Steve Blank – Kosten

Die Kosten sind der Teufel im Detail, ohne diese zu kennen, kann man keine Geschäftsidee realisieren. Sie setzen sich aus den Schlüsselaktivitäten, -ressourcen und -partnern zusammen. Wer hier nicht von Tag #1 an ein Auge drauf hat, rennt ins offene Messer.

Aufkommende Kosten können eine richtige Spaßbremse sein. Wenn man sie jedoch von Anfang an realistisch im Auge hat und einschätzt, dann weiß man auch besser, worauf man sich einlassen möchte und auch kann. Wer durch die Wüste eine Reise machen möchte, der wird auch dafür Sorge tragen, dass er ausreichend Flüssigkeit mit sich trägt, um dieses Vorhaben zu überstehen. Wer mit dem Auto von A nach B kommen möchte, sorgt dafür, dass er genug Treibstoff im Tank hat. Das klingt nach so banalen Weisheiten… Dem ist aber nicht so. Und ebenso einfach und logisch wie eben diese, ist auch die Tatsache, dass ich vorab meine Kosten so gut wie möglich einschätzen sollte, sonst werde ich in der Wüste verdursten oder mein Auto wird stehen bleiben. Trauriger- und ebenso interessanterweise ist das mit den Kosten oft nicht der Fall. Viele schauen nicht in die Wasserflasche oder auf den Tankanzeiger.

Eine der großen Hürden, an denen dann leider viele StartUps scheitern, sind die Kosten und dabei geht es nicht nur um die offensichtlichen Dinge. Wachstum ist so eine Sache. Klar braucht man mehr Wissen und damit mehr Leute und damit mehr Computer und mehr Schreibtische und Parkplätze und und und…. Das Ein oder Andere kann man am Anfang womöglich nicht einmal erfassen, da man einfach keine Erfahrung hat. Als wir damals mit der alugha GmbH in den Anfängen waren, konnten wir die Kosten recht gut einschätzen. Wir haben sorgfältiger Weise auch noch einiges an Puffer und unvorhergesehenen Ausgaben eingebaut. Dies führte in unserem Fall dazu, dass unser Investor das gut fand, wie vorsichtig wir waren in unseren Schätzungen.

Wenn du eine Idee hast, setz‘ dich hin, schreibe wirklich ALLES auf, was du denkst, was da so auf dich zukommen könnte. Egal wie banal es anfänglich scheinen mag… Rausstreichen geht schneller als Dazupacken. Sprich mit anderen Gründern, wo sie denn ihre Kosten hatten, haben und wo sie sich verschätzt haben. Frag‘ gestandene Unternehmer, wo sie so ihre großen Klötze an Kosten haben, was sie nicht berücksichtigt haben… Informiere dich über mögliche Patent- oder Lizenzzahlungen, Software, die du kaufen oder mieten musst.

Wir haben in unserer Kreativabteilung 8 Mitarbeiter, jeder braucht einen schnellen Computer und jeder braucht professionelle Software. Alleine für letzteres geben wir an die 500 Euro/Monat aus. Und das ist nur eine unserer Abteilungen. Nicht selten habe ich gehört: Das Finanzamt ist schuld! Ich musste so viele Steuern bezahlen. Ja, die Realität ist jedoch leider etwas anders, hättest du das sachlich und emotionsbefreit von Anfang an mit in deinen Kosten berücksichtigt, wären die Steuern keine Überraschung. Nichts ist im Grunde einfacher zu kalkulieren als die Steuern, die in einem StartUp anfallen.

Je besser du auf die (möglichen) Kosten vorbereitet bist, desto besser bist du insgesamt vorbereitet und desto schneller kannst du Entscheidungen treffen und planen!

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bernd Korz

This article is written by Bernd Korz, CEO of Alugha With his experience as an entrepreneur, he shares his vision about the lessons provided by Steve Blank. Join us every week for a new article on Steve Blank’s lectures.

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