Steve Blank – Was habe ich zu bieten

Die erste und wichtigste Frage gleich zum Anfang. Was ist dein Nutzenversprechen? Was bietest du an und für wen hat es eigentlich einen Nutzen? Wenn du hier keine klare Antwort hast überdenke dein Vorhaben.

Im letzten Artikel haben wir darüber gesprochen, wie unser Business Modell aussehen sollte und wir haben uns diese Tabelle angelegt (Download gab es in dem Artikel auch). Basierend darauf beginnen wir mit der ersten Frage darin. Was ist es, was du deinen Nutzern liefern kannst? Besteht denn überhaupt Bedarf und welchen Nutzen bietest du dem Kunden damit? Diese Frage mag viele irritieren und oft kommt die Antwort: „Natürlich braucht das Jeder und natürlich leiste ich einen großen Beitrag damit!“. Ja, aus deiner Sicht dürfte das sogar ganz logisch klingen aber der Markt funktioniert anders. Nimm mal als Beispiel einen Coversong der zu einem Welthit wurde (davon gibt es so einige!). Warum war das Original nicht so berühmt? Warum hat es diese Band bzw. der Sänger nicht so weit nach oben damit geschafft? Zur richtigen Zeit am richtigen Ort… da ist schon etwas wahres dran.

Es geht nicht darum wie du deine Idee oder dein Produkt empfindest und wertschätzt. Es geht einzig darum, ein Kundenbedürfnis zu befriedigen oder ein Kundenproblem zu lösen. Bedarf… Was kann ich liefern… Vor 20 Jahren hätten niemand den Bedarf an effizienten Batterien gehabt wie wir sie heute aus Elektroautos kennen, die Zeit wäre schlecht gewählt gewesen. Vor 20 Jahren brauchten wir noch keine 500MBit Internetleitungen. Webseiten waren sehr Textlastig. Heute streamen wir ganze Filme über den Äther. Vor 20 Jahren machte es noch keinen Sinn, einen 4K Fernseher im Wohnzimmer stehen zu haben. Die DVD konnte nur einen kleinen Teil der Auflösung liefern. Der Bedarf war einfach nicht da.

Also noch einmal die wichtigste Frage: Welches Problem löst du?

Welchen Mehrwert bietest du und wer sind deine Kunden? Das Nutzenversprechen ist eine für deine Kunden die bessere Definition dessen, welches Produkt und/per welchen Service du anbietest. Dies kann ebenso eine Nische (ein seltenes Medikament evtl.) ebenso sein wie ein Massenmarkt (YouTube).

Bekanntermaßen (und wie oben schon erwähnt) wirst du davon überzeugt, sein, dass du die eierlegende Wollmilchsau in der Schublade hast, deine Technologie das Maß aller Dinge ist… Du benutzt das coolste Framework und hast die tollste Webseite, die schnellsten Server und die besten Leute… Wenn Leute auf YouTube gehen interessiert sie das jedoch überhaupt nicht. Sie klicken auf den Player und spielen das Video ab, sie geben etwas in die Suche ein und werden fündig… Es ist bitter, aber die Wahrheit ist leider so. YouTube kocht nur mit Wasser und die Technologien sind teilweise fragwürdig und veraltet aber der Konsument bekommt, was er benötigt… und das auf beeindruckende Weise auf ebendieser Plattform.

Facebook liefert sehr fragwürdige Inhalte und wird (in großen Teilen zu recht) in den Medien angegriffen und kritisiert. Aber das interessiert die Menschen nicht, denn Facebook weiß sehr wohl um sein Nutzenversprechen und das ist es auch, was für die meisten der über 2 Milliarden User zählt. Dads Bedürfnis, sich auszudrücken und seine Meinung kundtun zu können, mit anderen Menschen – egal wo auf der Welt – sehr schnell kommunizieren zu können, zu wissen, was in der Familie oder Nachbarschaft gerade abgeht oder einfach nur seine Neugierde zu befriedigen.

Sowohl Facebook als auch YouTube haben perfekt verstanden, welches Nutzenversprechen sie leisten und die Technologien dahinter interessieren nicht einmal womöglich 100.000 Menschen der MILLIARDEN von Nutzern. Finde dein Nutzenversprechen und fokussiere dich darauf, egal wie gut deine Idee ist, positioniere sie richtig, befriedige die Bedürfnisse deiner Kunden und du hast einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung und den Grundstein deines Erfolges gelegt.

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bernd Korz

This article is written by Bernd Korz, CEO of Alugha With his experience as an entrepreneur, he shares his vision about the lessons provided by Steve Blank. Join us every week for a new article on Steve Blank’s lectures.

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