Steve Blank – Welche Verkaufskanäle gibt es

Wie willst du verkaufen und welche Verkaufswege möchtest du nutzen, um deine Produkte zum Kunden zu bringen? Mach deine Hausaufgaben und sei „erreichbar“ für deine Kunden.

Was waren das noch für Zeiten, als die berühmten Waltons als Familie den kleinen Laden hatten, in dem man alles Relevante kaufen konnte. Seien es Lebensmittel wie Brot oder Konserven, Nähzeugs, Flickzeugs, Kleidung, sei es was zum Lesen, Zeitungen… Alles, was man im Alltag benötigte, gab es dort, und es gab auch keinen Zweifel daran, dass man dort fündig werden würde. Walton wusste dadurch ebenso ganz genau, was seine Kunden brauchten, und es war immer auf Lager. Natürlich war das nicht so schwer. Die Auswahl war – im Vergleich zu heute – sehr überschaubar und wenn mal was nicht vor Ort war, dann gab es nicht gleich eine schlechte Bewertung auf Google Maps…

Bis in die Mitte der 1990er war es auch noch immer so, dass Kunden in den Laden gingen, um ihre Waren zu beschaffen. Man fuhr zum Bäcker, in die Metzgerei, in den Kleiderladen, zur Autowerkstatt um die Ecke. Für ein neues Telefon ging man in den Telekomladen, und für die Babysachen in das Babyfachgeschäft. 1995 begann die Zeit des Internets und damit der unaufhaltsame Wandel dieses Verhaltens. Kunden konnten einfacher vergleichen, wer was für wie viel in seinem Laden anbot und evtl. entscheiden, zu einem anderen Händler zu fahren.

Kurz darauf gab es die ersten Geschäfte, die nur Online tätig waren, und bei denen man einfach per Mausklick bestellen konnte.

Nachdem es einen Massenboom auf Onlinehändler gab und Unternehmen wie Amazon ganz viele Läden schlichtweg vernichtet haben, geht der Trend wieder in eine etwas andere Richtung. Menschen schauen online und gehen dann in den Laden, um beraten zu werden. Läden wie Media Markt oder andere sind perfekt darin geworden, beide Welten zu vereinen. Vom Sofa – oder Schreibtisch – in Ruhe aussuchen und bestellen, und dann einfach im Laden abholen.

Vor einigen Jahren lief ich durch München und sah ein Schild an der Tür eines Kleiderladens. Dort stand drauf, dass man in Kürze schließen werde, da die Kunden hier reinkommen um zu schauen und dann online bestellen würden. Ich empfand das als sehr ignorant und unterstellte dem Besitzer, dass er sich nicht für neue Wege öffnete. Warum konnten die Leute nicht einfach bei ihm schauen, anprobieren und DANN – wenn sie es mochten – einfach später zu Hause dem Partner zeigen und es online in DEREN Shop bestellen. Und am Ende vielleicht sogar im Laden in der richtigen Größe abholen? Hätte der Besitzer sich dem geöffnet, wäre er zum einen ein Vorreiter gewesen, und zum anderen wären ihm sicherlich diverse seiner Kunden alleine schon aufgrund dieses Services treu geblieben.

Heute unterscheiden wir zwischen virtuellen und physikalischen Verkaufskanälen. Es gibt das Internet, Smartphones, Clouds und unzählige weitere virtuelle Möglichkeiten, sich die Waren zu beschaffen. Du musst dir also die Frage stellen, wie du eigentlich deine Waren an den Kunden bringen möchtest. Sehr auffällig ist, dass heute fast alle physikalischen Waren auch über eine Möglichkeit im Netz zu beschaffen sind.

Diese Frage ist deshalb sehr wichtig, weil für dich die Zielgruppen und damit auch das gezielte Marketing eine wichtige Rolle deines Erfolges spielen können.

Zu allen Beiträgen von Steve Blank

Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bernd Korz

This article is written by Bernd Korz, CEO of Alugha With his experience as an entrepreneur, he shares his vision about the lessons provided by Steve Blank. Join us every week for a new article on Steve Blank’s lectures.

X