Wie gestalte ich sinnvolle Strukturen in einem Startup?

Ein Startup fängt meistens klein an. Der oder die Gründer bilden vielleicht sogar alleine das Team. Strukturen gibt es daher selten bereits bei der Gründung, da viele dies nicht als notwendig erachten. Im Idealfall wächst das Unternehmen schnell und muss neue Mitarbeiter einstellen, um die anfallende Arbeit zu bewältigen. Daher ist es sinnvoll, sich bereits zu Beginn Gedanken zu machen, welche Ordnung man sich wünscht. Viele Startups schrecken davor zurück, da sie frei und flexibel arbeiten möchten. Dieser Artikel soll einen Überblick darüber geben, wie und warum man das dennoch angehen sollte.

Buchhaltung

Eine geordnete Struktur erhält man von der ersten Sekunde an durch eine gut geführte Buchhaltung. Das Wort Buchhaltung hören viele Gründer nicht gerne. Man verbindet damit häufig mühselige Papierarbeit und Zahlenchaos. Für eine akribische Pflege braucht man heute keine spezielle Ausbildung oder große Kenntnisse mehr. Man kann sich gerne mit einem Tool behelfen, das diese Aufgabe für einen übernimmt. So können sich die Gründer um die weiteren Angelegenheiten kümmern, wie zum Beispiel der Rollenverteilung.

Rollenverteilung

Ob das Startup bereits bei der Gründung aus mehreren Beteiligten besteht oder erst mit der Zeit wächst: Die Rollenverteilung ist ein wichtiges Tool dafür, um Strukturen zu schaffen. Gerade am Anfang macht es Sinn, sich gemeinsam darüber auszutauschen und dann einen Ansprechpartner zu benennen, der sich hauptsächlich darum kümmern soll. Welcher Mitarbeiter diese Aufgabe übernehmen sollte, muss man abhängig vom Charakter entscheiden. Welche Typen gibt es und welche Rolle passt zu einem?

  • Der Träumer/der Ideengeber – Produktmanagement
  • Der Macher/das Arbeitstier – Geschäftsführer
  • Der Networker/das Verkaufstalent – Vertrieb
  • Die gute Seele/der Zusammenhalter -Interne Tätigkeiten

Das ist nur ein Vorschlag der Benennung. Es gibt für solche Archeytpen verschiedene Modelle, nach denen man ein hierarchisches Gerüst schaffen kann. Der Zusammenhalter ist bei unserem Beispiel am besten dafür geeignet, die internen Abläufe zu koordinieren und die Arbeitsteilung im Unternehmen festzulegen. Damit sollen die Arbeitsvorgänge klar abgesteckt sein und jeder kümmert sich um das, was er am besten kann. Dadurch vermeidet man Doppelarbeit, schafft Koordination und verhindert langsame Entscheidungsprozesse.

Interne Kommunikation

Wenn jeder Mitarbeiter seine festen Arbeitsvorgänge eigenständig ausführt, kann es leicht passieren, dass der eine nichts vom anderen weiß. Daher muss vorher abgeklärt werden, wer wen und wann informieren muss. Im konkreten Fall bedeutet das beispielsweise, wer bei E-Mails in CC gesetzt werden muss und bei welchen Schritten man gemeinsam Entscheidungen fällen muss. 

Warum braucht man überhaupt Strukturen?

  • Keine unnötigen Fragen/Mehr Zeit für das Kerngeschäft
  • Planungssicherheit/Zuständigkeiten sind klarer
  • Schnelle Einarbeitung von neuen Mitarbeitern/Wachstum möglich
  • Speichern von Wissen

In Bewegung bleiben

Um nicht in alten Wegen steckenzubleiben, sollten die Prozesse immer lebendig sein. Man kennt diese Unternehmen, deren Strukturen seit 20 Jahren dieselben sind, obwohl sich das Geschäft in der Zeit stark verändert hat. Deshalb ist unser Ratschlag, sich einen festen Turnus einzuplanen, in dem gemeinsam die Strukturen besprochen werden. Der Mitarbeiter-Stamm wächst und Positionen sowie Aufgaben können sich jederzeit ändern. Es gibt viele weitere alternative Organisationsmodule, die eventuell besser zu einem passen und zu denen man wechseln kann. Dadurch bleibt man flexibel und kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Autor: Thomas Hoffmann

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

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