Kundengruppe können wir mit unseren Geheimtipps und der inkludierten Sonderbehandlung bei unseren Gastronomen eine schöne Alternative bieten.

Wie funktioniert  surprado?
Spielend einfach – das war uns sehr wichtig. Unter surprado klickt man sich spielerisch durch einen Mini-Fragebogen in dem man Datum, Zeit und Präferenzen angibt. Danach ist man dann sofort in der Lage zu buchen und ist in unter zwei Minuten fertig. Im Anschluss wird man von uns über Emails kontaktiert und später dann auch mit der Bekanntmachung der Location überrascht.

Wie ist das Feedback?
Bis dato haben wir mit 34 Testkunden gearbeitet. Wir haben uns nach erfolgreicher Vermittlung dann die Mühe gemacht, mit allen Kunden zu telefonieren und die einzelnen Erfahrungen durchzugehen. Diese Umfrage zeigte uns, dass unsere Idee nicht nur Potential hat, sondern unseren Kunden einen wunderschönen Abend beschert hat. Auf einer Zufriedenheitsskala von 1 bis 10 wurden wir im Durchschnitt mit 8,8 bewertet.

In Anbetracht, dass jedoch nahezu jeder Gastronom das erste Mal bei surprado mitgemacht hatte und es natürlich noch Feinheiten zu optimieren gab, war dieser Wert einfach toll für uns.

surprado, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Als Team gehen wir das Projekt surprado sehr entspannt an und schauen uns aufmerksam das Marktfeedback an. Wir denken und arbeiten von Woche zu Woche und freuen uns wahnsinnig auf den Launch. Nachdem wir in den nächsten Monaten die ersten Umsätze erzielt haben, werden wir uns dann auch mit Langzeitstrategien befassen. Zum jetzigen Zeitpunkt richten wir aber den vollen Fokus auf den Launch – und nachwievor auf die Kundenzufriedenheit und den dementsprechenden Aufwand der nachfolgenden Kundenbefragungen um noch mehr über unser Konzept zu lernen und es stetig zu verbessern.

Zum Schluss: Welche 3 Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Traut euch, entwickelt schnellstmöglich einen MVP und testet!

Es gibt in unseren Augen nichts schlimmeres, als das „Was wäre wenn“-Gedankenkonstrukt. Wenn man es schafft, einen Prototyp zu bauen oder sein Produkt anderweitig zu testen, sollte man dies schleunigst tun und jegliche Kapazitäten in umfangreiche Kundengespräche setzen (Leseempfehlung hierzu: „The MOM-Test“ von R. Fitzpatrick). Letztlich wird man nur als Gewinner aus einer solchen Situation rausgehen: Entweder man realisiert, dass das eigene Produkt keine Chance hat, hat dabei sehr viel gelernt und kann dann den Gedanken beruhigt abhaken ODER man hat ein potenzielles Geschäftsmodell entwickelt und damit den Grundstein für eine tolles Unternehmen geschaffen.

Kümmert euch im Vorfeld um eure finanziellen Reserven

In den letzten Jahren wurde es durch die Weiterentwicklungen im Online- und IT-Bereich immer einfacher ein Startup zu gründen. Während dies einerseits eine tolle Entwicklung ist und den Start für viele oftmals einfacher macht, steht man andererseits in großer Konkurrenz um Investoren. Nicht selten haben wir in den letzten Monaten beobachtet, dass Gründer sich mehr mit dem Thema „Pitches und Investorensuche“ befassten als mit ihrem eigenen Produkt.

Die Gefahr hier wertvolle Zeit zu verschwenden ist groß, denn: Wenn das eigene Produkt zu schwach ist und nicht schnell genug getestet wird, fällt dies erst zu spät auf und man hat Monate damit verschwendet es Investoren anzupreisen. Wenn man ein sehr sehr gutes Produkt entwickelt hat, kann es im Gegenzug passieren, dass man schon in einer sehr frühen Phase zu viele Anteile abgegeben hat, auch dies ist nicht im Sinne eines Gründers. Aus diesem Grund sollte man im Vorfeld einer Vollzeitgründung einen soliden Finanzplan ausgearbeitet haben, der einen unabhängig von der eigenen Unternehmung zumindest ein Jahr über Wasser hält.

Buzzword Bingo! Heute: Lean-Startup.

Auch wenn wir keine Freunde von den vielen Buzzwords im Startup-Bereich sind, so sind wir dennoch dem allgegenwärtigen Lean-Startup-Gedanke verfallen. Eine auf Marktdaten fundierte Annahme zu treffen, diese zu testen, neue Daten einzuholen, die Annahme zu überprüfen und dann zu verbessern um den Zyklus wieder neuzustarten, ist für uns das wertvollste aller gelernten Tools. Wir realisieren viel zu selten, dass Zeit eins der wertvollsten Güter ist, das wir als Gründer haben. Somit sollte jeder Aspekt des eigenen Geschäftsmodells, auch nach erfolgreichem Unternehmensstart, immer im Prüfstand stehen und stetig auf Verbesserungen getestet werden. Durch diese Methode schauen wir auf eine unfassbar effektive, lehrreiche und gleichzeitig spaßige Entwicklungszeit zurück, die wir nicht mehr missen wollen.

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns  für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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