Steve Blank – Das Wasserfallmodell

Ein StartUp muss schnell handeln und die Entwicklung der Soft- bzw. Hardware schnell dem Markt anpassen. Try and Fail or succeed ist dabei ganz wichtig. Die Wasserfall Methode kann nur funktionieren, wenn man kein komplett neues Produkt auf den Markt bringt, es auf sehr viel Erfahrung und Kunden basiert, die man sehr gut kennt.

Zunächst einmal müssen wir verstehen, worum es bei der sogenannten Wasserfall Methode überhaupt geht. Hierbei geht es im Grunde um einen Prozess, der Schritt für Schritt geplant UND ausgeführt wird. Der erste Schritt dabei ist die Marktanalyse in der festgelegt wird, welche Marktanforderungen ein Produkt überhaupt erfüllen muss. Ist hier eine Entscheidung getroffen, wird es vom Engineering Team in einzelne Funktionen aufgespaltet, um es dann zu designen und/oder zu implementieren. Hierbei kann es sich ebenso um Programmcode wie auch Hardware oder anderes handeln. Liegt ein fertiges Produkt vor, wird dieses ausführlich getestet und im laufenden zukünftigen Prozess sorgsam gewartet.

Die Welt ist so einfach, man nimmt die Wasserfall-Methode zur Hand, geht die Schritte durch, baut den Vertrieb auf und alle sind glücklich… Leider bestand dieses Denken (und tut es in vielen großen Konzernen noch immer…) die letzten 40 Jahre. In der Tat mag das sogar in einem großen Unternehmen grundsätzlich funktionieren. In der Autobranche zum Beispiel kennt man seine Kunden weitestgehend und produziert und entwickelt auch Stumpf nach diesem Prinzip. Schaut man sich den Umstieg auf Elektrofahrzeuge an, wird dieses fatale Fehldenken sehr schnell erkennbar. Ein auf dem Markt etabliertes Auto eben mit einer großen Batterie ausstatten und den Verbrennungsmotor durch einen Dynamo auszutauschen funktioniert eben nicht. TESLA macht es all den ganz Großen vor und im Grunde hat bis heute nur BMW daraus gelernt, und eine komplett eigenständige Abteilung geschaffen, aus der dann der i3 und der i8 entstanden sind.

Zurück zu unserem StartUp.

Wir entwickeln eine multilinguale Video Plattform. Klar, was das Thema (Online-)Video an sich angeht wissen wir sehr genau, was gefordert ist, schließlich haben wir Vorreiter wie YouTube oder Vimeo. Aber wie ist es mit der Mehrsprachigkeit, dem Übersetzen, dem Voice Over, wie verteilt man es, wie kommt es in Google rein, wo benötigen unsere Kunden die Videos genau, auf welchen Endgeräten werden sie angeschaut… und das sind nur einige der Fragen, mit denen wir uns jeden Tag auseinandersetzen müssen.

Wie sollen wir das von Anfang an wissen? Wie sollen wir ein Produkt entwickeln, bei dem wir die Kundenanforderungen noch gar nicht im Detail kennen? Wir wissen, dass WIR eine solche Lösung benötigen und dementsprechend haben wir den Einstieg. Aber wir sind nur ein Aspekt, ein Nutzer, in diesem Lösungsansatz. Der Erfolg stellt sich jedoch nur ein, wenn unser Produkt am Markt angenommen wird und DAS funktioniert nur, wenn wir die Bedürfnisse unserer Kunden abdecken.

Ein StartUp startet fast immer mit der Vision eines Einzelnen, der dann andere Menschen begeistert und mit denen er was startet. Die Vision ist aber nicht häufig das, was beim Endkunden den Bedarf abdeckt. Die Entwicklung findet fast immer gleichermaßen statt. Erst einmal wird so viel wie möglich in die erste Version gepackt, und dann auf die freie Wildbahn losgelassen. Tatsächlich ist dann die Ernüchterung groß, denn fast IMMER werden 85-90% der Funktionen von den Kunden weder genutzt noch gewünscht.

Fazit ist, dass die Wasserfall-Methode für große Unternehmen eher das Tagesgeschäft ist, aber für StartUps nicht der richtige Ansatz.

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Aussagen des Autors und des Interviewpartners geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion und des Verlags wieder

Bernd Korz

This article is written by Bernd Korz, CEO of Alugha With his experience as an entrepreneur, he shares his vision about the lessons provided by Steve Blank. Join us every week for a new article on Steve Blank’s lectures.

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