Sucht euch eure Co-Founder sorgfältig aus!

STYNG Tattoo-Plattform für Tattoo-Enthusiasten und Tätowierer

Stellen Sie sich und STYNG kurz unseren Lesern vor!

Mein Name ist Felix und ich bin einer der drei Gründer von STYNG und wir haben uns zur Aufgabe gemacht die Tattoo-Branche zu digitalisieren.

Warum haben Sie sich entschieden ein Unternehmen zu gründen?

Unser ganzes Gründerteam war schon immer interessiert am Unternehmertum. Während des Studiums haben wir dann ein bisschen mit Ebay-Shops, Veranstaltungsreihen und auch kleinen Start-Up Projekten experimentiert, aber STYNG ist unser erstes „richtiges“ Unternehmen. Die Idee dafür hat sich aus einem persönlichen Problem entwickelt. Ich bin selber großer Tattoo-Enthusiast und fand es immer sehr unbefriedigend, mich durch unzählige Facebook- und Instagram-Seiten zu klicken, um den besten Tätowierer in meiner Umgebung zu finden. Da lag es nahe, ein Startup zu gründen, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Welche Vision steckt hinter STYNG?

Wir würden gerne zur globalen #1 Booking-Plattform für die Tattoo-Industrie werden, die jedem geläufig ist – egal ob Neuling oder alter Hase. Wir wollen diese wundervolle Kunstform jedem zugänglich machen und transparenter gestalten.

Von der Idee bis zum Start – was waren bis jetzt die größten Herausforderungen und wie haben Sie sich finanziert?

Eine der größten Herausforderungen war sicherlich die technische Umsetzung. Wir haben keinen Informatiker im Gründerteam und haben daher alles von Grund auf lernen müssen. Wir haben uns für diesen Weg entschieden, weil die Plattform unser Kernprodukt ist und wir in der Lage sein wollten, agil und spontan auf Entwicklungen des Marktes reagieren zu können, ohne immer auf externe Entwicklerteams angewiesen zu sein. Bislang sind wir komplett gebootstrapped, haben also nur eigenes Geld und Arbeitszeit investiert. Wir stehen allerdings kurz vor Abschluss unserer ersten Finanzierungsrunde.

Wer ist die Zielgruppe von STYNG?

Wir richten uns grundsätzlich an Tattoo-Fans jeden Alters und auf der anderen Seite natürlich an Tätowierer und Studio-Besitzer. Den größten Mehrwert bieten wir wahrscheinlich Tattoo-Neulingen, die sich erstmal gründlich informieren wollen, aber auch ich überlege bei jedem Tattoo aufs Neue, wer für mein nächstes Motiv der beste Künstler sein könnte. Auch Young-Professionals, die viel reisen und beruflich oft den Standort wechseln bieten wir einen besonders großen Mehrwert.

Wie funktioniert STYNG? Wo liegen die Vorteile?

Wir haben eine Web-App entwickelt, auf der sich Tätowierer und Studios ein Profil erstellen und ihre Arbeit professionell im Internet präsentieren können. Doch auch Tattoo-Fans profitieren von den vielfältigen Möglichkeiten, das Tattoo-Angebot in der eigenen Umgebung anhand von verschiedenen Filterkriterien (Köperstelle, Stilrichtung, Motiv und Ort) und einer visuellen Bildersuche zu durchsuchen und sich so einen besseren Überblick zu verschaffen. So kann man auf das umständliche Suchen bei Facebook und Instagram verzichten und erhält die wichtigsten Infos auf einen Blick.

Wie ist das Feedback?

Das Feedback ist bislang sehr positiv! Auf Seiten der Nutzer ist die Begeisterung immer riesig, weil viele eben persönlich schon vor dem Problem standen und sie den Nutzen daher sofort erkennen. Wir hören auch von vielen, dass sie schon seit Jahren gerne ein Tattoo hätten, aber den Einstieg einfach so mühsam fanden, dass sie es dann doch lieber gelassen haben. Von den Künstlern hören wir ab und zu auch kritische Stimmen – aber wir denken, das ist eine ganz normale Reaktion, wenn plötzlich eine neue Technologie versucht, einen Markt zu durchdringen. Grundsätzlich ist aber auch hier die Resonanz sehr positiv.

STYNG, wo geht der Weg hin? Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?

Wie bereits erwähnt, ist unser Ziel zu einer weltweit bekannten Plattform aufzusteigen, die jedem direkt in den Sinn kommt, der sich mit dem Thema Tattoo beschäftigt. Darüber hinaus soll STYNG zu einer eigenständigen Marke werden – über den reinen Plattformbetrieb hinaus. Veranstaltungen von eigenen Events oder Tattoo-Conventions wären zum Beispiel denkbar. Zunächst fokussieren wir uns aber auf unser Kerngeschäft.

Zum Schluss: Welche drei Tipps würden Sie angehenden Gründern mit auf den Weg geben?

Das Produkt sollte auf jeden Fall Lean entwickelt werden. Fangt so simpel wie möglich an und werdet erst dann komplexer. Bei einer App könntet ihr beispielsweise zuerst Prototypen auf Papier zeichnen und euch Tester suchen und beobachten, wie die auf eure Idee reagieren. Das spart viel Zeit, weil ihr so vermeidet Dinge zu entwickeln, die niemand benutzen will.

Sucht euch eure Co-Founder sorgfältig aus. Gemeinsam ein Unternehmen gründen ist fast so intensiv wie eine Ehe. Man hängt den ganzen Tag aufeinander – da muss man sich schon gut verstehen. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, dass man sich erstmal mindestens ein paar Monate kennenlernt, bevor man dann wirklich den Schritt geht. Und ich würde versuchen komplementäre Persönlichkeiten und Skills im Team zu haben. Das ist gern gesehen bei Investoren und macht auch die Umsetzung viel leichter.

Zuletzt würde ich gerade jungen Gründern empfehlen, ein Support-Netzwerk aufzubauen. Sucht euch einen Inkubator oder zumindest eine gründerfreundliche Universitätsstadt und nutzt die Angebote zur Startup Förderung. Wir hatten wirklich riesiges Glück, dass wir ins CyberLab in Karlsruhe aufgenommen wurden, weil es uns Zugang zu super vielen erfahrenen Mentoren und Investoren gegeben hat.

Aber am wichtigsten ist wahrscheinlich: Macht euer Ding, glaubt an euer Team und eure Idee und lasst euch von Rückschlägen nicht entmutigen. Als Founder muss man zäh sein!

Weitere Informationen finden Sie hier

Wir bedanken uns bei Felix für das Interview

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Sabine Elsässer

Sabine Elsässer is founder and chief editor of the StartupValleyNews Magazine. She started her career at several international direct sale companys. Since 2007 she works main time as a journalist. While that time she learned more about the Startup Scene, what made her start her own Startup Magazine the StartupValleyNews.

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